30. Spieltag: SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach

0:1! Borussia schlägt sich in Freiburg selbst

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Alassane Plea sah in Freiburg Gelb-Rot (Foto: Poolfotos/Fohlenfoto/Norbert Jansen)

Eine überaus bittere 0:1-Niederlage kassierte Borussia Mönchengladbach am Freitagabend beim Angstgegner in Freiburg. Nach einer überragenden ersten Halbzeit brachten sich die Borussen u.a. durch einen Platzverweis für Plea selbst um den Erfolg.

Marco Rose ließ die Startelf gegenüber dem Heimsieg gegen Union Berlin am letzten Sonntag unverändert. Zurück ins Aufgebot kehrten Tony Jantschke (nach Gelbsperre) und Raffael (nach überstandener Verletzung). Kurt und Müsel, die beide im Heimspiel auf der Bank saßen, gehörten in Freiburg nicht zum Kader.

Borussia startete selbstbewusst in die Partie und war von Beginn an das klar bessere Team. Auch wenn Freiburg durch Waldschmidt die erste gute Chance hatte - der Nationalspieler schoss aus elf Metern über das Tor (8.) - waren die Gladbacher sehr dominant.

Borussia spielt bärenstark, vergisst aber das Toreschießen

Freiburg zog sich weit zurück in die eigene Hälfte, nachdem die Borussen die erste Angriffslinie mehrfach spielerisch leicht überwunden hatten. Obwohl die Gastgeber das Zentrum laufstark verdichteten, fanden die Gladbacher immer wieder sehenswerte spielerische Lösungen. Der Ball lief mit einer Selbstverständlichkeit durch die Reihen der Fohlen, wie man es in einem Auswärtsspiel in Freiburg in den letzten zwanzig Jahren nicht gesehen hat.

Problematisch allerdings, dass sich die Borussen nicht belohnten. Ein Schuss von Neuhaus stellte für Schwolow kein Problem dar (10.). Kurz darauf parierte der Keeper auch den Flachschuss von Plea per Fußabwehr und auch beim Rebound von Stindl, der es von der Strafraumkante mit einem Schlenzer probierte, war Freiburgs Keeper zur Stelle (16.). Eine Minute später traf Plea nach der nächsten feinen Kombination das Außennetz (17.).

Neuhaus vergibt Großchance - Warnschuss von Höler

Die Gladbacher legten sich Freiburg förmlich zurecht, versäumten es aber weiterhin, Kapital daraus zu schlagen. Neuhaus verlängerte nach dem nächsten Klasse-Spielzug einen Herrmann-Schuss ins Tor, stand dabei jedoch im Abseits (26.). Die beste Chance des ganzen Spiels hatte Neuhaus in der 37. Minute: Hofmann spielte einen Lupfer in den Strafraum, Stindl legte per Kopf auf Neuhaus ab, der den Ball knapp über den Kasten chippte.

Kein Tor für Borussia - das war zu diesem Zeitpunkt angesichts der Kräfteverhältnisse auf dem Platz eigentlich ein schlechter Witz. Doch auch bei Geisterspielen gelten alte Fußballerweisheiten: Wer vorne die Dinger nicht macht, der wird bestraft. Das wäre fast noch vor dem Pausenpfiff erfolgt, als Höler urplötzlich zum Schuss kam - Sommer parierte mit Mühe.

Grifo serviert und Joker Petersen trifft

Nach dem Seitenwechsel fanden sich die Freiburger besser zurecht, während die Kombinationen der Borussen nicht mehr mit der Selbstverständlichkeit des ersten Durchgangs rollten. Koch hatte eine erste Gelegenheit für die Breisgauer mit einem Flachschuss aus zwanzig Metern, der am Tor vorbeistrich (49.). Auf der anderen Seite klärte Lienhart nach einer flachen Hereingabe von Herrmann im letzten Moment vor dem einschussbereiten Thuram (53.).

Freiburg hielt das Spiel jetzt offen und markierte nach knapp einer Stunde den Treffer des Tages. Trainer Streich brachte in der 57. Minute Joker Petersen, der seinem Job gleich mit dem ersten Ballkontakt nachkam. Ex-Borusse Grifo zirkelte eine Freistoßflanke in den Gladbacher Strafraum, Petersen ließ sich vom unzureichenden Abwehrversuch von Stindl nicht beirren und köpfte zur Freiburger Führung ein (59.).

Plea erweist Borussia erneut einen Bärendienst

Das war natürlich eine kalte Dusche für die Borussen, gleichzeitig stieg das Selbstvertrauen auf Freiburger Seite spürbar an. Zwar schoss Stindl nur zwei Minuten nach dem Gegentor von der Strafraumgrenze knapp drüber, doch das war bereits die letzte nennenswerte Chance der Fohlenelf. In der 68. Minute nahm das Unglück dann endgültig seinen Lauf: Der für ein dummes Ballwegschlagen in der ersten Halbzeit gelbverwarnte Plea stieg Koch unabsichtlich auf den Fuß, was Schiedsrichter Schmidt erneut als gelbwürdig wertete und Plea vom Platz schickte.

Eine harte Entscheidung, weil der Referee ähnliche Fouls vorher und nachher nicht mit einer Karte ahndete - aber letztlich war es Pleas Unbeherrschtheit bei der ersten Verwarnung zu verdanken, dass es überhaupt soweit kam. Sportdirektor Max Eberl regte sich auf der Bank ziemlich auf und wurde von Schmidt mit der Roten Karte ›belohnt‹.

Freiburg mit Rückenwind - Borussia in Unterzahl harmlos

In Unterzahl stellte Rose auf ein 3-4-2 um, doch Freiburg hatte durch die Führung und mit einem Mann mehr richtig Rückenwind. Während die Versuche der Borussen versandeten, kamen die Freiburger zu weiteren Chancen. Koch scheiterte an Sommer (76.), Höler vergab eine nächste Gelegenheit (78.), ehe er am zweiten Pfosten freistehend per Kopf an Sommer verzweifelte, der per Fußabwehr rettete (84.). Derweil kamen die Borussen, bei denen Wendt, Bénes, Traoré und Raffael eingewechselt wurden, zu keiner nennenswerten Möglichkeit mehr.

Am Ende war es also wie immer in Freiburg: Gladbach holt sich eine blutige Nase und fährt ohne Punkte nach Hause. Nach so einer starken ersten Halbzeit durfte man niemals als Verlierer vom Platz gehen, allerdings hatten die Chancenverwertung sowie die zweite Hälfte inklusive dem Bockmist von Plea nicht viel mit Champions League zu tun.

Kurzstatistik zum Spiel:

SC Freiburg: Schwolow - Kübler (57. Schmid), Lienhart, Heinz, Günter - Koch, Höfler, Sallai (57. Petersen), Grifo (88. Franz) - Höler (88. Kwon), Waldschmidt (83. Haberer)

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi (81. Bénes), Bensebaini - Hofmann (81. Traoré), Neuhaus - Herrmann (72. Wendt), Stindl (81. Raffael), Thuram - Plea

weiter im Kader: Sippel (ETW), Doucouré, Jantschke, Kramer, Quizera

Tore: 1:0 Petersen (59.)

Gelbe Karten: Kübler, Koch, Höfler, Waldschmidt -

Gelb-Rote-Karte: Plea (68.)

Rote Karte: Max Eberl (69.)

Schiedsrichter: Markus Schmidt

Zuschauer: Fehlanzeige

 


von Marc Basten

 

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