Die erste Runde im DFB-Pokal steht wieder an, und deutschlandweit wiederholt sich das altbekannte Muster: David gegen Goliath. Der Reiz besteht für viele darin, dass ein Erstligist bei einem unterklassigen Verein ins Straucheln gerät – es sei denn, man hält es selbst mit einem der Bundesligisten, die dann tagelang zur Zielscheibe des Spotts werden.
Dass den Gladbacher Anhängern dieses Schicksal in diesem Jahr droht, erscheint eher unwahrscheinlich. Zwar sollte man die eigenen Regeln des Pokalwettbewerbs und die Fallstricke des ersten Pflichtspiels nie gänzlich außer Acht lassen, doch mit dem TSV Schott Mainz haben die Fohlen erneut einen Gegner zugelost bekommen, der auf dem Papier klar zu bewältigen sein müsste. Der Klub aus der fünften Liga hat sich über den Sieg im Südwestpokal für die Hauptrunde qualifiziert und dürfte kein echter Stolperstein sein, wenn Borussia die Aufgabe halbwegs konzentriert angeht.
Auswärts, aber nicht wirklich fremd
Ausgetragen wird die Partie nicht im heimischen Otto-Schott-Sportzentrum, sondern in der MEWA Arena – der Spielstätte des Bundesligisten 1. FSV Mainz 05, in die der TSV Schott wegen der erwarteten Nachfrage umgezogen ist. Das Weiterkommen ist für die Borussia natürlich gesetzt, doch am Sonntag geht es für die Mannschaft von Eugen Polanski um mehr als nur das nackte Ergebnis.
»Wir sind klarer Favorit, diese Rolle nehmen wir an und sind uns dessen bewusst«, sagte Borussias Trainer am Freitag bei der Pressekonferenz. »Wir wollen das Spiel direkt sehr aktiv und offensiv gestalten – mit unserem Rhythmus, unseren Prinzipien und unserer Art, Fußball zu spielen.« Man will also von Beginn an keine Zweifel aufkommen lassen und möglichst frühzeitig für klare Verhältnisse sorgen.
Das letzte Jahr ist Warnung genug
So ähnlich hatte sich vor Jahresfrist auch Gerardo Seoane geäußert, bevor er mit seiner Mannschaft beim Fünftligisten Atlas Delmenhorst die Pflichtspielsaison eröffnete. Doch dort würgte sich Borussia zu einem knappen 3:2, was direkt die Tonalität des weiteren Saisonverlaufs bestimmen sollte. Vier Bundesligaspiele später wurde Seoane von Polanski abgelöst, der nun seinerseits den Fehlstart seines Vorgängers nicht wiederholen sollte.
Polanski sieht seine Mannschaft gut vorbereitet auf die Saison und auch auf die Aufgabe bei Schott Mainz. Hinsichtlich der Aufstellung hat der Trainer trotz der Ausfälle von Chiarodia, Uno, Konoplia und Castrop viele Alternativen. Mohya und Honorat, die zuletzt fehlten oder dosiert trainierten, stehen wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Im Vorfeld ließ Polanski nicht durchblicken, wie die Startelf aussehen wird, und auch hinsichtlich des Rückkehrers Ko Itakura blieb er vage. »Wir versuchen, ihn so schnell wie möglich in unsere Abläufe zu integrieren und ihm schnellstmöglich Spielminuten zu geben.« Ob das bereits am Sonntag der Fall sein wird, ließ Polanski offen.
10.000 Borussen in Mainz erwartet
Im Mainzer Stadion werden um die 10.000 Gladbach-Fans erwartet, was für eine andere Atmosphäre sorgen wird, als es ein Pokalspiel auf dem Platz eines unterklassigen Vereins böte. Damit wird der Pflichtspielcharakter dieser Partie unterstrichen, und das sollte dafür sorgen, dass die Borussen die Aufgabe wirklich mit aller Ernsthaftigkeit angehen. Die Fans erwarten, dass die angekündigte Art, wie Borussia Fußball spielen will, auch mit Leben gefüllt wird. Der Anfang kann und muss in Mainz gemacht werden.
von Redaktion TORfabrik.de

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