Es ist angerichtet für das Topspiel gegen Schalke

Marco Rose und der »gesunde Spannungsbogen«

von Topspiel gegen Schalke

Marco Rose am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Schalke (Foto: TORfabrik.de)

Es wurde viel geschrieben und geredet über die ‘neue Borussia’ unter Chefcoach Marco Rose. Nach der letzten Standortbestimmung im Pokal heißt es nun zum Ligaauftakt Farbe bekennen. Zum Topspiel am Samstagabend (18.30 Uhr) kommt Schalke 04 in den Borussia-Park.

Ein wenig sortieren muss Marco Rose seine ‘Schäfchen’ noch vor dem ersten Saisonspiel in der Bundesliga. Dass Lars Stindl und Julio Villalba gegen Schalke nicht zur Verfügung stehen werden, war ebenso klar wie der Ausfall von Jonas Hofmann (Innenbandriss im Knie) und Tony Jantschke (Rückenprobleme). Ein wenig Hoffnung gab es Anfang der Woche noch bei Christoph Kramer, der nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk schon recht weit wirkte. Doch auch am Donnerstag konnte Kramer noch kein Mannschaftstraining absolvieren, so dass er folgerichtig auf der Ausfallliste für das Schalke-Match geführt wird.

Daneben gibt es weitere kleinere Problemfälle. Tobias Strobl setzte am Donnerstag mit dem Training aus, Fabian Johnson beendete die Einheit vorzeitig. »Fabi hat ein bisschen Probleme am Fuß, deshalb hat er nur den ersten Teil beim Schießen mitgemacht und ist dann rein. Grundsätzlich ist aber alles in Ordnung bei ihm«, erklärte Rose. Strobl klagte am Mittwoch über Beschwerden am Knie. »Deshalb haben wir ihn heute rausgelassen, aber das sollte morgen auch wieder gehen und kein Problem sein.« Auch Marcus Thuram tritt kürzer mit dem Training. »Bei Marcus geht es darum, dass er jetzt 2 1/2 Wochen dabei ist und in einer Phase ist, wo er anfängt richtig müde zu werden. Da wollten wir auch das Training so steuern, dass er am Samstag die nötige Frische hat.«

»Die Physis und die Bereitschaft, Zweikämpfe zu führen, ist ein wichtiger Punkt, auf den wir viel Wert legen.«

Diese Frische benötigt Thuram - genauso wie die Kollegen. »Zum Fußball gehört Physis immer dazu«, so Rose. »Auch die Bereitschaft und die Haltung, von Anfang an die Spiele anzunehmen, das war ganz wichtig in Sandhausen. Das haben wir auf gutem Niveau hinbekommen. Trotzdem ist es eine unglaublich schwierige Partie geworden. Es gehört dann auch das Spiel mit dem Ball dazu. Aber die Physis und die Bereitschaft, Zweikämpfe zu führen, gerade hier im eigenen Stadion, ist ein wichtiger Punkt, auf den wir viel Wert legen.«

Rose selbst gibt sich vor seinem Debüt als Bundesligatrainer relativ gelassen. »Ich habe über die Jahre gelernt, einen gesunden Spannungsbogen zu finden. Ein angenehmes Maß aus Nervosität, Vorfreude, Anspannung und Entspannung. Wenn man das gut hinkriegt, fühlt man sich auch bereit und leistungsfähig. Den Jungs geht es ähnlich. Wir haben die Woche gut gearbeitet, haben uns vor gut vorbereitet, gut nachbereitet. Ich denke, dass jedem bewusst ist, dass es jetzt losgeht, erster Spieltag, zu Hause. WIr wollen, dass die Atmosphäre besonders bleibt und das bedeutet, dass wir die Aufgabe haben, dementsprechend zu performen.«

»Breel ist fit, wirkt spritzig und stark«

Hinsichtlich Personal und Taktik ließ sich Rose nicht in die Karten blicken. Die Option Breel Embolo steht natürlich schon alleine wegen des Gegners ganz weit oben bei den Spekulationen über die mögliche Aufstellung. Wobei Rose einschränkt: »Breel macht einen guten Eindruck insgesamt. Allerdings müssen wir schon auch vorsichtig sein. Wir kennen alle die Geschichte von Breel. Unsere medizinische Abteilung hat ihn herausragend in der Sommerpause ans Team rangeführt. Breel ist fit, wirkt spritzig und stark. Er ist gesund, aber trotzdem hat er nicht so viele Vorbereitungsspiele in den Beinen. Am Samstag geht dann richtig die Post ab. WIr müssen schon aufpassen und dürfen wir ihn nicht in irgendwas reinjagen, was am Ende seiner Gesundheit nicht zuträglich ist.«

»Wir haben sie analysiert und ich glaube schon ungefähr zu wissen, was auf uns zukommt«

Es gibt mehrere Variationsmöglichkeiten für Marco Rose, bei dessen Überlegungen natürlich auch der Gegner eine Rolle spielt. Auch bei Schalke hat es im Sommer einen Neuanfang auf der Trainerbank gegeben und somit gibt es gewisse Unwägbarkeiten bei der Einschätzung der Spielstärke der Königsblauen. »Wir haben sie analysiert und ich glaube schon ungefähr zu wissen, was auf uns zukommt«, sagte Rose. »Sie haben mit David Wagner einen neuen Trainer und eine neue Herangehensweise. Schalke wird hier sehr kompakt auftreten, sie legen es sehr aufs Umschalten aus. Sie bringen auch viel Tempo mit, gerade über die Flügel und haben ein spielstarkes Mittelfeld. Das sind die Dinge, die wir erwarten. Burgstaller ist ein klassischer Boxstürmer, der viel arbeitet und unangenehm sein kann.«

Für Spannung ist am Samstagabend im ausverkauften Borussia-Park in jedem Fall gesorgt. Rückenwind dürfte den Borussen auch der Blick auf die Statistik geben: Nur gegen Köln hat Gladbach in der Liga mehr Spiele gewonnen als gegen Schalke und von den letzten elf Begegnungen im Borussia-Park gingen die Fohlen neunmal als Sieger vom Platz. »Ich bin jetzt über zwanzig Jahre in Gladbach und Schalke war eigentlich immer Lichtjahre von uns entfernt«, sagte Max Eberl. »Jetzt haben wir eine Situation, bei der wir in jedem Spiel gegen Schalke die Möglichkeit haben zu gewinnen. Ich freue mich drauf, weil es immer sehr emotional ist. Es ist ein besonderes Spiel und auch berechtigt das Topspiel.«

 


von Marc Basten und Nadine Basten

 

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