Als der ehemalige Sportdirektor Roland Virkus im letzten Sommer stolz die Verpflichtung von Giovanni Reyna verkündete, wunderte er sich über die öffentliche Zurückhaltung, die sein vermeintlicher Coup auslöste. Virkus ging davon aus, er habe einen Riesenspieler für einen vergleichsweise günstigen Preis aus Dortmund geholt, aber die Skepsis war groß. Warum sollte Reyna, der jahrelang in Dortmund gesundheitliche Probleme hatte, allein durch einen Vereinswechsel wieder auf die Beine kommen?
Es stellte sich schnell heraus, dass die Bedenken berechtigt waren. Virkus hatte nach Machino mit Reyna einen weiteren Spieler für sehr viel Geld geholt, der nicht mal im Ansatz funktionierte. Reyna blieb auch in Gladbach latent verletzungsanfällig und spielte keine Rolle. Auch nach dem Tausch der sportlichen Leitung blieb Reyna aus diversen Gründen nur eine Randfigur. Dass er dennoch für die WM im eigenen Land nominiert wurde, kam überraschend. Aber auch beim WM-Turnier blieb Reyna trotz eines schönen Tores in der zweiten Reihe.
Dass man das Missverständnis mit Reyna in Gladbach gerne beenden möchte, ist kein Geheimnis. Daher haben die Borussen den 23-Jährigen für Verhandlungen mit anderen Klubs freigestellt und nicht mit ins Trainingslager an den Tegernsee genommen. Sky hatte zuletzt berichtet, dass der französische Erstligist RC Straßburg starkes Interesse bekundet hätte. Hinsichtlich der dringend notwendigen Kaderverkleinerung wäre ein zügiger Verkauf von Gio Reyna zu begrüßen. Ob Borussia den finanziellen Verlust in Grenzen halten kann, ist allerdings fraglich. Rund 4 Millionen Euro haben die Gladbacher vor Jahresfrist an den BVB gezahlt.
von Redaktion TORfabrik.de

Zurück