Umstellungen müssen direkt passen

Schuberts nächste Herausforderung

von von Marc Basten
Gefordert - André Schubert (Foto: Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images)

Gefordert - André Schubert (Foto: Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images)

André Schubert erlebte in seiner mittlerweile acht Monaten als Trainer von Borussia Mönchengladbach mehr, als mancher Kollege in vielen Jahren auf verschiedenen Stationen zusammen. Die Herausforderungen werden nicht kleiner.

Kurz vor Saisonschluss wurde es um André Schubert nochmal richtig unruhig. Der 44-Jährige war auf dem Weg, mit den Fohlen den vierten Tabellenplatz zu sichern, und es hatte das öffentliche Bekenntnis von Max Eberl auf der Jahreshauptversammlung gegeben, dass Borussia mit Schubert in die neue Saison gehen werde. Dennoch kochten die Spekulationen über eine bevorstehende Ablösung Schuberts hoch, weil der Boulevard das Thema Markus Weinzierl aufwärmte. Erstaunlich dabei, dass die Geschichte überall bereitwillig aufgenommen und weiterverbreitet wurde.

Die geringe Hemmschwelle in den Medien war ein deutlicher Hinweis auf ein nach wie vor anhaltendes Misstrauen gegenüber Schubert. Woher das kommt, ist nicht auszumachen. Selbst Borussias Präsidiumsmitglied Hans Meyer, sonst nie um eine Antwort verlegen, musste diesbezüglich passen. Im Gespräch mit der Aachener Zeitung antwortete Meyer auf die Frage, woher das Unbehagen in Sachen Schubert stammt: »Ich weiß es wirklich nicht, und ich habe auch kein Verständnis dafür«.

Die Schubert zustehende Wertschätzung für dessen Arbeit habe der Trainer, so Meyer, »von Klubseite und den meisten Fans« erhalten. »Aber wie ein großer Teil der Medien mit ihm umgegangen ist, ist völlig unerklärlich nach seinen Resultaten und unverständlich«.

Max Eberl erklärte jüngst, dass Schubert dem Team nach dem Rücktritt von Favre einen »neuen Impuls« geben sollte. »Das hat er auf beeindruckende Art und Weise geschafft. Uns hat imponiert, wie er mit der Mannschaft umgegangen ist und die Mannschaft mit ihm. Deswegen haben wir gesagt: So wie wir jungen Spielern die Chance geben, wollen wir auch einem jungen Trainer die Chance geben«.

Schubert habe, so Eberl weiter, mit seiner Vorstellung vom Fußball überzeugen können. »André ist ein Trainer, der zu uns passt. Er wird die Zeit bekommen, seine Idee umsetzen zu können«.

In den vergangenen acht Monaten hat sich André Schubert diesen Vertrauensvorschuss verdient. Gleichwohl wird er weiter auf beständig hohem Niveau ›liefern‹ müssen, weil die Ansprüche gerade an ihn gewaltig sind. Das wird per se nicht einfach und angesichts der jüngsten Entwicklungen sogar richtig kompliziert.

Bislang hatte sich mit Håvard Nordtveit nur ein Spieler aus der bisherigen Basisformation verabschiedet. Doch mit dem Abgang von Granit Xhaka ergibt sich auch für Schubert eine nächste und große Herausforderung. Zunächst ist er davon abhängig, welche Neuverpflichtungen Eberl & Co an Land ziehen können. »Wir werden wieder kreativ sein müssen«, unterstrich Max Eberl im Hinblick auf das Unterfangen, die ›Xhaka-Lücke‹ zu schließen.

»Eins zu eins ist Granit nicht zu ersetzen«, weiß der Sportdirektor. Es dürfte darauf hinauslaufen, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu übertragen. Dafür braucht es nicht nur die richtigen Spieler, sondern auch das Händchen des Trainers, dies umzusetzen.

Vor allem, weil sich Schubert der Schwierigkeit zu stellen hat, dass sein Team im August, wenn die Champions-League-Quali ansteht, zwingend funktionieren muss. Gleichzeitig ergibt sich die Chance für André Schubert, sein Profil weiter zu schärfen und den nächsten Schritt heraus aus dem Schatten von Lucien Favre zu machen. Interessant wird es allemal.

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