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Gegneranalyse | Forechecking: SV Werder Bremen

von Gegneranalyse

Florian Kohfeldt verlor mit Werder die letzten Bundesligaspiele (Foto: Selim Sudheimer / Bongarts / Getty Images)

Bevor die Bundesliga in der kommenden Woche pausiert und die Länderspielpause ansteht, muss die Fohlenelf am 11. Spieltag zum Auswärtsspiel nach Bremen. Nach einem fulminanten Bundesligastart gab es für Werder in den letzten beiden Spielen einen Dämpfer.

Noch vor zwei Wochen sprachen viele Experten über die Mannschaft der Stunde aus Bremen. Das Fußballgeschäft ist schnelllebig und nach zwei Niederlagen gegen Leverkusen und Mainz ist das Team von Trainer Florian Kohfeldt in der Tabelle ein paar Plätze abgerutscht. Kein großes Drama an der Weser, denkt man an die letzten Jahre zurück, in denen es sportlich gesehen nicht immer rosig lief.

Kohfeldt und seine Mannschaft haben es geschafft, Bremen in ruhiges Fahrwasser zu steuern. Nach zehn Spieltagen stehen fünf Siege, zwei Remis und drei Niederlagen auf dem Konto der Norddeutschen. Das Ergebnis ist Platz sechs in der Tabelle.

Vor den beiden Niederlagen rangierte Bremen noch ganz oben mit und konkurrierte im direkten Duell mit dem BVB sowie der Borussia aus Mönchengladbach. Gerade die Niederlage im Heimspiel gegen Leverkusen (2:6) war vom Resultat her sicherlich viel zu hoch, doch in diesem Spiel zeigten die Bremer große Defizite in der Defensive sowie im Spielaufbau.

Insbesondere das Aufbauspiel funktionierte auch bei der Niederlage in Mainz nicht. Dazu wirkten die Bremer sehr zurückhaltend und eher passiv. Der negative Trend bei Werder ist nur schwer zu begründen. Natürlich tat die Niederlage gegen Leverkusen weh, doch sollte dies eine Mannschaft nicht komplett aus dem Konzept bringen.

Bremen spielt taktisch flexibel und zeitweise auch mit der guten alten Raute

Das Konzept von Florian Kohfeldt ist zumeist ein 4-3-3 System. Wobei dies auch schon mal ein 4-1-4-1 sein kann oder aber in alter Tradition eine Rautenformation im Mittelfeld gespielt wird. Sowohl im 4-3-3 als auch mit Raute war in den letzten beiden Partien vor allem die sehr defensive Rolle von den offensiven Außenspielern zu bemerken. Hinzu kommt, dass das gute Bremer Umschaltspiel zuletzt etwas hakte.

Personell gibt es bei Werder gar nicht so viel zu nennen. Kohfeldt hat sein Team nur punktuell verstärkt und das mit erfahrenen und altbekannten Spielern in Bremen. Das ist auf der einen Seite Martin Harnik und auf der anderen Claudio Pizarro. Der Peruaner ist inzwischen 40 Jahre alt, aber seinen Torinstinkt hat er noch nicht eingebüßt. Das Tempo ist für den Stürmer nicht immer zu halten, genauso wie 90 Minuten auch nicht mehr drin sind. Wo das Tor steht, weiß Pizarro aber immer noch.

Im Mittelfeld stechen bisher zwei Spieler hervor. Davy Klaassen kam vom FC Everton und bringt internationale Erfahrung mit. Die zeigte der Niederländer auch in der aktuellen Saison schon und steuerte sowohl Tore als auch Vorlagen bei. Und dann ist da noch Maximilian Eggestein. Das Bremer Eigengewächs spielt seit 2011 an der Weser. In diesem Jahr scheint ihm nun der absolute Durchbruch zu gelingen. Eggestein ist der Aktivposten und Strippenzieher im Bremer Mittelfeld. In Bremen wartet man eigentlich nur noch auf einen Anruf von Jogi Löw für die Nominierung zur Nationalelf.

Werder hat Probleme mit tiefstehenden Gegnern

Doch auch Eggestein, Klaassen oder Pizarro konnten in den letzten beiden Spielen nichts gegen eine Niederlage ausrichten. Vor allem in Mainz war zu erkennen, dass die Bremer so ihre Schwierigkeiten haben, wenn sie gegen Mannschaften spielen, die sehr tief stehen und auf Konter lauern. Das war ebenfalls im Spiel gegen Leverkusen festzustellen, als sich die Leverkusener oftmals tief zurückzogen und dann im richtigen Moment den Angriff einleiteten.

Das Problem ist am Niederrhein ebenfalls bekannt. Daher wird es mit Spannung zu sehen sein, wie das Aufeinandertreffen der beiden Teams aussehen wird, die eigentlich selber aktiv das Spiel gestalten wollen. Die letzten zwei Duelle im Weserstadion entschied die Borussia für sich. Folgt Samstag der dritte Streich?

Voraussichtliche Aufstellung SV Werder Bremen:

Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Bargfrede - M. Eggestein, Klaassen - M. Kruse - Harnik, J. Eggestein


von Niklas Kirchhofer

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