Borussia empfängt Bayern München

»Wir sind nicht naiv«

Created by von Marc Basten und Jan van Leeuwen
André Schubert ist optimistisch (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

André Schubert ist optimistisch (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Schafft es Borussia Mönchengladbach, dem schier übermächtigen FC Bayern ein Bein zu stellen? Fußballdeutschland blickt gespannt in Richtung Niederrhein, wo am Samstag (15.30 Uhr) das ewig junge Duell steigt. Borussias Trainer André Schubert geht sein erstes Aufeinandertreffen mit dem Rekordmeister gelassen an.

Rund vierzig Jahre ist es her, da dominierten Borussia Mönchengladbach und Bayern München die Bundesliga. Seitdem ist viel passiert, doch noch immer ist dieses Traditionsduell ein ganz besonderes Spiel. Vor allem, seitdem sich die Gladbacher dazu angeschickt haben, so etwas wie der Angstgegner der übermächtigen Bayern zu werden.

Der Rekordmeister zieht auch in diesem Jahr einsam seine Kreise und spielt in der Liga quasi außer Konkurrenz. Die Dominanz der Münchener ist ermüdend und quälend zugleich, die Sehnsucht nach einem Dämpfer für die Bayern steigert sich in Fußballdeutschland mit jedem Rekord, den die Guardiola-Truppe Woche für Woche bricht.

Die Hoffnung ruht nun auf Borussia Mönchengladbach. Entsprechend groß ist das Interesse in diesen Tagen, am Donnerstag war der Presseraum im Borussia-Park außergewöhnlich gut besucht. Alle blicken hoffnungsvoll in Richtung Gladbach: Können die Fohlen den Bayern (wieder) ein Bein stellen?

Borussias Trainer André Schubert weiß, was da aus dem Süden der Republik auf seine Jungs zukommt. »Das ist die wahrscheinlich beste Mannschaft der Welt«, sagt der 44-Jährige. »Sie haben eine Super-Truppe, gar keine Frage. Bayern ist so gut aufgestellt wie nie zuvor«.

»Aber wir haben auch unsere Stärken und wissen, was wir können«, sagt Schubert. Dass es eine große Herausforderung wird, ist klar: »Technisch, taktisch und läuferisch müssen alle am absoluten Limit spielen. Wir müssen schon einen sehr, sehr guten Tag erwischen, um die Bayern zu ärgern«.

Sicher ist, dass Schubert keinen Beton anrühren lassen wird. Eine totale Defensivtaktik, mit der Eintracht Frankfurt bislang als einziges Team den Bayern einen Punkt klauen konnte, wird es nicht geben. »Wir wollen zuhause auch das einbringen, was uns offensiv ausmacht, ohne ins offene Messer zu laufen. Wir sind nicht naiv, wollen uns aber auch nicht einigeln«.

Die Vorbereitung läuft, so betont Schubert, ganz so »wie zu jedem anderen Spiel«. Nur die Begleiterscheinungen sind etwas anders. »Das Showgeplänkel um das Spiel herum ist größer«. »Aber das, was vorher gesagt wird, ist nicht unser Thema«, so Schubert weiter. »Wir arbeiten wie immer sehr konzentriert und versuchen gemeinsam einen Plan zu entwickeln. Möglichst defensiv gut stehen, andererseits aber selbst Torchancen kreieren - das ist die Aufgabe«.

Details zu den Planungen will Schubert selbstredend »nicht verraten«. Klar ist zumindest, dass sich personell kaum etwas zum letzten Wochenende ändern wird. Bei Ibrahima Traoré besteht eine kleine Chance, dass er doch noch rechtzeitig dabei sein kann. »Aber eher nicht«, schränkt Schubert ein.

Von daher spricht viel dafür, dass der Trainer seine Startelf unverändert lassen wird. Große Sprüche oder Kampfansagen in Richtung der Bayern gibt es aus Gladbach keine. Lediglich die Ankündigung von Schubert: »Wir werden alles geben«. Was vielleicht reicht, um die Sehnsucht von Fußballdeutschland zu befriedigen.

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