33. Spieltag: SC Paderborn - Borussia Mönchengladbach

3:1 in Paderborn - Borussia wieder auf Platz 4!

von 33. Spieltag: SC Paderborn - Borussia Mönchengladbach

Doppeltorschütze in Paderborn - Lars Stindl (Foto: Poolfotos / Dirk Paeffgen)

Mit 3:1 (1:0) gewann Borussia Mönchengladbach am vorletzten Spieltag beim SC Paderborn. Patrick Herrmann und zweimal Lars Stindl sicherten den mühevollen, aber verdienten Erfolg. Da Leverkusen zeitgleich in Berlin verlor, geht Borussia als Vierter in den letzten Spieltag.

Marco Rose veränderte die Startformation gegenüber dem Heimsieg gegen Wolfsburg am Dienstag auf drei Positionen: Jantschke, Bensebaini und Herrmann begannen für Elvedi (Gelb-Sperre), Wendt und Traoré (beide Bank). Auf Seiten der Paderborner standen mit Marlon Ritter und Sven Michel zwei Spieler mit Gladbacher Vergangenheit auf dem Platz.

Die Borussen kamen sehr gut in die Partie, gingen früh drauf und stellten Paderborn vor echte Aufgaben. Belohnt wurden sie dafür bereits nach vier Minuten. Neuhaus spielte auf Stindl, der perfekt auf Embolo weiterleitete. Der Schweizer lief alleine aufs Tor zu, scheiterte mit seinem Rechtsschuss jedoch am Paderborner Schlussmann Zingerle. Zum Glück war Herrmann mitgelaufen, holte sich den Rebound und staubte zur Gladbacher Führung ab (4.).

Paderborn spielt gefällig – Embolo vergibt Großchance

Ein Auftakt wie gemalt für die Fohlenelf, die sich in der Folgezeit jedoch einer durchaus mutigen Paderborner Mannschaft gegenübersah. Die Ostwestfalen gingen ihrerseits ins Offensivpressing, woraus mehrere Eckbälle resultierten. Auch wenn die Paderborner vor der Pause keine klare Torchance hatten, so spielten sie gefällig und wirkten durchaus gefährlich.

Derweil versäumten es die Borussen, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Hofmann schoss einen starken Freistoß aus 25 Metern, doch Zingerle fischte den Ball aus dem Winkel (15.). Neun Minuten später eroberte Stindl den Ball, der über Hofmann zu Embolo gelangte. Der Schweizer versuchte es halblinks im Strafraum mit einem Schlenzer ins rechte Eck – zirkelte das Leder jedoch deutlich am Tor vorbei. Ärgerlich, auch weil ein Querpass auf Stindl eine Option gewesen wäre (24.).

Nach der Pause verballern die Borussen mehrere Hochkaräter

Nach knapp einer halben Stunde war erneut ein Ballgewinn von Stindl der Ausgangspunkt für eine Chance. Über Kramer gelangte das Spielgerät zu Neuhaus, dessen feiner Distanzschuss knapp über den Querbalken segelte (28.). Darüber hinaus verpassten es die Borussen, mehrere im Ansatz gute Angriffe zu Ende zu spielen. Einige technische Unsauberkeiten sorgten dafür, dass man nicht in Abschlussposition kam. Paderborn arbeitete weiterhin mit viel Einsatz und Leidenschaft und hielt das Spiel komplett offen – zur Pause wies die Statistik folgerichtig 50 Prozent Ballbesitz auf beiden Seiten aus.

Wie schon am Anfang der Partie, legten die Borussen auch nach Wiederanpfiff los wie die Feuerwehr. Sie drängten Paderborn tief in die eigene Hälfte und hatten mehrere Großchancen: Herrmann grätschte auf rechts den Ball in Richtung Tor - das Leder touchierte den zweiten Pfosten (47.). Keine sechzig Sekunden später brachte Hofmann die Kugel von links flach scharf an den Fünfmeterraum, wo Embolo seine Direktabnahme zwar in Richtung Tor brachte, sie aber nicht platzieren konnte - Zingerle war zur Stelle.

Michel trifft zum Ausgleich - Stindl antwortet nur zwei Minuten später vom Elfmeterpunkt

Paderborns Keeper behielt auch wenige Augenblicke später gegen Herrmann die Oberhand, der es nach Pass von Neuhaus von halbrechts versuchte (49.). Das war mittlerweile schon sehr fahrlässig, was die Borussen liegenließen. Und kurz darauf schien sich das zu rächen. Nach einem Einwurf spielte Michel Doppelpass mit Srbeny und vollendete mit einem trockenen Flachschuss, der unhaltbar für Sommer im Eck landete (54.).

