Das Remis gegen Leverkusen am vergangenen Samstag – und vor allem die dabei gezeigte Leistung – hat die aufkommende Panikstimmung in und um Mönchengladbach ein wenig beruhigt. Die Erkenntnis, dass die Mannschaft sehr wohl konkurrenzfähig sein kann und damit nicht automatisch wieder in einen Negativstrudel gesogen wird, stimmt zumindest etwas optimistisch. Dennoch hat sich an der Ausgangslage nicht viel geändert: Borussia ist immer noch bedenklich nah an den Abstiegsrängen.
Der anstehende Auswärtsdoppelpack in Frankfurt und Freiburg soll nun dazu genutzt werden, sich etwas mehr Luft zu verschaffen. »Es geht darum, den Weg weiterzugehen und Selbstvertrauen auszustrahlen«, sagte Sportchef Rouven Schröder am Donnerstag bei der Pressekonferenz. »Für den nächsten Schritt ist es ganz wichtig, dass wir eine gewisse Konstanz reinbekommen. Das kann man von der Mannschaft erwarten, und das Schöne ist, sie erwartet es von sich selbst auch.«
»Aggressiv in den Zweikämpfen sein und die Ausstrahlung haben, unbedingt etwas holen zu wollen«
In Frankfurt wartet auf die Borussia eine schwer einzuschätzende Mannschaft. Die Eintracht hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher, hat sich von Trainer Dino Toppmöller getrennt und mit Albert Riera einen neuen Coach verpflichtet, den Fußballdeutschland (noch) nicht kennt. Vieles erinnert an eine Wundertüte. »Sie wollen unbedingt ihr erstes Heimspiel mit dem neuen Trainer gewinnen und eine Duftmarke setzen«, warnt Schröder. »Aber wir haben gegen Leverkusen bewiesen, dass wir solch eine Leistung bringen können – und zwar länger als nur zehn, fünfzehn Minuten. Genauso müssen wir in Frankfurt auftreten: aggressiv in den Zweikämpfen sein und die Ausstrahlung haben, unbedingt etwas holen zu wollen.«
»Frankfurt ist gut, aber wir sind auch gut«, so Schröder. »Wir sind Borussia Mönchengladbach, die in Frankfurt gewinnen wollen.« Die Ansage des Sportchefs müssen Trainer Eugen Polanski und seine Mannschaft nun mit Leben füllen. »Frankfurt ist eine gute Mannschaft in einer schlechten Phase, und wir wollen natürlich, dass diese Phase nicht besser wird – dafür sind wir aber selbst zuständig«, sagte Polanski. Dabei kann der Coach nicht auf Kevin Diks zurückgreifen, der gegen Leverkusen die fünfte Gelbe Karte gesehen hat und gesperrt fehlt. Für Diks dürfte Kota Takai zum Einsatz kommen – auch wenn sich Polanski noch nicht festlegen wollte. »Ich weiß tatsächlich noch gar nicht hundertprozentig, wer es am Ende wird – aber ich habe schon jemanden im Kopf, und es wird eine sehr gute Alternative sein.«
Kapselriss im Fußgelenk bei Alejo Sarco
Weiterhin keine Alternative ist Gio Reyna, der wegen seiner muskulären Probleme ausfällt. Auf der Verletztenliste taucht zudem mit Alejo Sarco ein neuer Name auf. Der junge Argentinier hat sich am Mittwoch einen Kapselriss im Fußgelenk zugezogen. »Ich glaube nicht, dass es bei Alejo länger dauert«, gab sich Polanski optimistisch. »Wäre es am Montag oder Dienstag passiert, hätten wir wahrscheinlich noch eine Resthoffnung gehabt. So glaube ich, dass es relativ schnell nach Frankfurt wieder geht.«
Die Option mit Sarco als Konterstürmer entfällt damit. Bleibt die Frage, wie mit Hugo Bolin geplant wird. Der Schwede hinterließ gegen Leverkusen einen vielversprechenden Eindruck, und auch seine Performance im Training wird einhellig gelobt. »Ein großes Kompliment ans Scouting und an Rouven – wir haben da einen Spieler mit viel Qualität dazubekommen«, erklärte Polanski. Ob Bolin in der Startelf stehen wird, ist noch offen, da der Neuzugang noch nicht auf dem vollen Fitnesslevel ist: »Wir müssen abwägen, ob es besser ist, ihn von der Bank zu bringen, um Schwung reinzubringen, oder ob wir ihn mal starten lassen – in dem Wissen, dass es für 90 Minuten nicht reicht. In beiden Fällen wäre ich sehr zufrieden, wenn er die Qualität zeigt, die er im Training und gegen Leverkusen gezeigt hat.«
von Redaktion TORfabrik.de

