Batz vs Nicolas

Die Torwartfrage muss gestellt werden

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Starker Rückhalt - Daniel Batz (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Beim ganzen Chaos zum Saisonauftakt in Mönchengladbach gab es auf einer Position nichts zu rütteln: Moritz Nicolas war Borussias unumstrittene Nummer 1 im Tor. Doch mittlerweile hat sich die Lage geändert, denn nun steht auch die Torhüterfrage im Raum.

Dass der Fußball ein extrem kurzlebiges Geschäft ist, zeigt sich immer wieder. Bei Borussia Mönchengladbach gab es bis vor kurzem nicht einmal im Ansatz eine Überlegung, auf der Position des Torhüters etwas zu verändern. Im Gegenteil: Moritz Nicolas saß nach seinen beständigen und guten Leistungen der Vorjahre fest im Sattel. Zweifel am 29-Jährigen gab es keine. Vielmehr wurde die Frage diskutiert, warum Borussias Keeper nicht endlich in den erweiterten Kreis der Nationalmannschaft berufen wird, nachdem er so zuverlässig sicher gehalten hat.

Auch Borussias katastrophaler Saisonstart hatte zunächst eher wenig mit Nicolas zu tun. Trotz vieler Gegentore war der Keeper weitgehend von der Verantwortung freizusprechen.

Erste Unsicherheiten bei Nicolas

Zuletzt häuften sich jedoch individuelle Fehler, vor allem aber ließ er die Ausstrahlung vermissen, die ihn im Vorjahr ausgezeichnet hat. Nicolas wirkte insgesamt verunsichert, sowohl in der Strafraumbeherrschung als auch mit dem Ball am Fuß. Dennoch wäre es wohl zu früh gewesen, eine Torwartdiskussion aufzumachen.

Da Nicolas sowohl im Pokalspiel gegen den KSC als auch im Bundesligaspiel gegen Paderborn aufgrund leichterer muskulärer Beschwerden nicht zur Verfügung stand und Daniel Batz seine ersten beiden Pflichtspiele für Borussia absolvierte, muss dieses Thema nun diskutiert werden.

Batz überzeugt genau dort, wo Nicolas schwächelt

Vor allem deshalb, weil Batz genau in den Disziplinen einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hat, bei denen Nicolas zuletzt schwächelte. Batz war reaktionsschnell auf der Linie, wirkte bei hohen Bällen sehr sicher und war vor allem in der Spieleröffnung mit sauberen und scharfen Pässen ein Faktor. Der 35-Jährige hinterließ insgesamt einen souveränen Eindruck, der Nicolas zuletzt deutlich abgegangen war.

Auch wenn es bei Borussia im Moment auf vielen Ebenen genügend Probleme gibt und weitere Baustellen eigentlich vermieden werden sollten, stellt sich dennoch die Frage, ob Daniel Batz nicht auch in den kommenden Partien zwischen den Pfosten stehen sollte, selbst wenn Nicolas wieder spielfit ist.

Leistungsprinzip contra Vorfestlegung

Trainer Alexander Blessin hatte sich bereits im Vorfeld festgelegt, dass Nicolas die Nummer eins ist und bleibt. Allerdings wird auch Blessin das Leistungsprinzip nicht aushebeln. Der Trainer wird festgestellt haben, dass Batz der Hintermannschaft guttut – und von daher dürfte das Thema nicht vom Tisch sein.

Am Samstag verwies Blessin auf den noch ungeklärten Fitnesszustand von Nicolas und wies alle weiteren Überlegungen als hypothetisch von sich. Gespannt darf man dennoch sein, wer am Freitag in Hamburg im Tor steht. Daniel Batz hat mit seinen beiden Einsätzen den Konkurrenzkampf eröffnet.

 

von Marc Basten

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