Borussias Trainer Eugen Polanski nahm gegenüber dem Remis in Hamburg drei Veränderungen in der Startelf vor: Für Diks (Kopfverletzung, nicht im Kader), Netz und Engelhardt (beide Bank) begannen Takai, Ullrich und Machino. Im Aufgebot fehlten zudem Reyna (muskuläre Probleme) und Castrop (erkrankt).
Die Borussen versuchten sich in einem 4‑2‑3‑1, was zumindest in der Anfangsphase auch ganz vernünftig aussah. Beide Mannschaften näherten sich dem Match vorsichtig mit verteilten Spielanteilen. In der 12. Minute hätte das Ganze dann eine neue Richtung nehmen können, als Schiedsrichter Storks auf den Elfmeterpunkt zeigte. Franck Honorat hatte den Ball im gegnerischen Strafraum aus kurzer Distanz an die Hand von Jamie Leweling geflankt, und so durfte Tabaković zum Strafstoß antreten. Doch VfB‑Keeper Alexander Nübel ahnte die Ecke und wehrte den halbhoch geschossenen Ball ab.
Stuttgart übernimmt das Kommando
In der Folgezeit wurde der VfB Stück für Stück dominanter. Die Borussen hatten große Mühe im Spielaufbau. Lange Bälle auf Tabaković wurden ausnahmslos Beute der Stuttgarter Abwehrspieler, und die Versuche, sich nach vorne zu kombinieren, scheiterten schon im Ansatz. In der Phase, als die Gäste immer mehr Zweikämpfe gewannen und die Gladbacher Hilflosigkeit offensichtlich wurde, fiel der Führungstreffer des VfB. Nartey flankte von der linken Seite des VfB in den Fünfmeterraum, wo Scally per Brust klären wollte, aber für Leweling auflegte. Der setzte sich gegen Sander durch und traf aus sechs Metern zum 0:1 (31.).
Es war die erste klare Torchance des VfB, aber die Führung war durchaus verdient. Die Borussen brachten bis auf einen harmlosen Distanzschuss von Neuhaus offensiv nichts zustande; auch die Gäste zündeten alles andere als ein Feuerwerk. So war es eine zähe Partie, in der die Stuttgarter aber nie die Kontrolle verloren. Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Der VfB drängte nun etwas nachhaltiger auf den zweiten Treffer, während die Borussen immer hilfloser agierten. Fußballerisch war es nicht bundesligatauglich was die Gladbacher auf den Platz brachten.
Die Entscheidung fällt
Der nächste Stuttgarter Treffer war nur noch eine Frage der Zeit. In der 66. Minute reagierte Moritz Nicolas noch stark bei einem Kopfball von Nartey, doch eine Minute später wurde er zum zweiten Mal an diesem Nachmittag überwunden. Eine Ecke von Führich wurde am Fünfmeterraum von Scally mit dem Rücken so unglücklich abgefälscht, dass der Ball im langen Eck landete (67.). Damit war die Entscheidung praktisch gefallen. Der VfB hatte alles unter Kontrolle, ohne an seine Grenzen zu gehen, und die Borussen waren schlichtweg nicht in der Lage, daran etwas zu ändern.
Neuzugang Sarco gab noch sein Debüt, doch das sollte eine Randnotiz bleiben. Eine gute Viertelstunde vor Schluss stand dann auch das Endergebnis fest. Mittelstädt fing einen Fehlpass von Sander ab und bediente Stiller. Der passte auf Undav, der sich mit dem Rücken zum Tor drehte und von der Strafraumgrenze flach zum 0:3 ins linke untere Eck schoss – Nicolas sah dabei nicht gut aus (74.). Im sich rasch leerenden Borussia‑Park wurde der Rest der Partie nur noch abgewickelt. Borussia hatte in der 87. Minute den ersten Eckball, blieb aber mit Ausnahme des verschossenen Elfmeters ohne eine klare Torchance. Ein pragmatischer und effektiver VfB sicherte sich somit verdiente drei Punkte gegen harmlose Gladbacher.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Nicolas - Scally, Takai, Elvedi, Ullrich (86. Chiaradio)- Sander (86. Engelhardt), Neuhaus (75. Stöger) – Honorat (65. Mohya), Reitz (65. Sarco), Machino - Tabaković,
weiter im Kader: Omlin (ETW), Friedrich, Netz, Ranos
VfB Stuttgart: Nübel - Vagnoman, Jeltsch, Chabot, Hendriks (73. Mittelstädt)- Karazor, Stiller (79. Chema), Bouanani, Nartey, Leweling (60. Führich) - Demirovic (60. Undav)
Tore: 0:1 Leweling (31.), 0:2 Scally (67./ET), 0:3 Undav (74.)
Bes. Vorkommnisse: Tabaković scheitert mit Handelfmeter an Nübel (12.)
Gelbe Karten: Ullrich - Karazor
Schiedsrichter: Sören Storks
Zuschauer: 48.844
von Marc Basten

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