Oscar Wendt - Bereit für die Champions League?

Wichtiger denn je

von von Marc Basten
Oscar Wendt setzt sich durch (Foto: Lennart Preiss / Bongarts / Getty Images)

Oscar Wendt setzt sich durch (Foto: Lennart Preiss / Bongarts / Getty Images)

Oscar Wendt gehört schon zum ‚alten Eisen‘ bei Borussia Mönchengladbach. Unter André Schubert genießt der Schwede die gleiche Wertschätzung, wie zuletzt bei Lucien Favre. In der neuen Spielzeit wird der 30-Jährige wichtiger denn je für die Fohlenelf.

Spätestens seit der Rückrunde 2014/15 steht fest: Ist Oscar Wendt fit, dann spielt er. An dieser These änderte sich auch dann nichts, als André Schubert im letzten Herbst den Job von Lucien Favre übernahm. Unter Schubert blieb Wendt unbestrittener Stammspieler.

Nachdem der 30-Jährige im letzten August seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, ist er in der Hierarchie endgültig zum Führungsspieler aufgestiegen. Seit 2011 ist er nun bei Borussia und sein Wort hat mittlerweile auch abseits des Platzes Gewicht. Angesichts des Umbruchs in der Mannschaft durch den Abgang der Wortführer Stranzl und Xhaka wird Oscar Wendt noch wichtiger.

Auch wenn er seinen Spezi Nordtveit sicher vermissen wird, so kommen auf den Schweden verstärkt Führungsaufgaben zu. Mit seiner Erfahrung und nordischen Coolness kann und muss er die junge Mannschaft leiten.

Dauerbrenner in beiden Systemen

In der abgelaufenen Spielzeit war Wendt ein absoluter Dauerbrenner. Bis auf die letzten sechs Minuten in Manchester machte er in der Hinrunde alle Pflichtspiele über die komplette Distanz mit. Drei Tore gelangen ihm: Der 1:0-Führungstreffer beim glanzvollen 4:1 bei Hertha BSC, das wichtige 1:0 beim 3:1-Triumph über die Bayern und schließlich der Siegtreffer zum 3:2 gegen Darmstadt.

In der Rückrunde bremste Wendt ein Muskelfaserriss aus, den er sich Anfang März im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart zugezogen hatte. In Wolfsburg, gegen Frankfurt und auf Schalke fehlte Wendt, ehe er beim Kantersieg über Hertha (5:0) sein Comeback feierte. In den restlichen Partien stand er dann wieder wie gewohnt 90 Minuten auf dem Platz. Die Ausnahme bildete der letzte Spieltag, als er bei letztlich unbedeutenden Spiel in Darmstadt eine Gelbsperre absaß.

Für André Schubert war es keine Frage, Wendt nach der Verletzungspause wieder in die Stammformation zu beordern. Dabei hatte sich in dieser Phase gerade die Umstellung auf eine Dreierkette als neues System etabliert, was für Wendt eine veränderte ‚Stellenbeschreibung‘ zur Folge hat. Statt als Linksverteidiger wird Wendt nun als linker Mittelfeldspieler geführt.

Oscar Wendt erfüllt die Anforderungen

Dass der Schwede diese Rolle ausfüllen kann, stand eigentlich außer Frage. Schließlich war er schon als ‚klassischer‘ Linksverteidiger gerade dann auffällig stark, wenn er seinen Offensivdrang ausleben konnte. Lucien Favre musste ihn da öfter mal bremsen – was Wendt manchen Einsatz kostete -, jetzt hat er die ‚Lizenz‘ zum Angreifen.

Wobei die Position mehr umfasst, als nur nach vorne zu rennen. Gerade das Verhalten gegen den Ball ist eminent wichtig. Hier braucht es neben großer Laufbereitschaft vor allem taktisches Verständnis und den Blick für die Situation. Oscar Wendt erfüllt diese Anforderungen und daher dürfte er auch in der neuen Saison als feste Größe eingeplant werden.

Mit 30 Jahren ist Wendt auf dem Leistungszenit und genau so einen Spieler braucht die junge Fohlenelf. Oscar Wendt ist ganz klar bereit für die Champions League. Borussia braucht ihn mehr denn je.

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