Einzelkritik: RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach 2:0 (1:0)

Ungefährliche Borussen leichte Beute für RB

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Und schon wieder eine Enttäuschung - geschlagene Borussen in Leipzig (Foto: Maja Hitij - Getty Images)

Borussia Mönchengladbach konnte RB Leipzig zu keiner Zeit in Gefahr bringen und war in allen Belangen letztlich eine leichte Beute für den Gegner. Die Einzelkritik:

Moritz Nicolas: Mit Abstand der beste Borusse an einem ansonsten trüben Abend. Die Statistik weist 7 Paraden und 78 % abgewehrte Bälle aus und unterstreicht den Eindruck einer guten Leistung des 26-Jährigen. Er stand früh im Brennpunkt, wehrte einen Olmo-Aufsetzer ab und musste nach vierzehn Minuten bereits hinter sich greifen - der Schuss von Xavi war unhaltbar. Nicolas trat einmal rechts und links als Ausputzer in Erscheinung und verhinderte mit Paraden gegen Xavi und Openda einen höheren Rückstand, den er dann durch den Lupfer von Openda nach Pause doch kassierte. Auch hier kann man Nicolas keinen Vorwurf machen, wobei er vielleicht etwas konkreter hätte herauslaufen können. Mit einer starken Fußabwehr gegen Sesko bewahrte er sein Team vor einer höheren Niederlage. Note 2,0.

Nico Elvedi: Rechts in der Dreierkette aufgeboten, sah er bereits in der 8. Minute die Gelbe Karte, als er gegen Xavi zu spät kam. Gegen Bochum wird der Schweizer gesperrt fehlen. Elvedi versuchte mehrfach aus der Kette vorzurücken und den Gegenspieler zu stellen, was nur selten gelang. Auch vor dem ersten Tor konnte er Olmo nicht stören. In einigen Zweikämpfen schien er ob der frühen Gelben Karte etwas gehemmt. Am Ball mit Ausnahme eines unbedrängten Passes ins Seitenaus solide, aber auch nicht mehr. Nach der Umstellung auf Viererkette linker Innenverteidiger, wo er einmal im letzten Moment vor dem einschussbereiten Sesko klärte. Note 4,0.

Ko Itakura: Verhinderte mit einer Mega-Grätsche nach wenigen Sekunden das Gegentor durch Poulsen. Bei dieser Rettungstat rauschte Itakura mit Nicolas zusammen, konnte aber nach Behandlung weitermachen. Der Japaner war aufmerksam, gewann mehrere wichtige Duelle gegen Openda und köpfte nach einer Freistoßflanke den Ball aus der Gefahrenzone. Im Spielaufbau trat der 27-Jährige einige Male gut mit Ball am Fuß an. Dann lieferte er sich eine Hakelei mit Openda, der etwas nachtrat, ohne dass es geahndet wurde. Im darauffolgenden Duell mit Openda holte sich Itakura die Gelbe Karte ab - auch für ihn war es die Fünfte und damit fehlt er ebenfalls gegen Bochum. Im weiteren Verlauf wurde er aufgrund der zurückhaltenden Leipziger nicht mehr ernsthaft gefordert und nach 69 Minuten übernahm Friedrich. Note 3,5.

Maximilian Wöber: Schon bei der ersten Chance von RB ging es für ihn zu schnell - mit einem großen Wendekreis war er nicht beweglich genug. Auch beim ersten Gegentor sah der Österreicher nicht gut aus, weil er sich zunächst zu Xavi orientierte und damit den Passweg zu Poulsen öffnete. Von dessen direkter Ablage auf Xavi wurde Wöber auf dem falschen Fuß erwischt und konnte so nicht mehr eingreifen. Zwar konnte er im weiteren Verlauf einige Bälle klären, aber er wurde auch von Olmo auf links vernascht. Dem 26-Jährigen fehlt es noch merklich an Spritzigkeit nach der langen Pause. Nach knapp einer Stunde war Feierabend. Note 4,5.

Julian Weigl: In der Anfangsphase, als Leipzig gehörig aufs Tempo drückte, bekam Weigl als Sechser kaum Zugriff. Auch vor dem ersten Gegentor lief er nur begleitend neben Olmo her, ohne Druck ausüben zu können. Danach kam Weigl besser in die Zweikämpfe, was auch am abnehmenden Leipziger Druck lag. Offensiv hatte er nach einer abgewehrten Ecke eine Schusschance aus dem Rückraum, aber er traute sich die Direktabnahme nicht zu und verzog dann den vermeintlich kontrollierten Schuss deutlich. Direkt nach Wiederanpfiff sah er die Gelbe Karte für ein Foul an Poulsen, was jedoch eine übertrieben harte Entscheidung des Schiedsrichters war. Als Ballverteiler war der 28-Jährige solide, aber unauffällig. Note 4,0.

Joe Scally: Erhielt aufgrund seiner Defensivqualitäten als rechter Schienenspieler den Vorzug vor Honorat. Er machte die Wege nach hinten, kam aber kaum in die Duelle, weil RB mit viel Tempo anlief. Offensiv schlug der US-Amerikaner eine ordentliche Flanke auf Jordan, aus der dieser zu wenig machte. Kurz darauf gab Scally den ersten Torschuss ab, der weit vorbeiflog. Nach einer abgewehrten eigenen Ecke spielte er zu Nicolas zurück, anstatt einen langen Ball nach vorne zu spielen. Ein Fehlpass des 21-Jährigen ermöglichte Leipzig den Umschaltangriff, in dessen Folge Itakura Gelb sah. Nach der Pause verdribbelte er sich leichtfertig und wenig später wurde er von Lainer abgelöst. Note 4,5.

