Kampfgeist und spielerische Qualität
Im Podcast “Der Sechzehner” betonte der ehemalige Borussen-Profi und -Trainer Lienen, Borussia könne in ihrer aktuellen Lage nicht einfach mit breiter Brust nach Stuttgart reisen und einen Champions-League-Teilnehmer dominieren. Entscheidend sei deshalb gewesen, wie die Mannschaft in die Partie gefunden habe. Er lobt den Einsatz in den Zweikämpfen ebenso wie die Art, wie Borussia den Ball habe laufen lassen. Im weiteren Verlauf habe Gladbach die Stuttgarter klar im Griff gehabt.
Borussia reißt Lienen mit
Eine Mannschaft erreiche ihn dann, erklärt Lienen, wenn sie leidenschaftlich und gut Fußball spiele. In den vergangenen Jahren habe ihm diese Verbindung bei vielen Gladbacher Spielen gefehlt. Wenn ein Team nicht funktioniere, nicht kämpfe und schlecht verteidige, könne er sich mit dessen Auftritt nicht identifizieren.
Diesmal sei das anders gewesen. Borussia habe ihn überzeugt, begeistert und mitgerissen. Er habe vor dem Fernseher mitgefiebert und sich gefragt, was da gerade passiere, zumal überwiegend Spieler auf dem Platz gestanden hätten, die auch zuvor schon dabei gewesen seien. Dabei verweist er auch auf die personellen Veränderungen und darauf, dass Sander inzwischen im Abwehrzentrum spiele.
Lob für Mohya, Kritik an der Chancenverwertung
Besonders angetan hat es Lienen Mohya, dessen Auftritt ihm viel Freude bereitet habe. Als Beispiel nennt er die Szene, in der sich Mohya durchsetzt und den Ball an die Latte schießt. Den anschließenden Kopfball von Bolin über das Tor sieht er kritisch: Aus seiner Sicht hätte Bolin die Situation einfacher lösen können. Insgesamt hätte Borussia nach Lienens Einschätzung höher gewinnen müssen.
Stuttgart mit Doppelbelastung
Einordnen will Lienen den Erfolg auch vor dem Hintergrund der Stuttgarter Champions-League-Partie gegen Atlético Madrid. Der VfB habe dort gut gespielt, aber eine ausgesprochen intensive Auseinandersetzung hinter sich gehabt und schon am Freitag wieder gegen Gladbach antreten müssen. Zudem verweist er auf Veränderungen in der Stuttgarter Startelf. Sein Lob für Borussia schmälert das jedoch nicht: Gladbach habe ihn trotz dieser Umstände klar überzeugt.
Taktisch sieht er beim VfB Probleme, weil dem zentralen Duo aus Karazor und Stiller aus seiner Sicht die Schnelligkeit fehle. Damit sei es schwierig, die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen.
Blessin, St. Pauli und der Fußballgott
Zum Schluss erinnert Lienen daran, dass Alexander Blessin bereits mit St. Pauli Auswärtssiege in Baden-Württemberg geholt habe, darunter in Stuttgart. Augenzwinkernd spekuliert er, ob der »Fußballgott« Blessin in dessen Heimatregion etwas zurückgebe. Eine sachliche Erklärung für den Gladbacher Erfolg sei das natürlich nicht, und Lienen sagt ausdrücklich, er hoffe, dass dies nicht der Grund sei. Sein Lob für Borussias Leistung bekräftigt er noch einmal.
von Redaktion TORfabrik.de

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