Vor dem Spiel in Nürnberg

»Klar wollen wir die Champions League noch angreifen«

von Vor dem Spiel in Nürnberg

Dieter Hecking erwartet, dass sein Team in Nürnberg das Heft in die Hand nimmt (Foto: TORfabrik.de)

Borussia Mönchengladbach tritt am vorletzten Bundesliga Spieltag beim 1. FC Nürnberg an (Samstag, 15.30 Uhr). Dieter Hecking will mit seinem Team den »maximalen Erfolg«. Platz 4 ist das Ziel.

Natürlich saßen auch die Gladbacher Borussen am Dienstag und am Mittwoch vor dem Fernseher und schauten sich die mitreißenden Halbfinalrückspiele in der Königsklasse an. Zweierlei werden sie mitgenommen haben: Zum einen die Sehnsucht nach diesem Wettbewerb. Wie großartig muss es sein, solch magische Nächte auf dem Platz zu erleben? Zum anderen die Erkenntnis, dass der Fußball eine Kopfsache und alles möglich ist. Und das nicht nur in Champions League, sondern auch im Endspurt in der Bundesliga.

So ist es möglich, dass Borussia Mönchengladbach nach dem 20. Spieltag einen 10-Punkte-Vorsprung auf Platz 5 und sogar 13 Punkte auf Rang 8 verschludert, um am Ende nach einem historischen Sinkflug vor einem Scherbenhaufen zu stehen. Genauso ist es möglich, dass Gladbach trotz allem auf Platz 4 landet und in der nächsten Saison bei den ganzen Großen mitspielen darf. Trotz der unfassbar schlechten Ausbeute seit dem 2. Februar.

»Wenn du dich klein machst, wirst du auch das Kleine kriegen«

Dieter Hecking gibt sich vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte (2009 - 2012) kämpferisch. »Na klar wollen wir die Champions League noch angreifen«, sagte er vor seinem letzten Auswärtsspiel als Trainer der Fohlenelf. »Du musst an den maximalen Erfolg denken. Wenn du dich klein machst, wirst du auch das Kleine kriegen. Wir müssen es versuchen, die Chance ist immer noch da«. Die Frage ist jedoch, ob die zuletzt kollektiv neben der Spur laufenden Spieler das umsetzen können.

Dieter Hecking verweist auf die Schlussphase gegen Hoffenheim. »Daraus müssen wir die Stärke ziehen. Wo die Mannschaft gemerkt hat, dass sie sich wehren und anfangen muss, das Heft in die Hand zu nehmen. Und das wird auch in Nürnberg der Fall sein. Wenn wir abwartend sind und die Nürnberger machen lassen, dann wird es wieder ein schweres Spiel.« Hecking ist zuversichtlich, dass sein Team eine forsche Marschroute an den Tag legen wird. »Wir müssen in die Situationen reinkommen und ich traue der Mannschaft absolut zu, das Spiel zu gestalten. Daran muss sie sich messen lassen. Wenn sie nach Europa will, dann muss sie so auftreten.«

»Es war zum ersten Mal seit Wochen auch mal wieder ein Lachen in der Kabine zu hören«

Der unverhoffte Punktgewinn am letzten Samstag könnte nochmal etwas freigesetzt haben. »Ich glaube schon, dass die Mannschaft aus dem 2:2 positive Energie gezogen hat«, sagte der 54-Jährige. »Es war zum ersten Mal seit Wochen auch mal wieder ein Lachen in der Kabine zu hören. Die Jungs sind selber nicht glücklich mit der Situation, weil sie wissen, dass viel mehr möglich gewesen wäre. Aber wir sind noch dabei. Die Mannschaft muss jetzt Lockerheit reinbringen und wir werden alles versuchen, um gegen Nürnberg zu gewinnen.«

Der Club steht mit mehr als einem Bein in der zweiten Liga. »Aber auch da wird die Hoffnung erst zu Ende sein, wenn sie faktisch abgestiegen sind«, weiß Hecking. »Sie werden sicherlich am Samstag alles probieren, um diesen Abstieg noch abzuwenden.« »Wir wollen gewinnen, gar keine Frage. Dementsprechend sollten wir auch auftreten. Aber es wird einen Spielverlauf geben und auch die Ergebnisse aus den anderen Stadien werden eine Rolle spielen. Das kann Auswirkungen haben.«

Christoph Kramer kehrt zurück, Patrick Herrmann fällt aus

Gewisse Auswirkungen hat auch die personelle Situation bei Borussia. Christoph Kramer kehrt nach abgelaufener Gelbsperre zurück, dafür wird Patrick Herrmann definitiv fehlen. Die im Spiel gegen Hoffenheim erlittene Oberschenkelzerrung, wegen der er zur Pause ausgewechselt werden musste, ist noch nicht abgeklungen. Tony Jantschke, der nach einem Schlag aufs Knie ebenfalls in der Halbzeit raus musste, ist noch fraglich. Klar ist, dass neben Herrmann und Stindl auch Raffael und Johnson (jeweils Wadenzerrung) nicht zur Verfügung stehen.

 


von Marc Basten und Nadine Basten

 

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