Nachdreher aus Sandhausen

»Im Endeffekt ist es ein Ergebnissport«

von Nachdreher aus Sandhausen

Ein hartes Stück Arbeit für Alassane Plea & Co in Sandhausen (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach steht in der zweiten Pokalrunde und letztlich ging es am Freitagabend in Sandhausen nur darum. Nach der Partie waren die Protagonisten erleichtert - und sparten nicht mit Selbstkritik.

Es war irgendwie ein eigenartiger Abend in Sandhausen. Das Gewitter vor dem Spielbeginn hatte alle so richtig durchgeschüttelt und teilweise auch im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen lassen. Die Ungewissheit, ob überhaupt noch ein Fußballspiel stattfinden würde, nagte an den Nerven. »Gefühlt haben wir drei Stunden auf dem Platz gestanden und uns viermal aufgewärmt«, sagte Stefan Lainer anschließend. Der Anpfiff ertönte um 21.30 Uhr - da wäre planmäßig bereits Halbzeit gewesen.

Doch der Aufenthalt in der ›Warteschleife‹ und der durch den Regen aufgeweichte, aber angesichts der Umstände doch ordentlich zu bespielende Rasen, war für die Gladbacher im Nachlauf keine Entschuldigung dafür, dass es an diesem Abend fußballerisch nicht so rund lief, wie man es sich gewünscht hätte. »Wir haben noch nicht unseren Fußball, wie wir ihn spielen wollen, auf den Platz gebracht«, so Lainer. »Das lag nicht nur an der Witterung - der Gegner hat uns ständig früh unter Druck gesetzt«.

»Unsere Jungs haben gut dagegengehalten und sind immer wieder aufgestanden«

Die Borussen hatten gegen den überraschend aktiven und hoch stehenden Zweitligisten teilweise arge Probleme (siehe hierzu den aktuellen Einwurf ›Noch ein langer Weg zum ›Rose-Fußball‹). »Mit dem Ball haben wir noch nicht das gespielt, was wir können«, bekannte Tobias Strobl und auch Sportdirektor Max Eberl stellte fest: »Wir hätten mehr Ballbesitz haben müssen«. Weil die Gladbacher ihre fußballerische Überlegenheit nicht ausspielen konnten, wurde es schließlich zu einem echten Pokalfight. »Es war ein Spiel auf Augenhöhe«, konstatierte Eberl und Lainer ergänzte: »Der Gegner hat uns nichts geschenkt.«

Da die Gladbacher in der Vergangenheit gegen physisch starke Gegner schon mal eingeknickt sind, war die Erkenntnis erfreulich, dass die Spieler in Sandhausen ihren Mann standen. Obwohl es teilweise überhart zur Sache ging. »Von der Härte im Spiel war es an der Grenze«, bemerkte Eberl. »Aber ich habe keine Unfairness gesehen.« So wurde es vor allem körperlich zu einer Herausforderung für die Borussen. »Unsere Jungs haben gut dagegengehalten und sind immer wieder aufgestanden«, so Eberl. »Das muss man ihnen auch hoch anrechnen.«

»Wir brauchen nicht drumherumreden, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben«

»Der Gegner hat physisch unheimlich viel investiert, hinzu kamen die schwierigen äußeren Bedingungen«, sagte Marco Rose nach seinem Pflichtspieldebüt als Trainer der Borussia. »Die Jungs haben den Kampf voll angenommen, das muss ich ihnen zugutehalten. Wir hatten noch das eine oder andere Abstimmungsproblem und im ersten Pflichtspiel spielt natürlich auch das Thema Kraft eine gewisse Rolle. Deswegen nehmen wir positiv mit, dass wir das Spiel gewonnen haben. Ansonsten wartet jetzt noch ein Stück Arbeit auf uns.«

»Wir brauchen nicht drumherumreden, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben«, fasste Tobias Strobl zusammen. »Wir haben noch nicht zu 100 Prozent das umgesetzt, was der Trainer von uns sehen will. Aber wir haben den Kampf angenommen. Im Endeffekt ist es ein Ergebnissport. Wir haben 1:0 gewonnen und sind eine Runde weitergekommen - das ist alles, was zählt.«

Cuisance fehlte aufgrund Problemen an den Adduktoren

Nach dem Regenerationstraining am Samstag für die Spieler, die am Freitag zum Einsatz kamen und einem Spielersatztraining für die übrigen Profis, haben die Borussen am Sonntag frei. Montag um 16:00 ist das erste Training zur Vorbereitung auf den Bundesligaauftakt gegen Schalke angesetzt. Ob sich Jonas Hofmann in Sandhausen schwerer verletzt hat, ist noch nicht bekannt. Michael Cuisance gehörte nicht zum Aufgebot, weil er aufgrund Problemen an den Adduktoren passen musste.

 


von Marc Basten und Nadine Basten

 

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