Nichts zu holen gegen Messi & Co.

»Wir waren zu ehrfürchtig«

Created by von Marc Basten und Jan van Leeuwen
Messi war nicht zu halten (Foto: Llius Gene / AFP / Getty Images)

Messi war nicht zu halten (Foto: Llius Gene / AFP / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach beendet das Kapitel Champions League mit einer klaren Niederlage in Barcelona. Die war zwar allgemein erwartet worden, dennoch hätte man sich lieber anders aus der Königsklasse verabschiedet.

»Wir können aus solchen Spielen nur lernen«, sagte André Schubert am Dienstagabend in den Katakomben des Nou Camp. »Die Jungs haben heute gesehen, was Weltklasse ist«. Tatsächlich war es nicht für die Gladbacher Spieler, sondern auch für die riesige Anzahl an Borussenfans ein besonderes Erlebnis, einen Lionel Messi live wirbeln zu sehen. »Den kannst du nicht verteidigen«, sagte Schubert.

Versucht hat es der Coach, indem er seine Mannschaft sehr defensiv ausgerichtet hatte. »Wir haben mit vier Innenverteidigern möglichst auf Strafraumbreite gespielt. Durch das Positionsspiel des Gegners haben sich unsere Außenverteidiger relativ tief ziehen lassen, dadurch sah es teilweise wie eine Sechserkette aus«. Die letzte Reihe sah Schubert jedoch nicht als das Problem an. »Die Spieler davor sind auch zu tief geworden. Wir waren zu ehrfürchtig, hatten zuviel Respekt und uns insgesamt zu weit zurückgezogen. Wenn sie dann mit ihrer Qualität in hohem Tempo anlaufen, ist es schwer«.

Messi stellte mit seinem Treffer früh die Weichen und im weiteren Verlauf der Partie hatten die Borussen nicht den Hauch einer Chance. »Wir haben zuhause gesehen, wie man es spielen kann«, so Schubert. »Da standen wir auch tief, haben aber viel aggressiver gegen den Ball gearbeitet. Alle können sich erinnern, wie entnervt Neymar schon war, weil wir so giftig dran waren. Das haben wir heute nicht gemacht«.

»Barcelona hatte uns über 90 Minuten total im Griff«, gab Christoph Kramer zu. »Wir haben uns sehr tief reindrängen lassen und dann kommt man in einen Teufelskreis«. Daraus gab es im Camp Nou kein Entrinnen. »Schön war das nicht«, musste Kramer einräumen.

Der Weltmeister kam genauso wie Raffael und Johnson erst im Verlauf der zweiten Halbzeit zum Einsatz. Das war, wie der Trainer bestätigte, vor allem mit Hinblick auf die Partie gegen Mainz am Sonntag so vorgesehen. Die angespannte Lage in der Liga überlagerte auch das Spiel Barcelona. »Dass du hier mal im Schleudergang bist, kann niemanden überraschen«, sagte Max Eberl. »Es ist schade, dass die Jungs nicht das gezeigt haben, was sie können. Aber jetzt gilt es auch einen Haken dran zu machen. Es kommen drei Spiele, die für mich deutlich wichtiger sind als das heute«.

»Wir hätten es gerne besser gemacht, aber hier haben schon andere Mannschaften versucht, Fußball zu spielen und haben richtig einen auf die Nase bekommen. Das Erlebnis Barcelona haben wir gehabt. Einige werden sich ärgern, die werden nicht mehr hierherkommen und können es nicht mehr besser machen, aber das ist auch egal. Es geht jetzt nur um die Bundesliga. Wir haben dort eine beschissene Situation«.

»Wir schütteln uns und machen weiter«, sagte Yann Sommer. »Die Bundesliga schenkt einem nichts, das haben wir gemerkt«. »Mainz wird ein ganz anderes Spiel, das hat mit dem heute nichts zu tun«, ergänzte Christoph Kramer. »Wir müssen geduldig sein, aber auch zwingend spielen und zeigen, wer Herr im Hause ist«. So wie es Messi & Co am Dienstagabend im Camp Nou vorgemacht haben.

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