Borussia trifft das Tor nicht

»Wie ein roter Faden«

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Eine schmerzhafte Angelegenheit (Foto: Simon Hofmann / Bongarts / Getty Images)

Es sollte das Startsignal zur Aufholjagd in Richtung Europa werden, doch am Ende war es nur eine recht trostlose Nullnummer, die Borussia Mönchengladbach in Mainz auf den Platz brachte. Anschließend herrschte das kollektive Schulterzucken vor.

Eine positive Grundstimmung sollte entfacht werden, hatte Dieter Hecking vor der Abreise nach Mainz gesagt. Nach den kämpferisch ordentlichen, aber fußballerisch äußerst dünnen 90 Minuten am Ostersonntag war von Aufbruchstimmung nichts mehr zu spüren. »Das war für Europa zu wenig«, musste Hecking eingestehen. »Das sind zwei verlorene Punkte für uns.«

Der Trainer hatte seine Mannen wieder mit Dreierkette, Kramer als zentralem Akteur davor, sowie einem Vierermittelfeld hinter den beiden Spitzen Hazard und Raffael aufgeboten. Das sah durchaus flexibel aus, brachte aber im Spiel nach vorne nicht die erhoffte Durchschlagskraft. Viele technische Unsauberkeiten machten die wenigen guten Ansätze gleich wieder zunichte.

»Wir waren im letzten Drittel zu unsauber, das müssen wir uns ankreiden«, sagte ein zerknirschter Lars Stindl. »Die Teams, die vor uns stehen, gewinnen solche Spiele.« »Diese 50:50-Spiele musst du gewinnen, sonst musst du dir um die oberen Tabellenplätze keine Gedanken machen«, bestätigte Christoph Kramer.

»Nach hinten heraus musst du es gewinnen«

In der ersten Halbzeit egalisierten sich beide Teams auf dem Niveau, das ihren Tabellenpositionen entspricht. Nach der Pause zeigte Borussia dann, warum man zu den vier schlechtesten Mannschaften in der Rückrundentabelle zählt. Die Gastgeber erhöhten den Druck und Borussia hatte viel Mühe, darauf zu antworten. »Mainz hat uns zwanzig Minuten das Leben schwer gemacht«, konstatierte Hecking. »Das war von uns mitverschuldet, weil wir zu viele leichte Ballverluste hatten. Da können wir uns bei Yann Sommer bedanken, dass er uns in der einen Situation vor dem Rückstand bewahrt hat.«

Nur dem Blitzreflex des Goalies verdankten es die Borussen, dass sie in der Partie blieben. Mainz hatte allerdings sein Pulver damit schon verschossen - die Schlussphase gehörte klar den Gladbachern. »Nach hinten heraus musst du es dann gewinnen. Das ist so einfach«, sagte Hecking. »Aber es zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison, dass die letzte Konsequenz und Zielstrebigkeit fehlt, das Tor machen zu wollen.«

Drmić nimmt das Geschenk zum Lucky Punch nicht an

»Mittlerweile können wir ein Phrasenschwein aufstellen«, sagte Christoph Kramer. Tatsächlich hat man alles schon zigmal gehört, ohne dass sich letztlich etwas geändert hat. »Zum Schluss hatte ich nochmal mit links das Riesending«, ärgerte sich Patrick Herrmann. Zuvor verstolperte Hazard, Stindl fehlten Präzision und Glück, Drmić nahm das auf dem Silbertablett servierte Geschenk von Ujah zum Lucky Punch nicht an.

Europa kann sich Borussia damit endgültig abschreiben, Hoffenheim auf Rang 7 hat fünf Punkte Vorsprung und das deutlich bessere Torverhältnis. Was den Gladbachern an diesem Ostersonntag blieb, waren die üblichen Parolen. »Klar, es wird nicht einfacher«, sagte Patrick Herrmann. »Aber es sind noch viele Punkte zu vergeben. Wir werden nicht aufgeben.« Was hätte er auch sonst sagen sollen?

 

von Marc Basten, Nadine Basten und Jan van Leeuwen

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