Ibrahima Traoré

Zu kurz gekommen

von von Marc Basten und Nadine Basten
Ibrahima Traoré fiel lange aus (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Ibrahima Traoré fiel lange aus (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Nach starkem Start war es für Ibrahima Traoré eine verkorkste Saison. Der Flügelflitzer konnte nur in 21 von 51 Pflichtspielen mitwirken, weil ihn eine schwere Verletzung außer Gefecht setzte. Mit ihm fehlte Borussia das gewisse Etwas.

Eigentlich begann die Spielzeit für Ibo Traoré ideal. In der Vorbereitung hinterließ er einen bärenstarken Eindruck und war in den ersten Partien auf der rechten Seite gesetzt. Mit seinen nützlichen Tricks überzeugte er in Bern, auch gegen Leverkusen und Bremen wirbelte er.

Zu bemängeln war lediglich, dass der letzte Pass bzw. der Abschluss mehrfach nicht passte. Mit super Aktionen brachte er sich oft in Position, doch im entscheidenden Moment ging die Übersicht verloren. Diese fehlende Effizienz blieb auch in den folgenden Wochen das Manko. Mit großem Elan forcierte er eine Menge, doch letztlich sprang (zu) wenig dabei heraus.

Dennoch war der Wirbelwind wegen seiner Unberechenbarkeit der Trumpf im Gladbacher Offensivspiel und bekam folgerichtig seine Einsatzzeiten. Bis ihn Mitte Oktober eine Oberschenkelverletzung stoppte. Die hohe Belastung durch die vielen Sprints in den englischen Wochen forderte ihren Preis. Fünf Pflichtspiele verpasste Traoré, ehe er Mitte November im Derby gegen Köln sein Comeback gab. Er lieferte eine knackige erste Halbzeit ab und stellte die FC-Verteidiger mit seinen Hochgeschwindigkeitsaktionen immer wieder vor Probleme. Er bereitete den Führungstreffer von Stindl vor und zirkelte einen Freistoß an die Latte.

Diagnose Sehnenriss war ein Tieffschlag

Das Derby hatte bekanntlich kein Happy-End und auch für Traoré wurde es vier Tage später richtig bitter. Im vorläufig letzten Champions-League-Spiel im Borussia-Park gegen Manchester City musste er verletzt ausgewechselt werden. Die Diagnose war ein Tiefschlag: Sehnenriss im Leistenbereich.

Für Ibo Traoré war damit nicht nur die Hinrunde gelaufen, sondern auch ein Großteil der zweiten Saisonhälfte unter dem neuen Trainer Dieter Hecking. Über vier Monate tauchte er Woche für Woche auf der ohnehin schon langen Ausfallliste der Borussia auf. 22 Pflichtspiele verpasste der guineische Nationalspieler.

Nachdem er Anfang April in der zweiten Mannschaft eine knappe Stunde Regionalligaluft schnupperte, gab er wenige Tage später beim Heimspiel gegen Hertha BSC sein Kurzcomeback. Drei Tage später im Derby gegen Köln wurde er für den verletzten Raffael eingewechselt und erzielte mit seiner ›Schuss-Flanke‹ das zwischenzeitliche 2:1 für Borussia. Es sollte der einzige Treffer für Traoré in dieser Saison bleiben.

Vertragsverlängerung als deutliches Signal

Am 15. April, sechs Tage vor seinem 29. Geburtstag, gab er in Sinsheim beim wilden 3:5 sein Startelfcomeback. In den nächsten beiden Partien gegen Dortmund und Frankfurt (Pokalhalbfinale) wirkte er ebenfalls von Beginn an mit. Trotz allem Bemühen war ihm die lange Ausfallzeit anzumerken, was sich auch an den letzten Spieltagen nicht groß änderte.

So war es unter dem Strich eine verkorkste Saison für Ibrahima Traoré. Durch seinen langen Ausfall fehlte der Mannschaft über weite Strecken das gewisse Etwas. Traoré ist mit seinen Einzelaktionen immer für eine Überraschung gut und mit ihm ist das Gladbacher Angriffsspiel viel schwieriger auszurechen. Mit Blick auf die neue Saison ist es daher wichtig, dass Traoré richtig fit wird und bleibt. Borussia braucht Ibo Traoré und er sieht das ebenso. Die vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2021 ist ein deutliches Signal, dass beide gemeinsam noch etwas vorhaben.

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