6. Spieltag: TSG Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach

3:0! Borussia siegt klar und deutlich in Hoffenheim

von 6. Spieltag: TSG Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach

Jubel bei den Gladbacher Borussen iin Sinsheim (Foto: Hasan Bratic / Bongarts / Getty Images)

Mit 3:0 (1:0) gewann Borussia Mönchengladbach am Samstag bei der TSG Hoffenheim. Beim dritten Auswärtssieg im dritten Auswärtsspiel schossen Plea, Thuram und Neuhaus die Tore. Borussia setzt sich mit nun drei Siegen in Folge oben in der Tabelle fest.

Marco Rose ließ in Sinsheim gegenüber dem Heimsieg gegen Düsseldorf am letzten Sonntag Tony Jantschke und Patrick Herrmann draußen, für die Nico Elvedi und Marcus Thuram in die Startelf rückten. Zudem musste der Trainer kurzfristig auf den für die Anfangsformation eingeplanten László Bénes verzichten, der über muskuläre Probleme am Oberschenkel klagte. Für den Slowaken begann Christoph Kramer.

Die Borussen spielten gegen den Ball in einer 4-2-3-1 Formation, wobei Kramer und Zakaria die Doppelsechs bildeten, davor spielten Thuram, Neuhaus und Plea, während Embolo sich zentral nach vorne orientierte. Bei eigenem Ballbesitz wurde vorne viel rotiert, so dass das Gladbacher Offensivspiel zumindest in der Theorie schwer auszurechnen war.

Hoffenheim erwischte einen guten Start und hatte nach fünf Minuten die erste Torchance, als Sommer nach einem Schuss von Posch den Ball aus den Händen und vor die Füße von Baumgartner prallen ließ. Der Hoffenheimer schien etwas überrascht und bugsierte die Kugel aus kurzer Distanz über den Kasten. Durchatmen bei den Borussen – genauso wie drei Minuten später. Da unterlief Zakaria ein krasser Fehlpass, doch Ginter bereinigte die Situation mit gutem Stellungsspiel.

Fast im Gegenzug folgte die erste Offensivaktion der Fohlenelf – Ginter trieb den Ball in die gegnerische Hälfte und letztlich war es Plea, der von der Strafraumgrenze abschloss – das Spielgerät rutschte einen Meter am Pfosten vorbei ins Toraus (8.). Nachdem Baumgartner nach einer Flanke eine Direktabnahme über den Kasten setzte (13.), zogen sich die Gastgeber zusehends zurück und überließen den Borussen die Spielgestaltung.

Die taten sich relativ schwer, weil es immer wieder kleinere Unsauberkeiten im Passspiel gab, so dass aus der optischen Überlegenheit – inklusive mehrerer Eckbälle – keine Gefahr entstand. Nur einmal wurde es vor Hoffenheims Keeper Baumann wirklich gefährlich, als Neuhaus zunächst eine ‚Kopfballkerze‘ produzierte und den herunterfallenden Ball überraschend unbedrängt aufs Tor schießen durfte. Doch die Kugel landete am Außennetz (28.).

Hoffenheim blieb weiter in der Ordnung und wartete auf Umschaltmomente. So in der 38. Minute, als es plötzlich schnell in Richtung Gladbacher Tor ging und Geiger zum Abschluss kam – Ginter lenkte den Schuss im letzten Augenblick über den Querbalken. Den Borussen fehlte weiterhin die letzte Konsequenz im Spiel nach vorne – bis zur 43. Minute. Da machte Lainer an der rechten Seite den Ball fest und passte ihn präzise in den Lauf von Thuram. Der Franzose lief über rechts in den Strafraum, machte noch einen Schlenker und zog fast bis zur Grundlinie, ehe er vors Tor passte. Plea drückte den Ball aus kurzer Distanz unter Bedrängnis zur Pausenführung über die Linie.

Zur zweiten Halbzeit stellte Rose auf ‚4-Raute-2‘ um. Kramer spielte rechts, Neuhaus links und Embolo zentral hinter den beiden Spitzen Thuram und Plea. Doch in dieser Ausrichtung bekamen die Borussen nur wenig Zugriff, zumal Hoffenheim nun auch das Risiko erhöhte und deutlich offensiver agierte. Sommer war bei einem Flachschuss von Bebou zur Stelle (49.) und einige Angriffsversuche der Gastgeber wurden von den Gladbachern mit viel Mühe abgewehrt.