Rocco Reitz: Lieferte sich einige Duelle mit Schlager und zeigte sich dabei - für Gladbacher Verhältnisse auffällig - widerstandsfähig. Allerdings verlor er vor dem 0:1 den Zweikampf gegen Olmo, der daraufhin das Tor vorbereitete. Ein Ballverlust von Reitz gegen Schlager ermöglichte Leipzig einen Umschaltangriff, den Itakura letztlich klärte. Nach der Pause trieb der 21-Jährige einige Male gut an und spielte mehrere Pässe, mit denen er das Spiel beschleunigte. Allerdings unterliefen ihm auch einige unglückliche Aktionen, die auch mit fehlender Frische zu tun haben dürften. Note 4,0.

Manu Koné: Kam im gesamten Spiel weder defensiv noch offensiv wirklich zur Geltung. Einige Duelle um die Mittellinie herum konnte er für sich entscheiden, doch sobald Leipzig schnell spielte, kam auch Koné nicht mehr in den Zweikampf. So lief er vor dem 0:1 zwar mit zurück, blieb aber nur unbeteiligter Beobachter, anstatt sich Xavi zu widmen. Am Ball war Koné mehrfach nicht klar genug und einige Ansätze verpufften, weil er sich festlief. Zudem foulten ihn die Leipziger wiederholt sofort, als er sich anschickte, etwas zu inszenieren. Trotz hohem läuferischen Aufwand blieb sein Einfluss auf das Spiel sehr begrenzt. Note 4,5.

Luca Netz: Als linker Schienenspieler viel unterwegs, aber in den Zweikämpfen meist unterlegen. Positiv, wie Netz mehrfach den Ball sicherte, dann allerdings in der Fortsetzung unsauber passte. Einer guten Flanke von Netz in der 20. Minute fehlte ein Abnehmer. Auch wenn er insgesamt etwas zielstrebiger agierte als Scally auf der anderen Seite, blieb er letztlich wirkungslos. Ärgerlich, dass der 20-Jährige vor dem 0:2 die Abseitsstellung von Openda aufhob, weil er nicht registriert hatte, dass die Kettenspieler vorrückten. Note 4,5.

Robin Hack: Das Bemühen, als einer von zwei Offensivakteuren etwas zu bewegen, kann man dem 25-Jährigen nicht absprechen. Gelingen wollte allerdings fast gar nichts, weil er sich nicht gegen die robusten Gegenspieler durchsetzen konnte. So leitete sein Ballverlust, als er sich gegen mehrere Leipziger festlief, den Gegenangriff zum 0:1 ein. Sein einziger Abschluss in Richtung Tor war ein Versuch aus nahezu vierzig Metern. Zwanzig Minuten vor dem Ende machte er Platz für Honorat. Note 4,5.

Jordan: War zunächst nur auffällig durch eine Kopfballklärung nach einer Leipziger Ecke. Im Kombinationsspiel wartete er mit einer unpräzisen Hackenablage auf, zudem missriet die eine oder andere Ballannahme. Nach ordentlicher Flanke von Scally war der Kopfball von Jordan nicht konkret genug. Nach der Pause setzte der 27-Jährige einen Kopfball am Tor vorbei und meldete sich erst später wieder zurück, als er sich am Strafraum gut gegen mehrere Leipziger durchsetzte und zur Chance für Ngoumou auflegte. Kurz darauf hatte er nach Honorat-Flanke eine große Kopfballgelegenheit, als er eigentlich optimal hochsprang, den Ball dann aber am Tor vorbei köpfte. Note 4,0.

Stefan Lainer (59. Minute für Scally): Seine erste Aktion war ein Fehlpass, der einen Umschaltangriff zur Folge hatte. Danach als Rechtsverteidiger in der Viererkette gegen zurückhaltende Leipziger nicht oft gefordert. Auf dem Weg nach vorne war Lainer fleißig, aber nicht immer sauber im Passspiel. In der 87. Minute hatte er eine Schusschance, knallte den Ball jedoch über den Kasten. Note 4,0.

Nathan Ngoumou (59. Minute für Wöber): Bestätigte die Eindrücke aus dem Darmstadt-Spiel und sorgte auch dieses Mal für Belebung, weil er sich auf der linken Seite etwas zutraute. Es gelang zwar nicht alles, aber er stellte die Leipziger zumindest mal ansatzweise vor Aufgaben. Bei seiner Chance nach Vorarbeit von Jordan fehlten wenige Zentimeter. Note 3,5.

Franck Honorat (69. Minute für Hack): Konnte keinen Beweis erbringen, dass es ein Fehler gewesen war, ihn nicht von Anfang zu bringen. Honorat blieb relativ blass, verlor sehr einfach einen Zweikampf gegen Simakan und brachte eine schwache erste Ecke. Wirklich gelungen war die punktgenaue Flanke zur Kopfballgroßchance von Jordan. Ohne Note. 

Marvin Friedrich (69. Minute für Itakura): Übernahm die Position in der Viererkette und sollte wohl etwas Spielpraxis sammeln, weil er am nächsten Wochenende aufgrund der Sperren von Elvedi und Itakura gebraucht wird. Eine Hereingabe an den eigenen Fünfer klärte er in den Rückraum vor die Füße von Henrichs, der übers Tor schoss. Bei einer Monstergrätsche gegen Openda hatte Friedrich Glück, dass kein Foul gepfiffen wurde. Ohne Note. 

Shio Fukuda (85. Minute für Reitz): Der nächste Kurzeinsatz für den Youngster, der einmal seine enorme Sprungkraft unter Beweis stellte, den Kopfball jedoch nicht platzieren konnte. Ohne Note.

 


von Redaktion TORfabrik.de

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