Nachdreher zum Spiel gegen Hannover

Stindl: »Das war eine reife Leistung«

von Nachdreher zum Spiel gegen Hannover

Lars Stindl war gegen seinen Ex-Klub Hannover erfolgreich (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Wäre da nicht die schwere Verletzung von Matthias Ginter gewesen – im Borussia-Park hätte es am Sonntagabend nur strahlende Gesichter gegeben. Die Mannschaft löste die Pflichtaufgabe gegen Hannover sehr souverän.

Schon weit vor dem Schlusspfiff hatte sich im Borussia-Park die Erkenntnis breitgemacht, dass an diesem Abend nichts mehr schiefgehen würde. Es war eines dieser Spiele, wie sie sogenannte Spitzenmannschaften zeigen: Beharrlich agieren, den Gegner permanent fordern, die individuelle Klasse einbringen und wenn dann zum richtigen Zeitpunkt die Tore gefallen sind, die Sache souverän herunterspielen.

»Das war eine reife Leistung«, konstatierte Kapitän Lars Stindl nach dem Schlusspfiff »Das 4:1 zeigt, dass wir solche Spiele momentan sehr gut gestalten«. Dabei hatte es nach wenigen Sekunden bereits eine kalte Dusche gegeben, als Wood für Hannovers Führungstreffer sorgte. »Das war sehr unglücklich und wir hatten uns das natürlich anders vorgestellt«, sagte Stindl.

»Das müssen wir vielleicht auch mal ansprechen, weil es schon das zweite Mal war«, monierte der Kapitän mit Verweis auf das Spiel in Freiburg, als man sich ebenfalls mit dem ersten langen Ball des Gegners düpieren ließ. »Das sollte nicht zur Gewohnheit werden – immer geht das nicht gut«, bestätigte Dieter Hecking.

Gelungene Umstellungen nach der Pause

»Aber die Reaktion darauf war bockstark«, lobte Stindl. »Wir waren sachlich und haben ruhig weitergemacht. Das 1:1 haben wir hervorragend herausgespielt«, lobte Stindl. Borussia war tonangebend, wobei Hannover im Umschaltspiel schon recht gefährlich wurde. »Da hatten wir unsere Probleme, das muss man kritisch anmerken«, sagte Hecking. »Aber im Verlauf der ersten Halbzeit haben wir das immer besser in den Griff bekommen.«

Wie gefestigt die Mannschaft im Herbst 2018 ist, zeigte auch die Phase nach der schweren Verletzung von Matthias Ginter. Das Spiel war lange unterbrochen, den Kollegen hatte es augenscheinlich ganz böse erwischt – da hätte die Stabilität auch einen Knick bekommen können. Doch die Borussen blieben in der Spur, Jantschke fügte sich nahtlos ein und bereitete den zweiten Treffer mit Glück und Geschick vor. »Kurz vor der Halbzeit reinzukommen ist nie einfach«, sagte Jantschke. »Das 2:1 war sehr wichtig und nach der Pause haben wir es sehr dominant gemacht.«

Hecking hatte in der Halbzeit die Parole ausgegeben, »auf das dritte Tor zu gehen«. Er zog Stindl ins Mittelfeld zurück, der aus der Achterposition agierte, Hofmann rückte dafür auf die rechte Seite, Plea spielte zentral und Hazard wirbelte über links. Vor allem der umtriebige Hazard stellte Hannover – hier besonders den Ex-Borussen Julian Korb – vor immense Probleme.

»Wir freuen uns über den Tabellenplatz und genießen ihn«

Das dritte Tor bereitete der Belgier herausragend vor. »Die Vorarbeit von Thorgan muss gelobt werden«, sagte Torschütze Lars Stindl. Der Knallertreffer des Kapitäns gegen seinen Ex-Klub bedeutete mehr als die Vorentscheidung. »Natürlich habe ich mich über das Tor gefreut. Das war ja zu dem Zeitpunkt nicht ganz unwichtig«.

Danach gab es keinen Zweifel mehr, dass die Borussia auch im saisonübergreifend neunten Heimspiel in Folge siegreich sein würde. »Ich weiß gar nicht, ob Hannover in der zweiten Halbzeit eine richtig gute Chance hatte«, sagte Tony Jantschke. »Das war sehr gut von uns.«

Borussia bleibt damit der erste Verfolger von Borussia Dortmund. »Wir freuen uns über den Tabellenplatz und genießen ihn. Wir sind auch stolz darauf«, sagte Lars Stindl. »Aber wir wissen das auch richtig einzuschätzen. Die Saison ist noch lang. Wir müssen das nüchtern und sachlich analysieren. Im Moment machen wir vieles richtig und das müssen wir beibehalten.«


von Nadine Basten und Marc Basten

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