Auf der anderen Seite taten sich die Borussen im Spiel nach vorne sehr schwer, lediglich Embolo hatte in der ersten Phase nach der Pause eine Chance, als er nach Wendt-Ecke knapp am Tor vorbei köpfte (53.). Kurz darauf herrschte Verwirrung in Sinsheim, weil Schiedsrichter Osmers einen Handelfmeter gegen die Borussen pfiff. Angeblich sollte Kramer der Übeltäter gewesen sein, der jedoch den Ball nur ins Gesicht bekommen hatte. Der VAR griff ein, Osmers traute dem Braten immer noch nicht und schaute sich die Situation nochmals an, ehe er den Elfmeterpfiff zurücknahm.

Marco Rose nahm alsdann eine Systemkorrektur vor – die Borussen spielten wieder in der Ausrichtung wie im ersten Durchgang. Und die Statik des Spiels wurde deutlich besser und es gab Offensivaktionen. In der 61. Minute brachte Lainer den Ball flach vors Tor, Embolo startete aus dem Rückraum durch und kam völlig frei zum Abschluss. Doch der Ex-Schalker traf den Ball nicht richtig, so dass die Kugel am Tor vorbei kullerte.

Vier Minuten später eroberte Lainer den Ball an der rechten Außenlinie und passte auf Thuram. Der Franzose zog von rechts in den Strafraum, ließ Hübner mit einem leichten Wackler aussteigen und markierte mit einem trockenen Schuss ins rechte Eck das 2:0 (65.). Das war ein echter Wirkungstreffer für die Hoffenheimer, die nun noch mehr aufmachen mussten, sich dabei aber nicht sonderlich geschickt anstellten.

So ergaben sich für die Gladbacher unfassbare Räume für Gegenstöße und es gab Mega-Chancen. In der 73. Minute spielte Plea einen schönen Steckpass auf Neuhaus, der alleine vor Baumann stand, doch sein ‚Schnippel-Schuss‘ wurde vom Keeper pariert. Keine sechzig Sekunden später lief der nächste Konter, Plea setzte Embolo ein, der komplett blank stand, jedoch in die Wolken schoss. Die Borussen ließen die endgültige Entscheidung leichtfertig liegen, was sich hätte rächen können. Doch ein Flugkopfball des eingewechselten Adamyan flog wenige Zentimeter am Borussen-Tor vorbei – Sommer wäre machtlos gewesen (78.).

Auf der anderen Seite wurde Neuhaus im gegnrischen Strafraum von Grillitsch von den Beinen geholt und der Referee entschied auf Foulelfmeter. Doch nachdem der VAR sich einschaltete, schaute sich Osmers die Bilder an. Obwohl es einen klaren Kontakt gab und der Elfmeterpfiff durchaus berechtigt war, nahm der Unparteiische seine Entscheidung zurück.

Zum Glück haderten die Borussen nicht lange und machten dann den Deckel auf die Partie. Plea spielte wieder einen Bilderbuchpass auf Neuhaus, der aus der gleichen Position wie zuvor alleine vor Baumann auftauchte. Diesmal machte er es besser und legte den Ball mit links zum 3:0 ins Eck (83.). Damit war der Drops endgültig gelutscht und auch wenn Hoffenheim durch Rudy noch den Pfosten traf (87.), siegte Borussia letztlich verdient und setzt sich mit dem dritten Auswärtssieg der Saison und dem dritten Ligasieg in Folge oben in der Tabelle fest.

Kurzstatistik zum Spiel:

TSG Hoffenheim: Baumann - Posch (68. Locadia), Akpoguma, Hübner, Skov - Grillitsch, Rudy, Geiger (79. Rupp), Kaderabek, Baumgartner (51. Adamyan) - Bebou

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer (88. Jantschke), Ginter, Elvedi, Wendt – Zakaria, Kramer – Thuram (77. Herrmann), Neuhaus (86. Raffael), Plea – Embolo

weiter im Kader: Sippel (ETW), Bensebaini, Poulsen, Bénes

Tore: 0:1 Plea (43.), 0:2 Thuram (65.), 0:3 Neuhaus (83.)

Gelbe Karten: Rudy, Grillitsch – Lainer, Zakaria

Schiedsrichter: Harm Osmers

Zuschauer: 29.030

 


von Marc Basten

 

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