Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg

Versöhnlicher Abschluss

von 33. Spieltag: Borussia MG - SC Freiburg 3:1

Oscar Wendt - Kapitän der Borussia im letzten Heimspiel der Saison (Foto: Lars Baron / Bongarts / Getty Images)

Trotz Personalproblemen gelang Borussia Mönchengladbach gegen den SC Freiburg ein versöhnlicher Saisonabschluss vor eigenem Publikum. Grundstein war die geschlossene Teamleistung.

Yann Sommer: Ein überzeugendes Spiel des Keepers. Lenkte den Petersen-Kopfball stark zur Ecke und faustete den anschließenden Eckball gekonnt aus der Gefahrenzone. Rettete mit tollem Reflex nach dem Kopfball von Kleindienst zur Ecke, aus welcher der Anschlusstreffer resultierte, bei dem Sommer keine Abwehrchance hatte. Auch gegen Petersen reagierte er klasse. Darüber hinaus mit gutem Timing beim Rauslaufen und mit ordentlichen Abschlägen. Ab und an tanzte Sommer bei den Spielfortsetzungen gegen heranstürmende Freiburger auf der Rasierklinge, doch er schoss den Ball stets noch gerade rechtzeitig weg. Note 1,5.

Tony Jantschke: Nach längerer Zeit mal wieder in der Anfangself, wartete Jantschke mit einer konzentrierten und kontrollierten Leistung auf. Er hatte defensiv alles im Griff, in einer Szene drängte er Terrazzino an der Seitenlinie gekonnt ab und blieb nah dran. Zunächst zurückhaltend in der Vorwärtsbewegung, im Verlauf der Partie wurde er immer mutiger. Die vorzügliche Flanke zum 3:1 war der Lohn. Note 3,0.

Matthias Ginter: In seiner Kernaufgabe als Innenverteidiger mit einer soliden Vorstellung gegen seinen ehemaligen Klub. Die wichtigen Zweikämpfe entschied Ginter für sich, auch im Kopfballspiel mit gutem Timing. Im Spielaufbau versuchte er sich im Vestergaard-Stil an ein paar weiten Verlagerungsbällen, die jedoch schief gingen. Ein vertikaler Aufbaupass zu Cuisance war sehr risikoreich und ging so gerade noch gut. Hatte eine Kopfballchance nach einer Ecke und köpfte kurz vor dem Pausenpfiff nach einer weiteren Ecke an die Latte. Note 3,0.

Nico Elvedi: Durfte mal wieder auf seiner ursprünglichen Position in der Innenverteidigung ran und fand sich dort ohne Probleme zurecht. Im Aufbauspiel beschränkte er sich auf den sicheren Pass, in den Zweikämpfen am Boden ließ er nichts anbrennen. Probleme hatte der Schweizer im Defensivkopfball, was Kleindienst einmal fast ausgenutzt hätte. Beim Gegentor war Elvedi nicht wach genug und verlor Kleindienst in seinem Rücken aus den Augen. Kurz zuvor hatte er mit einem wuchtigen Kopfball nach Ecke von Hofmann das 2:0 geköpft. Somit traf Elvedi im ersten (Köln) und letzten Heimspiel der Saison. Note 3,5.

Oscar Wendt: Wartete mit einer soliden und unaufgeregten Defensivleistung auf. Vieles unterband Wendt mit gutem Stellungsspiel, sein Stören im Verbund mit Raffael war die Basis des Führungstreffers. Im Spiel nach vorne mit einigen Sprints dabei, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Etwas Glück hatte Wendt zu Beginn, als er den Petersen-Kopfball abfälschte, doch Sommer war auf dem Posten. Im zweiten Durchgang blockte er zwei Freiburger Abschlüsse im Strafraum als letzte Instanz. Note 3,0.

Michael Cuisance: Als offensiver Sechser sehr umtriebig. Vor der Pause hatte Cuisance zwar keine herausragende Aktion, aber Risiko und Ertrag hielten sich die Waage und er übertrieb die Trickserei nicht. Sein direkter Freistoß flog weniger knapp vorbei, als es seine Gestik danach andeutete. Im zweiten Durchgang ergaben sich gegen die aufrückenden Freiburger zunehmend Räume, in denen Cuisance seine Kreativität ausleben konnte. Einige No-Look-Pässe aus der Hüfte waren wirklich sehenswert. Zehn Minuten vor Schluss war er nach schöner Einzelaktion nah an seinem ersten Bundesligator, doch er scheiterte am Freiburger Keeper. Ein Abspiel wäre möglich gewesen, doch es war verständlich, dass Cuisance es selbst versuchte. Einmal übertrieb er es, als er den Ball hinter dem Standbein spielte - zum Gegner. Insgesamt war er spielfreudig, mutig und bis auf die eine Ausnahme nicht übermütig. Note 3,0.

Tobias Strobl: Ein beachtliches Startelfdebüt nach der langen Verletzungspause. Avancierte zum Balance-Bewacher im Mittelfeld und agierte wie ein Führungsspieler, dem man seine Reife ansah. Damit bildete er die treffliche Ergänzung zum forschen Cuisance - Strobl brachte die Männlichkeit ins Mittelfeld. Routiniert und mit viel Ruhe spielte er klare Bälle. Herausragend der Traumpass zum 1:0 auf Hazard. Nach einer Stunde hatte Strobl mit Wadenkrämpfen zu kämpfen, nach 69 Minuten wurde er von Oxford ersetzt. Note 2,5.

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