Der VfB reist als Tabellenvierter an und hat sich mit 33 Punkten aus 18 Spielen klar in den Champions-League-Rängen festgesetzt. Der Start ins Jahr 2026 verlief insgesamt solide, auch wenn nicht alles reibungslos lief. In der Bundesliga gab es zuletzt ein 1:1 gegen Union Berlin, nachdem zuvor wichtige Siege gegen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen gelungen waren. Unter der Woche stand zudem ein Europa-League-Spiel bei der AS Rom an, das mit einer 0:2-Niederlage endete. International ist der Druck damit gestiegen, national bleibt Stuttgart aber voll im Soll.
Kontrolliert und zielstrebig
Unter Trainer Sebastian Hoeneß präsentiert sich Stuttgart als klar strukturiertes und sehr stabiles Team. Die Schwaben agieren überwiegend aus einer 4-2-3-1-Grundordnung, die auf Kontrolle im Zentrum und klar verteilte Rollen ausgelegt ist. Die Doppelsechs sorgt für Balance und Absicherung, davor agiert eine bewegliche Offensivreihe. Stuttgart setzt weniger auf dauerhaften Ballbesitz, sondern auf kontrollierte Phasen, in denen das Tempo gezielt erhöht wird. Besonders über die Flügel entsteht regelmäßig Dynamik.
Gegen den Ball zeigt sich der VfB kompakt und diszipliniert. Das Pressing ist situativ, die Abstände zwischen den Linien bleiben eng. Stuttgart verschiebt geschlossen, schließt Passwege ins Zentrum und versucht, Ballgewinne in klar definierten Zonen zu erzwingen. Aus diesen Momenten heraus wird schnell umgeschaltet, ohne die defensive Ordnung zu verlieren. Diese Mischung aus Kontrolle und Zielstrebigkeit ist ein zentraler Grund für die Konstanz der Schwaben.
Hoeneß muss dosieren
Personell ist Stuttgart insgesamt gut aufgestellt, auch wenn die englische Woche eine zusätzliche Belastung darstellte. Größere Ausfälle blieben zuletzt aus, kleinere Rotationen sind dennoch möglich. Die meisten Stammkräfte stehen zur Verfügung, sodass Hoeneß aus einem breiten Kern schöpfen kann, ohne die Grundstruktur zu verändern. Gerade im offensiven Mittelfeld verfügt der VfB über mehrere Optionen, um flexibel auf Spielverlauf und Belastung zu reagieren.
Das Spiel des VfB wird von einer klaren Achse getragen. Deniz Undav ist im Sturm der Fixpunkt und sorgt mit Abschlussstärke und Spielintelligenz konstant für Gefahr. Auf den Flügeln bringen Jamie Leweling und Chris Führich Tempo und Tiefe ins Spiel. Im Zentrum lenkt Angelo Stiller mit Übersicht, Passsicherheit und taktischer Disziplin das Geschehen. Diese Kombination aus Struktur und individueller Qualität macht Stuttgart derzeit schwer zu verteidigen.
Voraussichtliche Aufstellung VfB Stuttgart
Nübel – Assignon, Jeltsch, Chabot, Mittelstädt – Karazor, Stiller – Leweling, Nartey, Führich – Undav
von Niklas Kirchhofer

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