Natürlich stand Rocco Reitz am Samstag im Fokus. Sein erstes Spiel für seinen neuen Klub und dazu noch gegen seinen Heimatverein – das war eine der Topstorys rund um das Spiel in Leipzig. Überraschend stand Reitz sogar in der Startelf, nachdem er aufgrund der Folgen des Infekts, wegen dessen er seine letzte Partie als Gladbacher verpasste, keine komplette Vorbereitung absolvieren konnte.
Eine krasse Punktlandung
Reitz sprach anschließend in der Mixed-Zone davon, dass es »eine krasse Punktlandung« gewesen sei, rechtzeitig zum Aufeinandertreffen mit Borussia fit genug geworden zu sein, um von Beginn an zu spielen. »Es war ein besonderes Spiel und dir geht natürlich schon viel durch den Kopf«, sagte der 24-Jährige. Unter dem Strich habe er es aber ganz gut ausblenden können, erklärte Reitz.
Borussias Fans im Stadion hatten darauf verzichtet, auf Reitz mit Spruchbändern oder ähnlichen visuellen Aktionen zu reagieren. Allerdings wurde er gnadenlos ausgepfiffen, und seine Aktionen wurden von diversen Unmutsäußerungen begleitet. Die wurden selbstredend nicht weniger, als ausgerechnet Reitz in der 66. Minute traf und die Partie damit endgültig entschied.
Zurückhaltender Torjubel
Reitz hatte das Tor selbst eingeleitet, indem er die Schlafmützigkeit seines Ex-Kollegen Sander antizipierte und dessen komplett verunglückten Fehlpass provozierte. Dann startete er durch, wurde von Nkunku angespielt und vollendete durch die Beine von Nicolas. Reitz hob die Arme als eine Art Entschuldigung, streckte aber auch kurz jubelnd die Zunge heraus. »Aus Respekt vor meiner ganzen Zeit bei Borussia habe ich versucht, meine Emotionen zurückzunehmen«, sagte Reitz.
Die Gladbacher hatten derweil genug an der Niederlage zu knabbern und wollten das Thema Rocco Reitz nicht weiter bedienen. Eugen Polanski erklärte, er habe keinen Kontakt zu Reitz gehabt, und Rouven Schröder sagte: »Ich habe kurz mit ihm gesprochen und wie üblich unter Sportlern zum Sieg gratuliert. Klar polarisiert solch ein Tor. Aber was soll er machen? Soll er vorbeischießen?«
von Redaktion TORfabrik.de

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