EM-Kolumne

Die Schweiz siegt ohne Nico Elvedi

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Nur Zuschauer - Nico Elvedi (Foto: Fabrice Coffrin - Getty Images)

Der Samstag brachte den ersten richtigen Spieltag der Europameisterschaft. Dabei setzte Deutschlands Gruppengegner Schweiz ohne Gladbacher Beteiligung ein Zeichen gegen Ungarn. Spanien schwang sich zu einem Turnierfavoriten auf und Italien siegte mit viel Pragmatismus. Die EM-Kolumne, Teil 2

Am Samstag sollte eigentlich planmäßig der erste Auftritt eines Gladbacher Borussen bei der Europameisterschaft erfolgen. Doch im Duell zwischen Deutschlands Gruppengegnern Schweiz und Ungarn saß Nico Elvedi für einige überraschend 90 Minuten auf der Bank. Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin hatte sich für die Formierung einer Dreier- bzw. Fünferkette ohne den Noch-Borussen Elvedi entschieden. 

Dies dürfte wohl auch damit zusammenhängen, dass der 27-Jährige im letzten Testspiel gegen Österreich gepatzt hatte und diverse Aussetzer im Trikot der Fohlenelf auch dem Schweizer Coach nicht entgangen sein dürften. Aus Gladbacher Sicht ist die Nichtnominierung von Elvedi alles andere als ideal, weil man eigentlich darauf hofft, dass sich der Verteidiger bei der EM für einen Vereinswechsel empfiehlt. Im vergangenen Jahr hatte das ja bekanntlich mangels konkreter Interessenten nicht geklappt.

Breel Embolo sorgt für die Entscheidung

Elvedi konnte also nicht auf der großen Bühne Werbung in eigener Sache machen. Nach langen Jahren stand bei einem großen internationalen Turnier kein aktueller Borusse für die Schweiz auf dem Platz. Immerhin hielten die beiden Säulen Yann Sommer und Granit Xhaka zumindest noch ein wenig die Raute in den Nachmittagshimmel von Köln-Müngersdorf. Dort hatten die Schweizer gegen in der ersten Halbzeit überraschend schwache Ungarn zunächst leichtes Spiel und führten zur Pause verdient mit 2:0. 

Im zweiten Durchgang wurde es nach dem Anschlusstreffer der Ungarn noch mal eng, ehe ein weiterer Ex-Borusse für die Entscheidung sorgte. Breel Embolo, der in Monaco bei Adi Hütter fast die gesamte Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses verpasst hatte, erzielte in den Schlussminuten mit einem überlegten Lupfer den verdienten 3:1-Endstand. Die Schweiz ist also gleichauf mit Deutschland, während die Ungarn - am Mittwoch Gegner der DFB-Elf - in diesem Spiel bereits unter Zugzwang stehen. 

Die Abkehr vom Ballgeschiebe scheint Spanien noch stärker zu machen

Im zweiten Match am Samstag trafen in Berlin Kroatien und Spanien aufeinander. Allgemein war man von einer Begegnung auf Augenhöhe ausgegangen, doch die Spanier um den 16-jährigen Lamine Yamal wiesen die Altstars wie Luka Modrić (38) deutlich in die Schranken. Eiskalt sorgten Álvaro Morata (29.), Fabián (32.), Dani Carvajal (45.) bereits vor der Pause für klare Verhältnisse. Die Abkehr vom endlosen Ballgeschiebe scheint die Spanier nur noch stärker zu machen - sie haben sich im Olympiastadion als einer der Topfavoriten des Turniers positioniert.

Das im ersten Durchgang unterhaltsame Match wurde nach dem Seitenwechsel mehr oder weniger abgewickelt. Kroatien hatte zwar noch eine Mega-Chance und vergab zudem einen Elfmeter, aber Spanien brachte den Auftaktsieg letztlich souverän über die Runden. Einen Gladbach-Bezug suchte man in diesem Match genauso vergeblich, wie beim abschließenden Duell am Samstag zwischen Italien und Albanien. 

Pragmatische Italiener lassen sich nicht verunsichern  

Am Abend in Dortmund war zunächst auffällig, dass die Italiener den Albanern auf den Rängen stimmungsmäßig unterlegen waren. Als die Südosteuropäer dann nach einem Einwurf-Geschenk der Italiener nach 22 Sekunden das schnellste Tor der EM-Geschichte erzielten, erbebte das Westfalenstadion. Doch der amtierende Europameister zeigte sich nur kurz beeindruckt, spielte stringent und konzentriert und drehte das Spiel in Windeseile durch Treffer von Bastoni (11.) und Barella (16.).

Das wilde und begeisternde Geschehen der Anfangsviertelstunde wurde dann zusehends zu einem eher kontrastarmen Spiel, bei dem die Italiener mit sehr viel Pragmatismus alles unter Kontrolle hielten. Sie versäumten es allerdings, den möglichen dritten Treffer zu erzielen, sodass die Albaner bis zum Schluss an einem Punkt schnuppern konnten. Doch am Ende setzte sich die Squadra Azzurra verdientermaßen mit 2:1 durch. Italien beeindruckte zwar deutlich weniger als Deutschland oder Spanien, zeigte aber, dass man sie immer auf der Rechnung haben muss. 

 

von Marc Basten

 

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