17. Spieltag: Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach

Nullnummer zum Jahresausklang in Berlin

von 17. Spieltag: Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach

Ein umkämpftes Spiel in Berlin, das verdientermaßen keinen Sieger fand.

Ohne Tore endete das ›Topspiel‹ am Samstagabend zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach. In einer zähen und vor allem von defensiver Disziplin auf beiden Seiten geprägten Partie waren Chancen Mangelware. Das torlose Remis war das folgerichtige Resultat.

Marco Rose rotierte mal wieder kräftig durch – mit Bensebaini, Kramer, Embolo und Thuram kamen vier neue Spieler in die Startelf gegenüber der Partie am letzten Mittwoch gegen Paderborn. Wendt, Hofmann, Stindl und Herrmann rückten dafür auf die Bank. Fabian Johnson, am Mittwoch noch eingewechselt, stand nicht im Aufgebot. Dafür kehrte Jordan Beyer zurück in den Kader. Stefan Lainer musste dagegen zum zweiten Mal hintereinander passen.

Von Beginn an entwickelte sich im Berliner Olympiastadion das erwartete Spiel. Hertha zog sich, wie immer bisher unter Klinsmann, in die eigene Hälfte zurück und bearbeitete die Borussen sehr mannorientiert. Die Gladbacher wiederum legten ebenfalls wert auf eine gute Staffelung, um nach Ballverlusten das gefährliche Umschaltspiel der Berliner direkt unterbinden zu können. So egalisierten sich beide Teams über weite Strecken im Mittelfeld – der Begriff ‚Abnutzungskampf‘ trifft das Geschehen wohl ganz gut.

Löwen zimmert Freistoß an die Latte - Thuram scheitert an Jarstein

Ansehnlich war das nicht, zumal die Borussen immer dann, wenn die erste Aktion am Ball gelang, fast unmittelbar einen Ballverlust folgen ließen. Das lag nicht nur an der intensiven Arbeit der Berliner, sondern zu einem großen Teil auch am unsauberen Spiel der Borussen und mehreren technischen Fehlern. Die Gladbacher machten zwar mehr für die Spielgestaltung, die Chancen hatten allerdings zunächst nur die Berliner. In der 19. Minute köpfte Lukebakio aus günstiger Position über den Kasten, drei Minuten später zimmerte Löwen einen Freistoß aus über 25 Metern an die Latte – Sommer wäre machtlos gewesen. Kurz darauf zielte Lukebakio mit links aus zwanzig Metern haarscharf flach am Tor vorbei (29.).

Die Gladbacher fanden dagegen weiterhin keine Mittel, sich in eine vernünftige Abschlussposition zu bringen. Erst in der 39. Minute erspielten sich die Borussen die erste Tormöglichkeit. Neuhaus passte zentral auf Embolo, der zu Thuram halbrechts im Strafraum ablegte. Der Franzose schoss mit links aus rund dreizehn Metern, doch Jarstein parierte. Mehr brachten die Fohlen vor dem Seitenwechsel nicht zustande.

Borussia etwas zielstrebiger, aber ohne komplett ins Risiko zu gehen

In der zweiten Halbzeit wirkten die Gladbacher dann etwas zielstrebiger und zumindest ansatzweise auch mutiger als im ersten Durchgang. Die Rollenverteilung war nun noch klarer als zuvor: Berlin verteidigte nur noch, während die Borussen das Spiel machten, ohne freilich komplett ins Risiko zu gehen. Immerhin kam man jetzt zu Abschlusssituationen: Zakaria probierte es aus 17 Metern mit einer Direktabnahme, die jedoch etwas zu zentral geriet und damit sichere Beute für Jarstein wurde (55.) Drei Minuten später spielte Neuhaus einen perfekten Pass auf Plea, der halbrechts im Strafraum zum freien Abschluss kam. Doch sein Schuss mit der Innenseite war nicht scharf genug, so dass Jarstein abwehren konnte.

Kurz darauf setzte sich Embolo stark im Infight gegen Rekik durch und zog von rechts vors Tor, doch im letzten Moment wurde der Schweizer von Jarstein und einem Berliner Abwehrspieler am erfolgreichen Abschluss gehindert (63.). Das war die stärkste Phase der Borussen, die sich allerdings weiter nicht mit letzter Konsequenz nach vorne trauten. So pendelte sich die Partie nach und nach wieder auf dem eher flachen Niveau ein. Hertha vermied komplett das Risiko, die Borussen gingen zur Bewahrung der defensiven Stabilität auch nicht ›All-In‹, so dass die beiden letzten Möglichkeiten der Partie aus Standardsituationen resultierten.

Ein folgerichtiges Resultat einer zähen Partie

Zunächst war es der Berliner Boyata, der nach einer Ecke einen halben Meter am Tor vorbei köpfte (73.). Vier Minuten später kam Ginter nach einer Freistoßflanke von Neuhaus zu einem ›Schulter-Kopfball‹, doch auch hier verfehlte die Kugel ihr Ziel. In der Schlussphase blieben beide Teams ihrer Herangehensweise treu - keiner ging bedingungslos auf den Lucky-Punch, sondern die defensive Disziplin hatte weiter Priorität. So war das 0:0, das die komplette Spielzeit über auf der Anzeigetafel im Olympiastadion leuchtete, letztlich das folgerichtige Resultat einer zähen Partie, die auch keinen Sieger verdient hatte.

Kurzstatistik zum Spiel:

Hertha BSC: Jarstein – Klünter, Boyata, Rekik, Plattenhardt - Löwen, Skjelbred, Darida - Lukebakio (69. Wolf), Selke (69. Köpke), Dilrosun

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Jantschke (71. Beyer), Ginter, Elvedi, Bensebaini - Zakaria, Kramer – Neuhaus (82. Stindl) – Plea, Thuram -Embolo (87. Herrmann)

weiter im Kader: Sippel (ETW), Wendt, Bénes, Hofmann, Strobl, Raffael

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Selke, Boyata - Bensebaini, Zakaria

Schiedsrichter: Harm Osmers

Zuschauer: 50.208

 


von Marc Basten

 

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