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Nicht tolerierbar: Chaoten überschreiten rote Linien

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"Fußballfans" aus Köln und Mönchengladbach beim Derby (Foto: Lars Baron - Getty Images)

Was sich als Fußballfans verkleidete Chaoten beim Derby in Köln auf den Rängen geleistet haben, überschreitet jede Grenze. Leuchtraketen und Böller als Waffen einzusetzen, ist nicht tolerierbar. Die Konsequenzen werden auch die »normalen« Fans zu spüren bekommen.

Das Derby in Köln-Müngersdorf war im Vorfeld als eine erste Bewährungsprobe für das neue Sicherheitskonzept in Nordrhein-Westfalen angekündigt worden, das das NRW-Innenministerium im Sommer gemeinsam mit den Profivereinen vereinbart hat. Demnach soll sich die Polizei am und im Stadion weniger offensiv zeigen und stattdessen die Sicherheitsdienste der Vereine dafür sorgen, dass die Ordnung gewahrt bleibt.

Dieses Konzept ist schon nach seiner Premiere krachend gescheitert, auch wenn Kölns Geschäftsführer Türoff das Gegenteil behauptete. In der 76. Minute musste die Partie unterbrochen werden, weil im und neben dem Gästeblock randaliert wurde. Getrennt waren die beiden Blöcke durch Plexiglasscheiben, die irgendwann zu Bruch gingen. Von Ordnungspersonal an solch einer sensiblen Stelle war nichts zu sehen, stattdessen gerieten vermummte Kölner Chaoten mit vermummten Gladbacher Chaoten aneinander.

Leuchtraketen als Waffen

Erschwerend kam hinzu, dass sich da nicht nur ein paar einfältige Kreaturen gegenseitig an den Kragen wollten, sondern aus dem Block heraus Böller und Leuchtraketen regelrecht als Waffen eingesetzt und in die unbeteiligten Zuschauerbereiche gefeuert wurden. Dabei ist es für eine Bewertung unerheblich, dass auch aus der Kölner Kurve Leuchtraketen in den Sitzplatzbereich auf der Geraden flogen – so etwas bedeutet Lebensgefahr für unbeteiligte Personen und ist mit nichts zu rechtfertigen oder kleinzureden.

Erst nach mehreren Minuten, in denen die Situation unkontrolliert zu eskalieren drohte, schritt die Polizei ein und beendete die Auseinandersetzung an der Schnittstelle zwischen den Blöcken. Danach konnte das Derby ungestört beendet werden, aber es bleibt ein ganz mieser Nachgeschmack, der nicht nur mit dem Resultat auf dem Platz zu tun hat.

Schande für den Verein

Es ist völlig unverständlich, warum es am Rand des Auswärtsblocks keine Pufferzone sowie eine verstärkte Präsenz des Ordnungsdienstes gegeben hat. So etwas gehört eigentlich in jedem Stadion zum Einmaleins – erst recht bei einem Derby. Das sind krasse Planungsfehler, die vor allem eins unterstreichen: Die Vereine sind als Veranstalter überfordert, für Sicherheit zu sorgen. Und genau das werden diejenigen mit Recht argumentieren, die ein hartes Durchgreifen der Polizei gegen Fußballfans fordern und gleichzeitig die Vereine für die immensen Kosten der Polizeieinsätze in Anspruch nehmen wollen.

Sämtliche ehrbaren Versuche, Fußballfans nicht kollektiv als kriminelle Chaoten zu behandeln, werden von einer kleinen Gruppe aus den vermeintlich eigenen Reihen untergraben. Die Folgen werden alle wirklichen Fans schmerzhaft treffen: Noch strengere Kontrollen, personalisierte Tickets und weitere kollektive Einschränkungen werden zwangsläufig kommen, da die Vereine als Veranstalter in der Haftung stehen. Und das alles, weil gewisse Leute den Fußball auf Kosten aller anderen missbrauchen. Das sind keine Fans, sondern eine Schande für den Verein und die echten Fans von Borussia Mönchengladbach.

 


von Marc Basten

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