Thorgan Hazard

Ist Hazard in dieser Rolle verschenkt?

von Thorgan Hazard

Thorgan Hazard (Foto: TORfabrik.de)

Thorgan Hazard ist in Mönchengladbach in diesen Wochen ein großes Thema. Nicht nur der anstehende Vereinswechsel erhitzt die Gemüter, auch die Performance des Belgiers in der Rückrunde sorgt für Diskussionen. Möglicherweise kann ein Rollenwechsel helfen.

In der letzten Woche ist Thorgan Hazard bei einigen Anhängern von Borussia Mönchengladbach in Ungnade gefallen. Manche stempelten ihn als Verräter ab, andere forderten seine Verbannung auf die Tribüne. Der Vorwurf: Der undankbare Hazard wolle gemeinsam mit dem BVB die wahre Borussia um eine angemessen hohe Ablöse prellen.

Anlass für die teilweise heftigen Reaktionen war eine aus Dortmund lancierte Meldung, wonach Hazard beim BVB im Wort steht und seinen Vertrag in Gladbach notfalls auch noch ein Jahr aussitzen werde, sofern Eberl & Co die Ablöseforderungen nicht gehörig nach unten korrigieren. Dass der BVB den Weg über die Öffentlichkeit einschlägt, lässt festgefahrene Positionen vermuten. Ob Dortmund dieser Winkelzug etwas nutzen wird, sei dahingestellt. Thorgan Hazard hat man damit jedenfalls keinen Gefallen getan.

Acht seiner neun Tore erzielte Hazard zwischen dem 4. und 11. Spieltag

Immerhin beruhigten sich die aufgeheizten Gemüter am letzten Wochenende wieder, nachdem sich alle davon überzeugen konnten, dass Hazard sich ungeachtet seines angestrebten Vereinswechsels unverändert reinhängt. Gegen Leipzig war der Belgier mit vollem Einsatz bei der Sache und ließ keine Zweifel an seiner Einstellung aufkommen. Und das, obwohl er eher ein ‘Opfer’ als ein Profiteur der Umstellung auf das 3-4-1-2 System ist.

Die Hinrunde verlief für Thorgan Hazard mit 9 Toren und 6 Assists überragend. Im neuen 4-3-3 System wirbelte er munter drauflos und erzielte zwischen dem 4. und 12. Spieltag acht seiner neun Tore. Doch schon zum Ende der Hinrunde lief es nicht mehr ganz so wie geschmiert. Die Gegner hatten sich auf das neue Gladbacher System eingestellt, die nominellen Außenstürmer Plea und Hazard standen immer tiefer und es kommt nicht von ungefähr, dass auch die Torquote von Plea nach dem 11. Spieltag deutlich nach unten ging.

Hazard hat die Allround-Nummer drauf

In der Rückrunde sollten die Außen wieder höher agieren, im Wintertrainingslager wurde am Offensivpressing gearbeitet. Letzteres bekam man in der Praxis überhaupt nicht zu sehen und die Außenspieler kamen auch nicht so zur Geltung, wie erhofft. Die Mannschaft rutschte von der Ergebnis- in eine handfeste Krise und auch Thorgan Hazard blieb deutlich unter seinen Möglichkeiten. Erst die Einbindung der bisherigen ‘Springer’ Kramer und Zakaria als zentrale Figuren und die Umstellung auf das defensiv stabilere 3-4-2-1 brachten Borussia in die Spur.

Für Thorgan Hazard, in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch ein Offensivspieler mit Ladehemmung, veränderte sich die Rolle durch das neue System merklich. Auf der linken Seite darf er sich zwar gerne mit nach vorne einschalten, aber er muss gleichzeitig nach hinten absichern. Dass Hazard diese Allround-Nummer drauf hat, zeigt er nicht zuletzt in gleicher Rolle bei der belgischen Nationalmannschaft. Dort allerdings kann es durch die große Offensivqualität im Kader kompensiert werden, dass Hazard selbst nur gelegentlich in Abschlusssituationen kommt. In Gladbach sieht das etwas anders aus.

Hazard nach vorne und Wendt auf die linke Seite

Von daher stellt sich die Frage, ob Thorgan Hazard für Borussia in dieser Rolle nicht verschenkt ist. Die Schlussphase gegen Leipzig, als er neben Plea nach vorne rückte, zeigt eine mögliche Lösung für die verbleibenden vier Partien auf. Lars Stindl steht nicht mehr zur Verfügung, Raffael ist nach wie vor sehr weit von alter Klasse entfernt. Hazard nach vorne zu ziehen und ihn dort um Plea herum wirbeln zu lassen, erscheint mehr als schlüssig. Zumal für die Position auf der linken Seite mit Oscar Wendt eine Ideallösung parat steht.

So könnte Thorgan Hazard vielleicht doch noch das eine oder andere Tor beisteuern und für einen versöhnlichen Abschied sorgen. Und anschließend die Kasse ordentlich klingeln lassen.

 


von Marc Basten

 

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