Doch bevor sich das Ganze zu einem richtigen Problem entwickeln konnte, gaben die Borussen die Antwort. Stindl versuchte, einen langen Ball zu erreichen, wobei Hünemeier beim Klärungsversuch klar das rechte Bein des Kapitäns traf. Die Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Welz war eindeutig und der Gefoulte trat selbst an: Stindl verwandelte sicher zur erneuten Gladbacher Führung nur zwei Minuten nach dem Ausgleich (56.).

Gelb-Rot für Hünemeier - Stindl macht alles klar

Danach pendelte sich die Partie auf dem Niveau der ersten Halbzeit ein: Borussia war reifer am Ball, Paderborn blieb aber unangenehm. In der 65. Minute spielte Hofmann einen Klassepass auf Embolo, der in Richtung Tor sprintete. Der Schweizer wurde von Hünemeier umgerissen, kam aber sofort wieder auf die Beine, überlief einen Paderborner und fast auch Zingerle, der jedoch im letzten Moment noch retten konnte. Für Borussia gab es nur eine Ecke, aber Hünemeier sah für sein Foul berechtigt die Gelb-Rote Karte.

Die folgende Ecke köpfte Stindl am kurzen Pfosten aufs Tor, doch erneut war Paderborns Keeper auf dem Posten. Trotz Überzahl wirkten die Fohlen nicht ganz sattelfest - bis zur 73. Minute. Da spielte Ginter einen feinen Diagonalpass auf Bensebaini, der den Ball in die Mitte köpfte. Dort verpasste Neuhaus, aber Stindl beförderte das Leder ins Tor. Der Jubel blieb dem Kapitän allerdings im Halse stecken, denn der Assistent hatte die Fahne gehoben, weil er beim Pass von Ginter eine Abseitsstellung von Bensebaini ausgemacht hatte. Doch die kalibrierte Linie im Kölner Keller machte deutlich, dass das Tor regulär war und so durften Stindl und die Borussen mit etwas Verspätung doch noch jubeln.

Leverkusen verliert in Berlin - Borussia auf Kurs

Dieser Treffer eine gute Viertelstunde vor Schluss war natürlich die Entscheidung. Beide Teams brachten die Partie anständig über die Zeit, wobei es aus Gladbacher Sicht noch zwei bemerkenswerte Situationen gab: Zunächst erzielte der eingewechselte Bénes nach Flanke des ebenfalls neu gekommenen Wendt ein Traumtor, was jedoch wegen einer hauchdünnen Abseitsposition nicht gegeben wurde (87.). Alsdann wurde in der Schlussminute Torben Müsel eingewechselt und gab sein Bundesligadebüt.

Am Ende konnten sich die Borussen über einen verdienten 3:1-Pflichtsieg in Paderborn freuen, für den man aber einiges tun musste. Da Leverkusen gleichzeitig in Berlin mit 0:2 unterlag, rücken die Fohlen wieder auf Platz 4 vor und haben vor dem letzten Spieltag zwei Punkte Vorsprung auf die Werkself - dazu noch ein um neun Tore besseres Torverhältnis. Die Champions League ist zum Greifen nah.

Kurzstatistik zum Spiel:

SC Paderborn: Zingerle - Dräger (87. Zolinski), Sabiri, Hünemeier, Collins - Gjasula, Ritter (87. Fridjonsson), Antwi-Adjei, Evans (64. Mamba) - Srbeny (74. Kilian), Michel

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Jantschke, Bensebaini (84. Wendt) - Kramer, Neuhaus - Herrmann (74. Traoré), Stindl (74. Bénes), Hofmann - Embolo (90. Müsel)

weiter im Kader: Sippel (ETW), Doucouré, Kurt, Quizera, Bennetts

Tore: 0:1 Herrmann (4.), 1:1 Michel (54.), 1:2 Stindl (56./FE), 1:3 Stindl (73.)

Gelbe Karten: Sabiri, Michel – Bensebaini, Jantschke

Gelb-Rote Karte: Hünemeier (65.)

Schiedsrichter: Tobias Welz

Zuschauer: Fehlanzeige

 


von Marc Basten

 

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