Thorgan Hazard - Bereit für die Champions League?

So viel Stammspieler wie noch nie

von von Marc Basten
Hazard macht auf sich aufmerksam (Foto: Stuart Franklin / Bongarts / Getty Images)

Hazard macht auf sich aufmerksam (Foto: Stuart Franklin / Bongarts / Getty Images)

Für Thorgan Hazard ist das Jahr 2016 bislang sehr erfreulich verlaufen, auch wenn er letztlich nicht mit Belgien zur Europameisterschaft durfte. In Mönchengladbach hat er sich durchgesetzt und war in der Rückrunde so viel Stammspieler wie noch in seiner Zeit bei Borussia.

Thorgan Hazard startete mit großen Hoffnungen in die Saison, Lucien Favre bot den Belgier nach dem verpatzten Auftakt in Dortmund in allen Spielen von Beginn an auf. Dass die Borussia in dieser Phase nichts auf die Reihe bekam, lag nicht an Hazard, war für diesen jedoch besonders ärgerlich.

Als Lucien Favre das Handtuch warf, baute André Schubert zunächst auf andere Spieler. Hazard kam nur noch sporadisch von der Bank, ohne dabei nachhaltig auf sich aufmerksam machen zu können. Schubert bemängelte das Defensivverhalten des Belgiers und monierte das arg »verschnörkelte« und wenig zielstrebige Vorgehen des 23-Jährigen. Derweil rauschte die Fohlenelf mit Hazard als Randfigur von Sieg zu Sieg.

Doch nach der Winterpause änderte sich das Bild. Nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Dortmund und in Mainz beorderte Schubert Hazard im dritten Rückrundenspiel gegen Werder Bremen in die Startelf. Beim Kantersieg über die Norddeutschen überzeugte Hazard und spielte sich in der Stammformation fest. Zunächst auf der rechten Seite, später im variablen Dreiersturm mit Stindl und Raffael.

Hazard hat einen großen Schritt gemacht

Mit dem Spiel gegen Bremen machte Hazard 13 Partien als Startelfspieler. Dabei gelangen ihm drei Tore und vier Assists. Erst am vorletzten Spieltag gegen Leverkusen kam er von der Bank aus. Mittlerweile hatte sich der in Topform befindliche André Hahn in die Offensivreihe gedrängt und die Konkurrenzsituation für Hazard verschärft. Der nahm es sportlich, zumal Hahn gegen Leverkusen zum Matchwinner avancierte. Am letzten Spieltag in Darmstadt startete Hazard wieder und unterstrich mit seinem Treffer zum 1:0 seine Ambitionen.

Thorgan Hazard hat zweifellos einen großen Schritt gemacht. Die Systemanpassung kam ihm dabei zugute, wobei er auch auf der Außenposition im 4-4-2 deutlich verbessert agierte. Zentral fühlt er sich allerdings sichtlich wohl, wenn er mit allen Freiheiten ausgestattet wirbeln kann. Er spult ein riesiges Pensum ab, sprintet unglaublich viel und bringt sich immer wieder in Abschlussposition. Doch der Ertrag zum großen Aufwand steht noch nicht im richtigen Verhältnis. Es ist besser geworden, aber es gibt noch deutlich Luft nach oben.

Ein ganz wichtiger Spieler für Borussia

Interessant ist, dass Hazard im Zweikampfverhalten deutlich zugelegt hat. Er erobert giftig viele Bälle, wobei ihm seine Laufstärke zugutekommt. Obwohl er körperlich nicht gerade furchteinflößend daherkommt, kann er sich in den Duellen sehr gut behaupten. Auch in der Luft ist er, dank eines guten Timings, mehrfach Kopfballsieger gegen größere Gegner.

Auch wenn ihm Belgiens Nationaltrainer Marc Wilmots die Europameisterschaft noch nicht zutraute, so wird Thorgan Hazard für Borussia Mönchengladbach in der neuen Saison ein ganz wichtiger Spieler werden. Er hat den nächsten Schritt gemacht und gleichzeitig sieht man, dass er noch weitaus mehr Potential hat. Bleibt er auf dem eingeschlagenen Weg, wird er weiter ein Kandidat für die Startelf bleiben. Und dann nicht nur regelmäßig für Borussia spielen, sondern auch für Belgien.

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