Fünfjahresvertrag für Kramer

Willkommen daheim, Christoph Kramer!

von von Marc Basten
Künftig wieder im richtigen Trikot - Christoph Kramer  (Foto: Sascha Steinbach/Bongarts/Getty Images)

Künftig wieder im richtigen Trikot - Christoph Kramer (Foto: Sascha Steinbach/Bongarts/Getty Images)

Jetzt ist es auch offiziell: Christoph Kramer kehrt nach einem Jahr in Leverkusen zurück zu Borussia Mönchengladbach. Der 25-Jährige unterschrieb nach dem erfolgreichen Medizincheck am Mittwoch einen Vertrag bis 2021.

Christoph Kramer ist wieder da! Der ‚Weltmeister‘ verlässt Bayer Leverkusen nach nur einer Saison und kehrt zur Borussia zurück, wo er zwei überaus erfolgreiche Jahre verlebte. Der VfL lässt sich die Rückholaktion des ‚verlorenen Sohns‘ eine kolportierte Ablöse von 15 Millionen kosten. Soviel hat Gladbach noch nie für einen Spieler bezahlt.

Doch der Markt ist bekloppt und es wird künftig noch viel mehr rundgehen. Zudem kaufen die Borussen mit Christoph Kramer nicht die ‚Katze im Sack‘, sondern sie wissen, was sie bekommen.

»Wir haben Christoph vor einem Jahr nur ungern nach Leverkusen zurückgegeben und freuen uns jetzt umso mehr, dass wir ihn zurück zu Borussia holen konnten«, sagte Sportdirektor Max Eberl am Mittwoch. »Er kennt unsere Mannschaft, er kennt den Verein und er wird mit seiner Erfahrung und seiner Persönlichkeit eine wichtige Rolle in unserem jungen Team übernhemen«.

Natürlich darf man bei aller Freude über die Verpflichtung das Jahr von Kramer in Leverkusen nicht unter den Teppich kehren. Im dortigen System fand er sich nicht wirklich zurecht und spielte am Ende in der Innenverteidigung. Er hatte zwar seine Einsatzzeiten, doch letztlich konnte er nur in ganz wenigen Partien an die Leistungen anknüpfen, die ihn in Gladbach zum Nationalspieler machten. Die Nichtberücksichtigung bei der Europameisterschaft war die logische Folge.

Da in Mönchengladbach unter André Schubert mittlerweile auch ein etwas anderer Spielstil gepflegt wird, bleibt abzuwarten, ob es für Christoph Kramer besser passt, als unter Roger Schmidt in Leverkusen.

Doch aufgrund Kramers Kritik- und Lernfähigkeit darf man optimistisch sein. Schließlich stellte er in seinem zweiten Jahr in Gladbach eindrucksvoll unter Beweis, dass er sich veränderten Situationen anpassen kann. Nach seinem zur Genüge erzählten märchenhaften Aufstieg vom Zweitligaspieler zum Weltmeister prasselte vieles auf ihn ein. Es war nur logisch, dass der Hype nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist.

Neben dem Spielfeld war Kramer omnipräsent, auf dem Platz trug er die Bürde des Weltmeisters mit sich herum. Er wollte nun in jedem Spiel nachweisen, warum er nicht mehr nur Christoph Kramer, sondern ‚Weltmeister Kramer‘ gerufen wurde.

Doch er zeigte sich einsichtig, kündigte für die Rückrunde den Turnaround an und fokussierte sich wieder vollends auf den Fußball. Es spricht für die Klasse des Christoph Kramer, wie er in seinem letzten halben Jahr in Mönchengladbach spielte. Nämlich so exzellent, dass er auf der Doppelsechs neben Granit Xhaka als alternativlos galt.

Kramer besann sich wieder auf seine Stärken, ließ das ‚Blink-Blink‘ des Weltmeisters aus seinem Spiel und war fortan ein wesentlicher Bestandteil der Elf, die Borussia erstmals in die Champions League brachte.

Darauf aufbauend sollte er in der Lage sein, die gewachsenen Ansprüche in Mönchengladbach zu erfüllen. Schließlich hat Granit Xhaka in der vergangenen Rückrunde im Mittelfeld eher strategisch und mannschaftsdienlich gespielt. Diesen Part der Xhaka-Rolle wird Christoph Kramer sicher übernehmen können.

Alles in allem macht die Rückholaktion für alle Beteiligten Sinn. Borussia muss zwar eine hohe Ablöse bezahlen, erhält jedoch einen Spieler, den man kennt und der nur eine kurze Eingewöhnungszeit brauchen wird. Für eine Mannschaft, die direkt funktionieren muss, ein nicht unwesentlicher Faktor. Christoph Kramer kehrt nach einem durchwachsenen, aber keinesfalls verlorenen, Jahr zu dem Verein zurück, bei dem er auch im Umfeld höchste Wertschätzung genießt. Und Bayer Leverkusen kann sich über eine hohe Ablöse freuen, obwohl man in die Fortentwicklung von Christoph Kramer nicht allzu viel investiert hat.

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