Sonntagsspiel gegen RB Leipzig

Leipziger Allerlei

von von Marc Basten
Dagegen halten (Foto: Boris Streubel / Bongarts / Getty Images)

Dagegen halten (Foto: Boris Streubel / Bongarts / Getty Images)

Es wird viel Wind gemacht um RB Leipzig. Der wirkungsvollste Protest ist, den künstlichen Emporkömmling sportlich in die Schranken zu weisen. Das ist die Aufgabe für Borussia Mönchengladbach am Sonntag (15.30 Uhr).

Es hat sich einiges hochgeschaukelt in Fußballdeutschland in den letzten Monaten. Das Projekt von RB Leipzig eint die Anhänger unterschiedlicher Klubs in einer schon an Hass grenzenden Abneigung. Leipzig wird zum Feindbild des traditionellen Fußballs erklärt, wobei gerne vergessen wird, dass RB überhaupt nur deshalb möglich wurde, weil das ganze Fußballgeschäft durch und durch kommerzialisiert ist.

Man kann dieses Marketing-Projekt ablehnen und dies auch äußern. Angesichts der börsennotierten, von Konzernen gepimpten und durch die Hintertüre finanzierten Fußballunternehmen in der Bundesliga sollte man allerdings vorsichtig sein. Es ist zu einfach, nur mit dem Finger auf RB zu zeigen und gleichzeitig darüber hinwegzusehen, wo überall der eigene Klub seine Seele feilbietet, um im knallharten Business konkurrenzfähig zu bleiben.

Die ausufernden Proteste gegen RB bringen nichts, allenfalls kostenloses Marketing für den Sponsor. Der bezweckt genau das und letztlich sind die ganzen aufgeregten Diskussionen in der Öffentlichkeit in den letzten Wochen eine riesige PR-Kampagne für den Getränkehersteller. Dort wird man sich über das Gelingen der Strategie freuen und über die selbsternannten Retter des traditionellen Fußballs in den diversen Stadien lauthals lachen.

19 Minuten wollen die Fans schweigen

Das Spiel in Mönchengladbach steht natürlich unter besonderer Beobachtung nach den Vorkommnissen in Dortmund. Die Hoffnung ist groß, dass sich die VfL-Anhänger im Griff haben und nicht zu Gewalttätigkeiten hinreißen lassen. Doch ganz ohne Proteste - obwohl eine totale Ignoranz des Gegners am schlausten wäre - wird es nicht gehen.

19 Minuten wollen die Fans von Borussia Mönchengladbach am Sonntag schweigen und die eigene Mannschaft nicht anfeuern. Weil sie ihren Protest gegenüber dem Gegner ausdrücken wollen. Nun ja.

So muss sich die Truppe von Dieter Hecking also zu Beginn ohne Support oder zumindest Trallala-Untermalung von den Rängen abfinden. Dabei braucht sie nach dem unglücklich verlorenen Spiel gegen Florenz eigentlich jedwede Unterstützung über die volle Distanz.

Leipziger Umschaltaktionen vermeiden

RB Leipzig ist zwar mittlerweile in der Liga angekommen und spaziert nicht mehr so leicht von Sieg zu Sieg wie über weite Strecken der Hinrunde, doch die Mannschaft ist nicht umsonst der Tabellenzweite. Auf die Borussen wartet eine sportlich eminent schwierige Aufgabe.

Die Qualitäten des Teams von Ralph Hasenhüttl sind bekannt. Sie spielen mit einer immens hohen Intensität und Aggressivität. Nach Ballgewinnen schalten sie blitzschnell um und setzen die schnellen Leute vorne ein. Gerade diese Umschaltaktionen müssen die Gladbacher durch aufmerksames und gemeinschaftliches Verteidigen vermeiden.

Das wird nur dann funktionieren, wenn die Mannschaft von Dieter Hecking wieder so laufstark agiert, wie zuletzt. Dies ist angesichts der englischen Wochen keine Selbstverständlichkeit. Immerhin hat Hecking wieder ein paar Alternativen mehr für mögliche Rotationswechsel. Jonas Hofmann kehrt zurück und auch Timothée ‚Kolo‘ Kolodziejczak ist zumindest körperlich wieder soweit.

Auf sportlicher Ebene in die Schranken weisen

Dagegen dürfte Raffael aufgrund seiner Oberschenkelprobleme wohl erneut ausfallen. Daneben steht Tobias Strobl nicht zur Verfügung, der sich bei seinem Kurzeinsatz in Bremen die 5. Gelbe Karte abholte.

Wie Hecking sein Team aufstellt, wird sich am Sonntagnachmittag zeigen. Und dann könnte Borussia Leipzig auf sportlicher Ebene in die Schranken weisen. Das wäre der beste Protest gegen den künstlichen Emporkömmling.

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