Granit Xhaka auf dem Weg zum Weltstar

Xhaka ist bereit

von von Marc Basten
Der Kapitän geht (Foto: Christof Stache / AFP / Getty Images)

Der Kapitän geht (Foto: Christof Stache / AFP / Getty Images)

Über Granit Xhaka ist in den letzten Tagen und Wochen eigentlich genug geschrieben worden. Dennoch nehmen wir uns nochmal Borussias Ex-Kapitän an, der in der abgelaufenen Saison einen weiteren großen Schritt in seiner Entwicklung genommen hat.

Auch in diesem Jahr wird unsere Serie während der Sommerpause die Überschrift ›Bereit für die Champions League?‹ tragen. Wir geben dabei eine Einschätzung über die einzelnen Borussenprofis ab, ob sie den Aufgabenstellungen der nächsten Saison gewachsen sein werden.

Für die Prognose, wie sich Granit Xhaka künftig schlagen wird, sind wir nicht mehr zuständig. Daher blicken wir nochmal zurück auf den Juni letzten Jahres, als Xhaka im Artikel ›Ein Riesenschritt‹ beleuchtet wurde.

Die Entwicklung des Schweizers war bereits in der Saison 14/15 unverkennbar: Taktische Disziplin und der mannschaftliche Erfolg standen über dem eigenen Drang, glänzen zu müssen. Mit dem einfacheren und schnörkellosen Spiel wurden seine strategischen Fähigkeiten offensichtlich. Als ›Passmaschine‹ befeuerte er Borussias Ballzirkulation, mit wunderbaren Verlagerungen bestimmte er den Rhythmus. Defensiv arbeitete er (zumeist) sauber und mit enormem läuferischem Aufwand.

Weiter heißt es: Undiszipliniertheiten und Leichtsinnsfehler, in der Vergangenheit noch häufig zu sehen, konnte Xhaka deutlich reduzieren, aber nicht ganz abstellen.

Erwähnung findet ein Thema, das sich in der letzten Hinserie als durchaus relevant erweisen sollte: Zudem haben sich die Gegner mittlerweile darauf eingestellt, dass Xhaka relativ leicht zu reizen und zu provozieren ist. Die entsprechenden Vorfälle aus den Heimspielen gegen Ingolstadt und Darmstadt dürften allen noch gegenwärtig sein.

Unsere Prognose lautete seinerzeit: Im Hinblick auf die anspruchsvollen Aufgaben in der nächsten Saison ist es notwendig, dass Xhaka die Besonnenheit ausstrahlt, die er über weite Strecken der Hinrunde an den Tag legte. Gepaart mit der fußballerischen Klasse und der Leidenschaft, die er über das ganze Jahr zeigte, wird er zu einem eminent wichtigen Faktor in Borussias erster Champions-League-Saison.

Rückblickend bleibt festzuhalten, dass Xhaka den Ansprüchen gerecht geworden ist. Außer den erwähnten Aussetzern im Verlauf der Hinrunde überzeugte er und wuchs sichtbar an der Kapitänsrolle. Wirklich bemerkenswert ist der Reifeprozess, den er in seinem letzten halben Jahr in Mönchengladbach vollzogen hat. Dass er die Rückrunde mit nur einer Gelben Karte über die Runden brachte und sich in kritischen Situationen stets im Griff hatte, spricht für seine Weiterentwicklung.

Betrachtet man die letzten Jahre, so ist es nur folgerichtig, dass jetzt der nächste Karriereschritt ansteht und er Borussia verlässt. Granit Xhaka hat sich zu einem herausragenden Spieler entwickelt und ist nun bereit für die nächste Herausforderung.

In seinem Gepäck, das er aus den vier Jahren Mönchengladbach mit nach London nimmt, ist das Rüstzeug, bei Arsenal zum Weltstar zu werden. Zuzutrauen ist es Xhaka. Garantieren kann man es allerdings nicht, schließlich ist er trotz allem noch ein junger Spieler. Wenn er jetzt schon davon spricht, sich auf England zu freuen, weil die Schiedsrichter da nicht so kleinlich sind wie in der Bundesliga, sollten sie in London hellhörig werden. Doch dafür ist ab jetzt Arsène Wenger zuständig.

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