Borussias Trainer Eugen Polanski veränderte seine Elf im Vergleich zum letzten Testspiel gegen Aston Villa auf zwei Positionen: Mohya und Lidberg spielten für Honorat und Kleindienst. Kleindienst stand aufgrund muskulärer Probleme als Vorsichtsmaßnahme gar nicht im Aufgebot, Honorat nahm auf der Bank Platz. Dort fand sich auch der am Donnerstag verpflichtete Ko Itakura wieder.
Von Beginn an entwickelte sich das erwartete Spiel: Die Borussen hatten den Ball, während sich der Fünftligist tief in der eigenen Hälfte verschanzte. Über eine gezielte Ballzirkulation versuchten die Fohlen, den Abwehrverbund zu knacken. Das gelang zunächst nicht so richtig. Bolin hatte zwar zwei Halbchancen und der Mainzer Keeper mit einem Distanzschuss von Sander ein paar Probleme, aber richtig gefährlich wurde es erst in der 19. Minute. Nach einer guten Kombination von Bolin und Mohya im Strafraum scheiterte letztlich Lidberg per Abstauber aus kurzer Distanz am Torwart.
Bolin bricht den Bann – Hashioka trifft kurios
Drei Minuten später war der Bann dann gebrochen. Sander spielte einen Pass zentral flach in den Strafraum, wo Bolin einlief, den Ball verarbeitete und aus elf Metern flach zum 1:0 einnetzte (22.). Kurz darauf sorgten die Borussen bereits für die Vorentscheidung: Stöger flankte von halblinks an die rechte Strafraumkante, wo Hashioka wuchtig ins Kopfballduell ging. Der Ball segelte mit einer schönen Flugkurve Richtung Fünfmeterraum, wo Lidberg ihn knapp verpasste – aber das Leder tropfte via Innenpfosten zum 2:0 ins lange Eck (26.).
Diks vergab wenig später nach einer Ullrich-Flanke die nächste gute Chance, als er aus wenigen Metern über das Tor köpfte (32.). In der Folgezeit ließen es die Borussen ein klein wenig schleifen, sodass Schott Mainz zu zwei Abschlüssen kam. Messina zielte vorbei (34.), und einmal lenkte Nicolas einen scharfen Schuss von Zeghlim über den Querbalken (43.). Auf der anderen Seite verpasste Bolin in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach Vorarbeit von Mohya seinen zweiten Treffer.
Doppelpack von Bolin – sehenswertes Tor von Ullrich
Den besorgte der Schwede dann kurz nach Wiederanpfiff. Zunächst scheiterte er noch aus kurzer Distanz am Mainzer Torwart (46.), doch dann war er zur Stelle und traf nach Vorarbeit von Sander und Hack zum 3:0 – und beseitigte damit auch die letzten theoretischen Zweifel am Weiterkommen des VfL (48.). Die Fohlen hatten alles im Griff, ließen Ball und Gegner laufen, und nach einer Stunde gelang Lucas Ullrich das schönste Tor des Tages. Itakura, zwischenzeitlich für Leszczyński im Spiel, passte zentral auf Bolin, der wiederum für Ullrich ablegte. Der Linksverteidiger nahm den Ball stark an und mit und traf überlegt zum 4:0 ins lange Eck (61.).
In der letzten halben Stunde wickelten die Borussen die Partie dann weitestgehend routiniert ab. Über zwei, drei kleinere Nachlässigkeiten konnte man hinwegsehen, denn insgesamt agierten die Gladbacher weder überheblich noch läppisch, sondern blieben angemessen konzentriert. Als die Mainzer einmal aufrückten, wurden sie prompt mit einem Konter bestraft. Der eingewechselte Honorat trieb den Ball nach vorne und legte dann uneigennützig quer auf Mohya, der nur noch einschieben musste (67.).
Absolut seriös und ohne Makel
Das 5:0 bedeutete gleichzeitig den Endstand, auch wenn Lidberg in der Nachspielzeit noch den Pfosten traf. Borussia löste die Pflichtaufgabe bei Schott Mainz absolut seriös und ohne Makel. Zieht man einen Vergleich zur ersten Pokalrunde im letzten Jahr (ein qualvolles 3:2 gegen Delmenhorst), so war dies eine deutliche Verbesserung. Doch eine echte erste Standortbestimmung erfolgt erst am nächsten Wochenende beim Ligaauftakt in Leipzig.
Kurzstatistik zum Spiel:
TSV Schott Mainz: Schulz – Just, Gans, Ahlbach – Robotta (85. Horozovic), Mairosa, Schwarz, Messina (55. Sträßer), Zeghlim (74.), Itoi (56. Rudi) – El Mahaoui (74. Blum)
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Hashioka, Diks, Leszczyński (57. Itakura), Ullrich (63. Herold) – Sander, Stöger (70. Leopold) — Mohya, Bolin (70. Machino), Hack (63. Honorat) — Lidberg
weiter im Kader: Batz (ETW), Nguefack, Fleck, Danfa
Tore: 0:1 Bolin (22.), 0:2 Hashioka (26.), 0:3 Bolin (48.), 0:4 Ullrich (61.), 0:5 Mohya (67.)
Gelbe Karten: - Diks
Schiedsrichter: Timo Gansloweit
Zuschauer: 18.500
von Marc Basten

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