20. Spieltag: RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach

2:2! Borussia verpasst den verdienten Sieg in Leipzig

von 20. Spieltag: RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach

Erst ein Tor, dann Gelb-Rot - Alassane Plea.

Borussia Mönchengladbach musste sich bei RB Leipzig nach einer 2:0-Pausenführung durch Plea und Hofmann am Ende mit einem 2:2 begnügen. Leipzig traf in der Schlussminute, nachdem die Borussen nach Pleas Platzverweis eine halbe Stunde in Unterzahl spielen mussten.

Marco Rose nahm gegenüber dem Heimsieg gegen Mainz vor einer Woche drei Veränderungen in der Startelf vor: Lainer, Neuhaus und Wendt begannen, Johnson, Stindl und Herrmann saßen draußen. Auch taktisch ließ sich Rose etwas einfallen - er schickte sein Team im 3-4-3 aufs Feld.

Damit überraschte Borussias Coach auch die Leipziger, die sich nur sehr schwer auf die Ausrichtung der Gladbacher einstellen konnten. Die Borussen zeigten von Beginn an den geforderten Mut, attackierten früh und zwangen die Gastgeber zu Fehlern.

Plea trifft nach toller Kombination zur Führung

Plea hatte eine Schusschance, aber Leipzigs Keeper parierte und auch beim Rebound von Wendt war Gulacsi zur Stelle (5.). Borussia war aktiv und aggressiv, während Leipzig große Probleme hatte. Die einzige Torchance vor der Pause hatte Halstenberg nach einer abgewehrten Freistoßflanke, als Sommer halten konnte (11).

Ansonsten dominierten die Borussen auf schon beeindruckende Art und Weise das Geschehen. Folgerichtig gelang ihnen in der 24. Minute der Führungstreffer: Thuram setzte sich auf rechts durch und passte auf Hofmann im Strafraum. Der legte quer für Wendt, der wiederum klug direkt kurz zurückpasste auf Plea, der überlegt ins Eck traf. Ein toll herausgespielter Treffer.

Hofmann erhöht cool auf 2:0

Fünf Minuten später musste Rose den ersten Wechsel vollziehen. Kramer wurde bei einem Bodenzweikampf unabsichtlich von Werner am Kopf getroffen und musste vom Feld - für ihn kam Strobl. Der spielte kurz darauf einen Traumpass in den Lauf von Thuram, der im allerletzten Moment von Upamecano gestört wurde (34.)

Eine Minute später durften die Borussen dennoch jubeln. Klostermann passte in die Mitte, wo Neuhaus lauerte, der direkt auf Hofmann im Strafraum spielte. Hofmann blieb am Elfmeterpunkt ganz cool, ließ Upamecano aussteigen und traf präzise flach ins Eck zum 2:0 (35.).

Ein Slapstick-Tor bringt Leipzig zurück ins Spiel

Die Gladbacher verdienten sich die Führung auch in der Folgezeit und hätten in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs sogar den dritten Treffer nachlegen können - nach einem schnell ausgeführten Freistoß und Zuspiel von Wendt wurde Pleas Schuss so gerade noch geblockt.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Leipzig zweimal und es wurde ein Sturmlauf erwartet, doch zunächst behielten die Borussen die Oberhand. Aber nach fünf Minuten brachten die Fohlen die Gastgeber zurück ins Spiel. Nach einem hohen Ball in Gladbachs Strafraum kam Sommer aus seinem Tor und fing die Kugel ab. Alles schien klar, doch der Goalie kollidierte in der Luft mit Zakaria, verlor das Gleichgewicht und ließ bei der Landung den Ball fallen, den Schick zum 1:2 einnetzte (50.).

Pleas Dummheit und Stielers fehlendes Fingerspitzengefühl

Ein Slapstickgegentor der üblen Sorte - doch es sollte für die Borussen noch bitterer werden. Zehn Minuten nach dem Anschlusstor schickte Schiedsrichter Stieler Plea mit Gelb-Rot vom Platz. Zunächst wurde Plea in einem Zweikampf gehalten, aber der Unparteiische pfiff nicht. Der Franzose regte sich auf und meckerte, woraufhin Stieler das Spiel unterbrach und Plea  mit Gelb bestrafte. Und weil Plea nochmal abwinkte, zeigte der Schiedsrichter Gelb-Rot.

Eine dumme Aktion von Plea, der sich natürlich besser im Griff haben muss. Dass der Schiedsrichter in so einer Situation so wenig Fingerspitzengefühl an den Tag legte, zeigt allerdings das Dilemma des Schiedsrichterwesens in Deutschland. 

Eine halbe Stunde plus Nachspielzeit in Unterzahl

Borussia musste also eine halbe Stunde plus Nachspielzeit in Unterzahl spielen. Rose brachte Embolo für Thuram und zunächst wurde es ein wildes und unsauberes Spiel, nachdem es bis zum Platzverweis eigentlich sehr gesittet zugegangen war. Die Karten (auf Gladbacher Seite) häuften sich, auch Marco Rose sah Gelb - als er sich wie Plea zuvor zurecht über eine Fehlentscheidung des unsicheren Schiedsrichtergespanns echauffierte.

Fußball wurde auch noch gespielt - allerdings unter ganz anderen Vorzeichen als in der ersten Stunde. Gladbach verteidigte in Unterzahl und schaffte keine Entlastung, während Leipzig mehr oder weniger einfallslos anrannte. Ein Kopfball von Schick (70.), ein Distanzschuss von Olmo (78.), ein Flatterball von Sabitzer (85.) und ein Flachschuss von Werner (86.) klärten Sommer & Co relativ sicher.

In der 90. Minute fällt doch noch der Ausgleich

Die beste Möglichkeit hatte RB durch Olmo, dessen Schuss aus spitzem Winkel von Zakaria abgefälscht wurde und am Außenpfosten landete (82.). Ansonsten sah es so aus, als ob die tapfer rackernden Borussen den Sieg in Unterzahl über die Zeit bringen könnten. Doch in der 90. Minute fackelte Nkunku die Kugel doch noch unhaltbar für Sommer zum 2:2 ins Eck.

In der Nachspielzeit - die sich auf satte sieben Minuten ausdehnte - wollte Leipzig den Sieg mit aller Macht, doch die Borussen hielten mit viel Moral dagegen und retteten zumindest den einen Zähler über die Ziellinie. Unter dem Strich war es dennoch mehr als ärgerlich, dass sich die Fohlen für eine starke Leistung nicht belohnten .

Kurzstatistik zum Spiel:

RB Leipzig: Gulacsi - Mukiele (46. Poulsen), Klostermann, Upamecano, Halstenberg - Adams, Laimer, Sabitzer, Forsberg (46. Schick), Nkunku - Werner

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Ginter, Zakaria, Elvedi - Lainer, Kramer (29. Strobl), Neuhaus (90.+6 Johnson), Wendt - Hofmann, Thuram (63. Embolo), Plea

weiter im Kader: Sippel (ETW), Stindl, Herrmann, Raffael, Traoré

Tore: 0:1 Plea (24.), 0:2 Hofmann (35.), 1:2 Schick (50.), 2:2 Nkunku (90.)

Gelbe Karten: Werner - Neuhaus, Elvedi, Embolo, (Rose)

Gelb-Rote-Karte: Plea (60.)

Schiedsrichter: Tobias Stieler

Zuschauer: 42.000 (ausverkauft)

 


von Marc Basten

 

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