Nachdreher aus Frankfurt

»Wir nehmen den einen Punkt gerne mit«

von Nachdreher aus Frankfurt

Josip Drmic jubelt mit Denis Zakaria über das Ausgleichstor in Frankfurt (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)

Mit dem Remis in Frankfurt konnten die Gladbacher Borussen letztlich leben, auch wenn aufgrund der ersten Halbzeit mehr drin gewesen wäre für die Fohlenelf. In Frankfurt rückten Spieler aus der zweiten Reihe in den Fokus.

Dieter Hecking ist nicht der Typ Trainer, der von Woche zu Woche seine Startelf durcheinanderwürfelt. Von daher war es schon erstaunlich, dass der 54-Jährige im Vergleich zur Vorwoche gleich vier Veränderungen vornahm und zudem Josip Drmić in den Kader nahm und später sogar einwechselte. Dass der Trainer den verletzten Jonas Hofmann ersetzen musste, war klar. Aber dass er gleichzeitig Michael Lang, Tobias Strobl und Alassane Plea auf die Bank beorderte, war schon überraschend.

»Ich habe nicht so viele Gelegenheiten, mal zu rotieren«, erklärte Hecking nach dem Spiel. »Es ist wichtig, dass ich die, die hintendran sind, auch mit Einsätzen bestücke.« Kramer, Herrmann und Johnson machten einen guten Job und brachten dem Trainer die Erkenntnis, dass er »ohne Qualitätsverlust« wechseln kann. Die überraschende Premiere von Josip Drmić erklärte Hecking mit den guten Trainingsleistungen des Schweizers. »Er hat nie Stunk gemacht, hängt sich rein und ist ein vollwertiges Mitglied des Kaders. Ich wäre schön blöd, wenn ich Potenzial, was dem Verein vertraglich zur Verfügung steht, nicht nutzen würde. Es muss nicht sein letzter Einsatz gewesen sein.«

»Wir haben auswärts selten so eine gute halbe Stunde gespielt wie heute«

Drmić kam in der Schlussphase zum Einsatz, als die Borussia dem Pausenrückstand hinterherlief, den das Spiel eigentlich nicht hergegeben hatte. Denn die Gladbacher waren in der Frankfurter Arena von Beginn an das bestimmende und fußballerisch reifere Team. »Wir haben auswärts selten so eine gute halbe Stunde gespielt wie heute«, sagte Hecking. »Aber in so einer Phase musst du dann auch das Tor machen. Die Möglichkeiten waren da. In der einen oder anderen Situation fehlte das Glück, aber auch der letzte Pass«.

»In der ersten Halbzeit war deutlich mehr für uns drin«, ergänzte Christoph Kramer. »Wir haben gute Lücken gegen das Pressing gefunden, hatten viele klare Chancen und Aktionen, aus denen mehr hätte entstehen können.« Doch statt die Überlegenheit in Zählbares umzumünzen, ging es mit einem Rückstand in die Kabinen. »Wie das immer so ist«, meinte Hecking. »Man hat das Gefühl, dass man alles im Griff hat und dann kriegst du mit dem Halbzeitpfiff den Gegentreffer.« Bei einer Ecke ließen sich die Borussen überraschen. »Das darf uns so nicht passieren, da müssen wir konzentrierter sein«, ärgerte sich Yann Sommer.

»Für mich war erstmal wichtig, dass wir das 0:3 gegen Berlin verarbeitet haben«

In der zweiten Halbzeit wurde es für die Borussen komplizierter. »Das Tor hat Frankfurt in die Karten gespielt«, so Hecking. Die Gastgeber standen nun tiefer. »Die Eintracht hat im zentralen Mittelfeldbereich umgestellt und wir haben zehn, zwölf Minuten gebraucht, um zu erkennen, dass unser Sechser mehr Spielraum bekommt«, erläuterte Hecking. »Wir haben versucht, auf den Ausgleich zu spielen, immer mit der Gefahr im Kopf, dass du mit einem langen Ball und der Präsenz, die sie da vorne haben, auch das Zweite kriegen kannst.«

Letztlich bekamen die Gladbacher die Balance hin und sorgten mit der Kombination Stindl, Strobl und Zakaria für den hochverdienten Ausgleich. Am Ende verpasste Josip Drmić in der vierten Minute der Nachspielzeit sogar noch den Siegtreffer. »Für mich war erstmal wichtig, dass wir das 0:3 gegen Berlin verarbeitet haben«, sagte Hecking. »Am Ende haben wir uns belohnt für ein gutes Auswärtsspiel. Wir haben den Abstand auf Eintracht Frankfurt weiter gehalten - neun Punkte sind eine Menge. Wir nehmen den einen Punkt gerne mit.«

 


von Redaktion TORfabrik

 

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