Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg 3:0 (3:0)

Rundum gelungen

von 31. Spieltag: Borussia MG - VfL Wolfsburg 3:0

Raffael und Hofmann jubeln über den Treffer zum 2:0 (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach zeigte gegen den VfL Wolfsburg eine über weite Strecken überzeugende Leistung. Die Mannschaft gab eine gelungene Antwort, was sich auch in der Einzelkritik widerspiegelt.

Yann Sommer: Ein entspannter Abend für den Keeper, der diesmal allenfalls aufgrund der Temperatur ins Schwitzen gekommen sein kann. Zwei Bälle kamen auf sein Tor, einen lenkte er locker über die Latte. Im ersten Durchgang faustete er in einer Situation den Ball aus dem Strafraum. Bei seinen Abschlägen mit einiger Streuung, mehrere Bälle gerieten zu lang und landeten im Seitenaus. Ein Fehlpass zu einem Wolfsburger hatte eine Ecke zur Folge. Im ersten Durchgang spielte er riskant - aber letztlich gelungen - am störenden Bazoer vorbei. Note 3,5.

Nico Elvedi: Schaltete sich einige Male wirkungsvoll mit nach vorne ein und spielte u.a. einen richtig guten Pass auf Zakaria. Nach einem Durchbruch zögerte er zu lange mit der Hereingabe, so dass es nur eine Ecke gab. Zwei, drei Ballverluste im vorderen Bereich blieben die Ausnahme, sein Passspiel war sehr ordentlich. Defensiv stets im Bilde und ohne Probleme. Note 3,0.

Matthias Ginter: Erledigte seinen Job äußerst unaufgeregt und solide. Ginter spielte nahezu fehlerlos, die Abstimmung mit Vestergaard klappte und Wolfsburgs Offensivbemühungen waren keine wirkliche Herausforderung. Wichtig, dass Ginter die Konzentration über die gesamte Spielzeit aufrecht erhielt. Im ersten Durchgang spielte er einen tollen langen Pass auf Hazard, er selbst hatte Pech bei einer Kopfballgelegenheit. Note 3,0.

Jannik Vestergaard: War sehr stabil in seinen Aktionen und teilte im Zweikampf auch mal aus, wenn es nötig wurde. Im Spielaufbau äußerst aktiv und mit einem starken Zuspiel auf Hofmann, woraus das 2:0 resultierte. In einer Situation kam Vestergaard gut vor den Mann und trieb das Leder direkt nach vorne, doch beim Abspiel traf er die falsche Entscheidung. Nach einer Stindl-Ecke kam er völlig frei zum Kopfball, verzog jedoch deutlich. Im zweiten Durchgang ebenfalls mit einer relativ freien Kopfballgelegenheit. Nach der Pause einmal im Zweikampf vernascht, was ohne Folgen blieb. Note 2,5.

Oscar Wendt: Eine sehr routinierte und abgeklärte Vorstellung des Linksverteidigers. Rückte dosiert mit auf, ohne dabei den Rückraum zu vernachlässigen. Zwar hat man ihn schon stürmischer gesehen, doch so konnte er mit Stellungsspiel und Antizipation punkten. Die Zweikämpfe gewann er augenscheinlich mühelos. In der ersten Halbzeit versuchte er es mit einem direkten Freistoß, der jedoch deutlich das Tor verfehlte. Note 2,5.

Christoph Kramer: War sehr engagiert und strotzte nur so vor Selbstvertrauen. Er war überall zu finden, was gegen einen stärkeren Gegner gewisse Gefahr birgt, weil das Zentrum dann dünner besetzt ist. Gegen Wolfsburg passte es und Kramer konnte sich austoben. Überragend sein frecher Freistoß zum 3:0, mit dem er mindestens die Hälfte des Stadions und mit Sicherheit alle Wolfsburger überraschte. Nach der Pause übertrieb er es etwas mit der Trickserei im Gefühl des sicheren Sieges. Gleichwohl ist es nachzuvollziehen, dass in solchen Phasen das Spielkind durchkommt. Note 2,0.

