Borussia bei den Bayern | Lars Stindl wieder dabei

Wieder der Angstgegner?

von von Marc Basten
Kein Stich für Lewandowski gegen Christensen (Foto: Team2 Sportphoto)

Kein Stich für Lewandowski gegen Christensen (Foto: Team2 Sportphoto)

Werden die Gladbacher Borussen am Samstag (15.30 Uhr) die Staffage zur Meisterfeier von Bayern München oder wird die Fohlenelf ihrer Rolle als Angstgegner des Rekordmeisters wieder gerecht? Der Klassiker birgt Brisanz.

Bis zur ‚Ära Favre‘ reisten die Gladbacher Borussen regelmäßig als braver Punktelieferant zum Rekordmeister nach München. Unter dem Schweizer Trainerfuchs änderte sich das Bild: Borussia wurde vom Kanonenfutter zum Angstgegner für die Bayern. Nur eins der letzten vier Spiele in der Allianz-Arena verloren die Gladbacher – was u.a. zwei fragwürdigen Handelfmetern für Bayern geschuldet war.

In der letzten Saison siegten die Borussen nach einer überragenden Defensivleistung mit 2:0 in München. Auch Favre-Nachfolger André Schubert konnte sich in seiner kurzen Amtszeit schon als ‚Bayern-Besieger‘ einen Namen machen. Das 3:1 im Dezember im Borussia-Park ist allen noch frisch in Erinnerung.

Auf diese Partie will Schubert in der Spielvorbereitung nochmal eingehen. »Wir werden uns anschauen, was wir gut gemacht haben. Aber auch, was nicht so gut war«, sagte der 44-Jährige am Donnerstag.

»Eine Portion Mut gehört auch dazu«

Schubert verwies darauf, dass die Bayern damals in der ersten Halbzeit eine Reihe hochkarätiger Chancen ausließen. »Da hatten wir das notwendige Glück, was wir am Samstag wieder benötigen«.

Die Marschroute für die zuletzt so auswärtsschwachen Gladbacher formulierte Schubert deutlich: »Du musst gegen Bayern eine brutale Laufbereitschaft haben und über die Grenzen gehen. Als Team müssen wir uns taktisch klug verhalten, aber auch im eins-gegen-eins jederzeit hellwach sein. Und eine Portion Mut gehört auch dazu«.

Dass die Borussen möglicherweise die ‚Party-Crasher‘ für die anstehende Meisterschaft werden können, interessiert Schubert nur am Rande. »Wir wollen keine Meisterfeier verderben, wir wollen dort bestehen und erfolgreich sein«.

Bayerns Fokus liegt auf Atlético Madrid

Wobei die Bayern im Erfolgsfall wohl nur gebremste Feierlichkeiten anstimmen werden. Schließlich ist das Duell gegen die Fohlen ein ‚Sandwich-Spiel‘ zwischen den beiden Königsklassen-Halbfinals gegen Atlético Madrid. Im Rückspiel am nächsten Dienstag sind die Münchener nach dem 0:1 in der spanischen Hauptstadt gewaltig gefordert.

Es gibt aus Gladbacher Sicht weitaus schlechtere Zeitpunkte, um in München anzutreten. André Schubert sprach davon, dass die Bayern möglicherweise mit anderen Dingen beschäftigt sein könnten, als den unbedingten Fokus auf Borussia zu legen.

Auch wenn Schubert nicht von einer möglichen ‚B-Elf‘ auf Seiten der Münchener sprechen wollte, so kalkuliert er doch »vier oder fünf Wechsel« gegenüber der Startformation in Madrid ein. »Wobei natürlich vieles Spekulation ist«.

»Lars Stindl ist einsatzfähig, auch vom Kopf her«

»Egal wen sie aufbieten, sie bringen eine riesige Qualität auf den Platz. Wir wollen ihnen alles abverlangen und stellen uns auf verschiedene taktische Varianten ein. Darauf müssen wir auch während des Spiels reagieren. Es geht für uns darum, eine Lösung zu finden, um möglichst stabil zu sein«.

Bei diesem Unterfangen wird Schubert auf Fabian Johnson verzichten müssen. Der US-Nationalspieler hat muskuläre Probleme an der Leiste. »Er wird ausfallen, wir wollen kein Risiko eingehen«, erklärte Schubert. Dagegen steht Ibrahima Traoré, der zuletzt mit dem Training aussetzte, zur Verfügung. »Ibo hat heute normal trainiert und wird dabei sein«.

Ebenfalls zum 18er-Kader wird Lars Stindl gehören, der in den letzten Tagen bei seiner schwangeren Frau weilte. Stindl trainierte am Donnerstag erstmals wieder und wird die Reise nach München mitmachen. »Lars ist einsatzfähig, auch vom Kopf her«, bestätigte Schubert. »Ich habe mit ihm gesprochen, das ist kein Problem. Sonst würden wir ihn nicht mitnehmen«.

Niemand will bei der Meisterfeier Spalier stehen

Ob Stindl direkt in die Startelf zurückkehrt, oder ob der gegen Hoffenheim überzeugende André Hahn – wie beim Coup in der Vorsaison – seine kämpferischen Qualitäten einbringen darf, ließ Schubert offen. Auch sonst wollte er sich nicht zu seinen Überlegungen hinsichtlich Personal und Taktik äußern.

Man darf sich also überraschen lassen, wie es die Gladbacher letztlich anstellen wollen, auch weiterhin der Angstgegner der Bayern zu bleiben. Neben dem, dass jeder Zähler für die eigenen Ambitionen wichtig ist, möchte natürlich niemand am Samstag Spalier stehen, wenn die Bayern ihre vierte Meisterschaft in Folge eintüten.

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