Tony Jantschke

Mit bewährten Mitteln

von von Marc Basten und Nadine Basten
Tony Jantschke letztmals gegen Xabi Alonso (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Tony Jantschke letztmals gegen Xabi Alonso (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Nach einem verkorksten Jahr arbeitete sich Tony Jantschke in der abgelaufenen Saison erfolgreich zurück und wurde unter Dieter Hecking wieder zu einer festen Größe - mit bewährten Mitteln.

Im letzten Jahr überschrieben wir den Artikel über Tony Jantschke mit ›Eine Art Neuanfang‹. Nach einer Seuchensaison mit Kreuzbandriss fand für Jantschke tatsächlich eine Art Umorientierung statt. Das lag vor allem an der Spielweise, die sich unter Trainer André Schubert etabliert hatte. Neben der Einführung der Dreierkette war auch ein verändertes Zweikampfverhalten gefragt.

Für manchen Beobachter etwas überraschend setzte Schubert zu Saisonbeginn dennoch auf Jantschke. Der Trainer brachte ihn vornehmlich als linken Spieler in der Dreierkette, wo er die ersten fünf Pflichtspiele in Folge in der Startelf stand. Nach der Niederlage in Freiburg fand er sich unter der Woche in der Champions League in Manchester erstmals auf der Bank wieder.

Am Wochenende darauf spielte er gegen Werder wieder in der Dreierkette, doch den Stammplatz vom Saisonanfang war er los. In Leipzig wurde er nur eingewechselt, gegen Ingolstadt stand er in der Startelf und vier Tage später, ausgerechnet beim Highlight im Borussia-Park gegen Barcelona, blieb er 90 Minuten auf der Bank.

Das 0:4 auf Schalke war der Knackpunkt

Der Knackpunkt folgte fünf Tage später auf Schalke, als er wieder in die Anfangself rotierte. Dort hatte er größte Schwierigkeiten mit Eric Maxim Choupo-Moting, der sich im weiteren Saisonverlauf zu Jantschkes persönlichem Albtraum entwickeln sollte. Jedenfalls war Jantschke nach der 0:4-Klatsche auf Schalke bei Schubert als linker Akteur in der Dreierkette nicht mehr gefragt.

Lediglich bei der 0:3-Pleite in Berlin lief er in dieser Rolle nochmals auf - mit mäßigem Erfolg. In der Einzelkritik hieß es: Er musste oft zeitig in ein ›Alles-oder-Nichts-Tackling‹, was insgesamt sehr wild aussah und eigentlich überhaupt nicht Jantschkes Art ist.

Ansonsten kam Jantschke entweder von der Bank, oder aber der Trainer beorderte ihn auf die Sechserposition. Im Heimspiel gegen Manchester sowie gegen Mainz ließ Schubert im 4-4-2 spielen und Jantschke durfte mal wieder auf ›seiner‹ Position auf der rechten Seite ran. Nichtsdestotrotz merkten wir in der Einzelkritik nach dem Mainz-Spiel an: Jantschke grätschte in diesen 90 Minuten so oft, wie sonst in einer ganzen Halbserie.

Die Rückkehr zur Viererkette half Jantschke

Wegen Leistenproblemen stand er in den abschließenden beiden Partien unter André Schubert nicht zur Verfügung. Der Trainerwechsel in der Winterpause wird Jantschke nicht die Tränen in die Augen getrieben haben, zumal sich Dieter Hecking relativ zeitig festlegte, dass das unter Lucien Favre bewährte 4-4-2 wieder als festes System eingeführt wird. Jantschke war als Rechtsverteidiger gesetzt und konnte endlich wieder zu bewährten Mitteln greifen.

Durch die insgesamt geschlossene Staffelung der Mannschaft war es für die Verteidiger nicht mehr notwendig, laufend Hochrisikozweikämpfe führen zu müssen. Jantschke überzeugte mit gutem Stellungsspiel und klugem Abwehrverhalten. Im Spiel nach vorne blieb er zwar wie gewohnt eher unscheinbar, dafür trug seine unaufgeregte Spielweise wirkungsvoll zur defensiven Stabilität bei.

Die Ausnahme bildeten die Europacup-Spiele gegen Schalke mit Jantschkes speziellem Freund Choupo-Moting. Im Hinspiel in der Arena wurde der Schalker eingewechselt und spielte Jantschke mehrfach schwindelig. Im Rückspiel war es nicht viel anders - Tony bekam Choupo-Moting einfach nicht in den Griff.

Vertragsverlängerung bis 2021 ein Zeichen

Gegen Bayern drei Tage später half Jantschke aufgrund des personellen Engpasses durchaus annehmbar auf der Sechserposition aus, ehe es ihn im nächsten Auswärtsspiel in Frankfurt erwischte. Eine Handverletzung sowie ein tückischer Muskelfaserriss bedeuteten das Saisonaus für den 27-Jährigen.

In der kommenden Spielzeit wird Jantschke wieder angreifen und mit bewährten Mitteln seinen Stammplatz auf der rechten Seite einnehmen. Er ist als Führungsspieler gefragt und allseits geschätzt, was nicht zuletzt die vorzeitige Verlängerung seines Vertrages bis 2021 zeigt. Auf dem Weg zurück nach Europa wird Tony Jantschke eine Stütze sein.

 

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir an dieser Stelle in loser Reihenfolge auf die Basisspieler der letzten Saison eingehen und die Prognose wagen, welche Rolle sie beim Unternehmen ‚Rückkehr nach Europa‘ spielen werden.

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