Unbelastet ins Derby

»Köln hat etwas zu verlieren«

von von Marc Basten
Vorfreude auf das Derby (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Dieter Hecking am Freitag bei der Pressekonferenz: Vorfreude auf das rheinische Derby in Köln (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Vorfreude herrscht bei Borussia Mönchengladbach auf das rheinische Derby am Samstag beim 1.FC Köln (15.30 Uhr). Nach dem Heimsieg über Berlin fahren die Fohlen unbelastet nach Müngersdorf.

Der Dreier vom Mittwoch gegen die Hertha wirkt nach in Mönchengladbach. Die Lage hat sich entspannt, die vier Zähler nach der Länderspielpause haben das Risiko deutlich minimiert, nochmals in die Scharmützel um den Relegationsplatz zu geraten. So können die Borussen befreit auf das rheinische Derby blicken.

»Ich verspüre eine riesige Vorfreude auf mein erstes Derby als Trainer«, sagte Dieter Hecking am Freitag. »Die Brisanz dieser Partie ist uns bewusst. Meine Mannschaft weiß, dass das kein normales Spiel ist. Es sind die besonderen Duelle, natürlich auch für unsere Fans.«

Erstmals seit vielen Jahren stehen die Gladbacher in der Tabelle hinter dem FC. Daher sieht Borussias Trainer das Team um seinen Kumpel Jörg Schmadtke in der Pole-Position. »Köln als Fünfter ist der Favorit«, sagte der 52-Jährige. Doch natürlich rechnet sich der Trainer, nicht nur aufgrund der traditionell so guten Gladbacher Auftritte in Müngersdorf, einiges aus. »Ich erwarte eine ähnliche Aufgabe wie gegen Berlin und ein interessantes Aufeinandertreffen, bei dem offen ist, wer gewinnt. Wir wollen jedenfalls alles versuchen.«

Setzt Hecking erneut auf Bénes und Dahoud?

Sein Team benötige Geduld, aber auch die gegen Hertha gezeigte Kreativität im Offensivspiel. Ob dabei mit László Bénes der Matchwinner vom Mittwoch erneut auflaufen wird, wollte Hecking noch nicht verraten. Immerhin ließ er sich entlocken, dass man damit rechnen kann, László Bénes künftig öfter zu sehen. Angesichts der entspannteren Gesamtlage könnte es gut sein, dass Hecking auch auswärts auf das Duo Dahoud und Bénes setzt. Dass der junge Slowake möglicherweise im Defensivspiel überfordert sein könnte, fürchtet Hecking nicht: »Ich habe null Bedenken, was seine Zweikampfhärte angeht.«

Die andere Option wäre Tobias Strobl, der nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder zur Verfügung steht. Da der Ex-Hoffenheimer zuletzt nicht wirklich zu überzeugen vermochte, ist seine Rückkehr in die Startelf keinesfalls in Stein gemeißelt. Dagegen ist damit zu rechnen, dass Raffael wieder von Beginn an auflaufen wird. Nach der Geburt seiner Zwillinge sollte der Brasilianer befreit aufspielen können.

Verzichten muss Dieter Hecking neben Christoph Kramer weiterhin auf Fabian Johnson (Muskelfaserriss) und Tony Jantschke (muskuläre Probleme).

Gladbach will dem FC auf die Pelle rücken

Sowohl Hecking als auch Sportdirektor Max Eberl sprachen vor der Partie mit Hochachtung von der Entwicklung beim 1.FC Köln. Tatsächlich hat es das Duo Schmadtke und Stöger hinbekommen, den FC nicht nur in der Liga zu etablieren, sondern in dieser Saison einen weiteren Schritt zu machen. Die Abhängigkeit von Torjäger Antony Modeste ist zwar riesig, gleichwohl punkten die Kölner äußerst effektiv. Mit 40 Punkten sind sie dran an Europa, so dass jetzt die nächste Reifeprüfung folgt. Sind die Kölner wirklich so stark und gefestigt, dass sie dem Druck gewachsen sind?

Max Eberl sieht genau darin den Vorteil für die Borussia am Samstag. »Momentan hat Köln etwas zu verlieren«, erklärte er. »Und wir wollen morgen etwas gewinnen.« »Wir wollen versuchen, dass der Abstand kleiner wird«, bestätigte Dieter Hecking. Schließlich würde Borussia bei einem Sieg in Müngersdorf bis auf einen Zähler an den FC heranrücken. »Es ist doch toll, dass so ein Derby unter dem Gesichtspunkt steht, dass es für beide nach oben geht.«

Die sportlichen Voraussetzungen für ein packendes Derby sind gegeben. Die ewige Rivalität gehört zum Duell dazu, die Auswüchse in den letzten Jahren allerdings nicht. So hoffen alle Beteiligten, dass im Umfeld eine gewisse Normalität einkehrt. Die Borussenfans haben alle Karten abgenommen und nicht nur Max Eberl appelliert mit Blick auf künftige Derbys auf die Besonnenheit der Anhänger. »Der Wunsch von uns allen ist, auch in Zukunft Derbys mit vollem Gästekontingent zu bestreiten«. Dafür muss aber ein gesitteter Ablauf gewährleistet sein. Im Vorfeld haben Vereine und Fanorganisationen entsprechende Maßnahmen ergriffen. Gemeinschaftlich will man es hinkriegen, »die wenigen Vollidioten in den Griff zu bekommen.«

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