15. Spieltag: TSG Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach

0:0! Ein Zähler bei Abwehrschlacht in Sinsheim

von 15. Spieltag: 1899 Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach

Oscar Wendt und Jordan Beyer bedanken sich bei Yann Sommer, der den Punkt in Sinsheim rettete (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach holte beim torlosen Remis in Hoffenheim einen glücklichen Auswärtspunkt. In einer regelrechten Abwehrschlacht hielten Sommer & Co die Null. Lars Stindl und Raffael verletzten sich.

Dieter Hecking nahm gegenüber dem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart drei Veränderungen in der Startelf vor: Jantschke (muskuläre Probleme), Zakaria (gesperrt) standen nicht im Kader, Traoré nahm auf der Bank Platz. Dafür begannen Beyer (erstmals wieder nach dem fünften Spieltag), Cuisance (erster Startelfeinsatz der Saison) und Neuhaus.

Beyer bildete gemeinsam mit Elvedi die Innenverteidung, Stindl (100. Bundesligaspiel für Borussia) rückte wieder in die Zentrale, Neuhaus und Cuisance übernahmen die Achter-Positionen.

Vom Anpfiff weg wurden die Gladbacher in die Defensive gedrängt. Hoffenheim gab mächtig Gas, bereits nach drei Minuten kam Kaderabek im Anschluss an eine Ecke zu einem Flachschuss, den Sommer sicher parierte. Die Fohlen hatten große Probleme, den Ball zu kontrollieren und in den ersten zehn Minuten befreiten sie sich kaum aus dem aggressiven Pressing der Gastgeber.

Doch gleich die erste Chance der Borussen hatte es in sich. Nach einer abgewehrten Freistoßflanke köpfte Stindl den Ball von der Strafraumgrenze an die rechte Seite des Fünfmeterraums, wo Plea die Kugel mit der Brust annahm und mit rechts schoss – Baumann wehrte aus kurzer Distanz mit dem Fuß ab (11.).

Hazard knallt den Ball freistehend über den Kasten

In der Folgezeit bekamen die Gladbacher die Sache besser in den Griff. Sie schafften es nun, den Ball über mehrere Stationen laufen zu lassen, auch weil Hoffenheim nicht mehr ganz so intensiv presste wie zu Beginn. So kam es, dass trotz optischer Überlegenheit der Hausherren die Borussen die nächste nennenswerte Tormöglichkeit hatten. Plea behauptete auf links den Ball, Strobl spielte einen feinen Verlagerungspass auf Hazard, der aus günstiger Position halbrechts abzog, jedoch relativ deutlich über den Kasten zielte (24.).

Die dritte Chance für die Fohlenelf im ersten Durchgang verzeichnete Nico Elvedi, der nach einem Eckball in der Rückwärtsbewegung zum Kopfball kam – der Ball landete auf dem Tornetz (32.). Auf der anderen Seite konnten alle Gladbacher aufatmen, als der Video-Schiedsrichter nach einen Treffer von Joelinton zurecht intervenierte – es lag eine Abseitsposition vor (33.).

In der Viertelstunde vor der Pause bekam Hoffenheim wieder Oberwasser, ohne sich aber eine wirklich knackige Torchance zu erspielen. Den Borussen fiel es jedoch wieder deutlich schwerer, nach vorne zu kombinieren. Längere Ballbesitzphasen gab es nur ganz selten, beim Pausenpfiff wies die Statistik einen Ballbesitzanteil von 38 Prozent für die Hecking-Truppe aus.

Fußballerisch lief ab der 60. Minute nichts mehr zusammen

Zur zweiten Halbzeit stellte Hecking auf ein 3-5-2 System um. Beyer, Strobl und Elvedi bildeten die Dreierkette, Stindl rückte ins Mittelfeld, Plea und Hazard spielten vorne zentral. In den ersten Minuten ließ sich das gut an, die Borussen bekamen Zugriff und kombinierten ansehnlich. Doch mehr als ein Abseitstor von Hazard sprang dabei nicht heraus (48.).

Es dauerte nicht lange, da hatte Hoffenheim sich auf die neuen Gegebenheiten eingestellt und übernahm deutlich die Kontrolle. Die Borussia hatte nur noch einen Schuss von Neuhaus aus spitzem Winkel zu bieten (59.), danach ging nach vorne überhaupt nichts mehr.

Lars Stindl musste nach 64 Minuten angeschlagen vom Platz, für ihn kam László Bénes. Die Jugendfraktion mit Neuhaus, Bénes, Cuisance und Beyer hatte ihre liebe Mühe mit dem immer größer werdenden Druck der Gastgeber. So in der 65. Minute, als eine Freistoßflanke durch den Gladbacher Strafraum segelte, Kaderabek den Ball aber nicht unter Kontrolle bekam. Noch in derselben Minute kam Nelson zum Abschluss, Sommer war zur Stelle.

Kurz darauf wurde Joelinton im Rücken von Elvedi angespielt und kam frei zum Abschluss – zum Glück für die Gladbacher zirkelte er den Ball am geschlagenen Sommer vorbei an den Pfosten (69.). Es folgten weitere Halbchancen der Nagelsmann-Truppe im Dreiminutentakt. Die Borussen wehrten sich mit allem, was sie hatten. Fußballerisch ging jedoch schon lange nichts mehr.

Sommer rettet in der dritten Minute der Nachspielzeit den Punkt

Belfodil hatte eine weitere Chance, aber der Ex-Bremer köpfte Beyer an (81.). Auf Seiten der Fohlen wurde Raffael in der 80. Minute für Plea eingewechselt, doch nur wenige Minuten später landete Joelinton im Zweikampf auf dem Brasilianer. Raffael zog sich eine Verletzung am Schlüsselbein zu und musste in der 84. Minute wieder raus. Da das Wechselkontingent bereits erschöpft war, mussten die Borussen die letzten Minuten in Unterzahl absolvieren.

Es wurde nun erst recht eine Abwehrschlacht. Belfodil traf das Außennetz (88.), dann irrte Sommer durch den Strafraum und Szalai schoss aus der Drehung haarscharf über den Kasten. In der dritten Minute der Nachspielzeit segelte eine Freistoßflanke an den Gladbacher Fünfmeterraum, Bicakcic kam frei zum Kopfball, aber Sommer rettete mit dem rechten Bein das torlose Remis.

Am Ende können die Borussen mit dem Zähler hochzufrieden sein. Dass es eine fußballerisch so dünne Darbietung war, bleibt dennoch etwas rätselhaft.

Kurzstatistik zum Spiel:

1899 Hoffenheim: Baumann - Kaderabek, Bicakcic, Adams, Schulz - Posch - Demirbay, Bittencourt - Nelson (71. Belfodil), Kramaric (63. Szalai) - Joelinton

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lang (73. Johnson), Elvedi, Beyer, Wendt – Strobl – Cuisance, Neuhaus – Hazard, Stindl (64. Bénes), Plea (80. Raffael)

weiter im Kader: Sippel (ETW), Herrmann, Traoré, Mayer

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: – Neuhaus, Cuisance

Schiedsrichter: Benjamin Cortus

Zuschauer: 30.150


von Marc Basten

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