Denis Zakaria: Fand wieder öfter die Gelegenheit, mit raumgreifenden Schritten nach vorne zu ziehen. So verarbeitete er das Elvedi-Zuspiel in höchstem Tempo und legte den Ball mit dem Außenrist nach rechts. Stindl übernahm, wobei Zakaria wahrscheinlich den Sololauf fortsetzen wollte. Cool, wie er im eigenen Strafraum den Ball nicht einfach wegschlug, sondern die Übersicht behielt und eine Lösung mit einem ruhigen Abspiel fand. Das trug zu seiner 100%igen Passquote (33/33) bei. Note 2,5.

Jonas Hofmann: Sorgte für eine Menge Betrieb mit seinen vielen schnellen Läufen, die phasenweise wirkten, als sei er mit einem Highspeed-Moped unterwegs. Immer wieder ging er in die Tiefe und riss Löcher. Ganz stark seine Annahme des Passes von Vestergaard, als er an Casteels scheiterte, bevor Raffael zum 2:0 vollendete. Den Freistoß vor dem 3:0 holte Hofmann mit einem dieser schnellen Antritte heraus. Auch danach mit zwei, drei richtig guten Ansätzen, bei denen er jedoch den Abschluss bzw. das Abspiel verpatzte. Grandios das Solo, mit dem er vier Wolfsburger stehen ließ. Diesmal schloss er auch überlegt ab, doch Casteels hielt leider hervorragend. So konnte Hofmann seine gute Leistung nicht krönen. Note 2,0.

Thorgan Hazard: War lauf- und sprintstark wie gewohnt, kam diesmal aber nur einmal in Abschlussposition. Nach einem langen Pass von Ginter bekam er den Ball jedoch nicht richtig unter Kontrolle und wurde von dem aus seinem Tor eilenden Casteels geblockt. Zuvor hatte er sich ein paar Mal verzettelt. Im Laufe der Partie beschloss Hazard, etwas einfacher zu spielen und zu passen, z.B. bei der Entstehung von Hofmanns Sololauf. Note 3,5.

Raffael: Profitierte von dem insgesamt agilen Offensivspiel und erfreute sich an mehreren Optionen von Mitspielern, mit denen er phasenweise wie zu ›alten‹ Zeiten kombinieren konnte. Raffael holte einige Freistöße raus, unter anderem nach einem ›Bierdeckeldribbling‹, als er gezogen wurde. Trocken und humorlos sein Schuss zum 2:0. Im weiteren Verlauf war Raffael beweglich, aber noch zu selten wirklich gefährlich. Hatte Glück, dass sein Befreiungsschlag und das anschließende Treten gegen den nervigen Arnold nicht geahndet wurde. Note 3,0.

Lars Stindl: Wirkte nach seiner Zwangspause in München tatsächlich deutlich munterer als zuletzt. Dabei spielte sicher auch eine Rolle, dass er sich mit seinem ›Raketeneinschlag‹ zum 1:0 nach acht Minuten weiteres Selbstvertrauen holte. Der Kapitän rackerte unermüdlich und bügelte u.a. einen Ballverlust von Elvedi tief in der eigenen Hälfte aus. Nach der Vorarbeit von Zakaria vereitelte Casteels mit starker Fußabwehr den zweiten Treffer von Stindl, der es zudem mit einem frechen Schuss von der Mittelline probierte. Überraschend als Eckenschütze von rechts positiv in Erscheinung getreten. Auch nach der Pause gesund aggressiv und frisch wirkend. Note 2,0.

Ibrahima Traoré: Kam offiziell für Zakaria rein, spielte jedoch natürlich auf der Position des ebenfalls ausgewechselten Hofmann. Traoré erntete Applaus für seine Rückkehr und einen Jubelsturm für ein Solo. Ohne Note.

Laszlo Bénes: Ersetzte Hofmann und spielte die Zakaria-Rolle. Machte dies bei seinem Comeback nach langer Leidenszeit ohne Probleme. Ohne Note.

Tobias Strobl: Bekam noch ein paar Minuten, auch um Kramer noch einen Applaus-Wechsel zu gönnen. Ohne Note.

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