Fabian Johnson - Resümee und Ausblick

Fabian Johnson - Das weiterhin ungelöste Rätsel

von Fabian Johnson - Resümee und Ausblick

Die Zukunft von Fabian Johnson liegt wahrscheinlich nicht in Gladbach (Foto: TORfabrik.de)

Fabian Johnson gibt weiterhin Rätsel auf. Auch in der abgelaufenen Saison verschwand der 31-Jährige weitestgehend unter dem Radar. Dabei ging alles ganz vielversprechend los und später schien er sich in neuer alter Rolle zu etablieren. Doch letztlich blieb der US-Nationalspieler mit 33% der möglichen Spielminuten nur eine Randfigur.

In der Vorbereitung auf die nun beendete Spielzeit sah es gut aus für Fabian Johnson. Durch die Einführung des neuen Systems wurden die Karten durchgemischt und Johnson schien als linker offensiver Angreifer seinen Platz gefunden zu haben. Er erzielte Tore, arbeitete fleißig mit nach hinten und stand folgerichtig zum Auftakt gegen Leverkusen in der Startelf. Allerdings dauerte das Intermezzo als linker offensiver Spieler nur eine Halbzeit. Dann wechselte er die Seite und erzielte aus dieser Position heraus seinen einzigen Saisontreffer. In den folgenden drei Begegnungen stand er als rechter Offensivspieler in der Anfangself, wobei er bei der ersten Saisonniederlage am 4. Spieltag in Berlin zur Pause ausgewechselt wurde.

Danach verschwand Johnson fast komplett von der Bildfläche, mehrfach stand er nicht mal im 18er-Kader. Hatte er in den vergangenen Jahren immer mal wieder mit hartnäckigen Verletzungen zu kämpfen, die ihn oft monatelang außer Gefecht setzten, kam er diesmal - zumindest nach den offiziellen Verlautbarungen - komplett beschwerdefrei durch die Spielzeit. Dennoch spielte er bis auf wenige Kurzeinsätze keine Rolle, während die Mannschaft von Erfolg zu Erfolg eilte. Erst im Dezember tauchte er wieder auf, als er in Hoffenheim den formschwachen Michael Lang in der letzten Viertelstunde ablöste - als Rechtsverteidiger. In den restlichen beiden Spielen bis zur Winterpause stand Johnson auf der rechten Abwehrseite in der Startelf - ohne sich dabei nachhaltig aufzudrängen (Note 4,0 u. 3,5).

Auch als Rechtsverteidiger konnte sich Johnson nicht festbeißen

Das sah wohl auch Dieter Hecking so, denn nach dem Jahreswechsel spielte Johnson in den ersten vier Partien keine Minute, zweimal war nicht mal im Kader. Doch da Hecking augenscheinlich mit der Perfomance von Lang nicht zufrieden war, beorderte er Johnson in Frankfurt von der Tribüne in die Startelf. Der machte seine Sache rechts hinten ordentlich (Note 3,0), genauso wie eine Woche später gegen Wolfsburg - der Niederlage zum Trotz (3,0). Beim folgenden Heimspiel gegen die Bayern erhielt Lang überraschend den Vorzug, blieb aber erneut unter seinen Möglichkeiten. Johnson löste den Schweizer in der Schlussviertelstunde ab und stand in den folgenden drei Partien als Rechtsverteidiger in der Anfangsformation.

So richtig festbeißen vermochte sich Johnson in dieser neuen alten Rolle allerdings nicht. Gegen Mainz und Freiburg spielte er durchschnittlich (Note 3,5), in Düsseldorf sah er mehrfach nicht gut aus und wurde nach einer reinen Alibivorstellung in der 69. Minute ausgewechselt (Note 5,0). Im folgenden Heimspiel gegen Bremen stellte Hecking auf Dreierkette um und Johnson kam erst in den letzten 24 Minuten für Herrmann auf der rechten offensiven Seite zum Zuge. Das waren gleichzeitig die letzten Spielminuten der Saison für den 31-Jährigen. In Hannover, gegen Leipzig und in Stuttgart war er jeweils über die komplette Zeit nur Zuschauer, bei den abschließenden drei Partien reichte es nicht mal für einen Platz im Kader. So endete eine hoffnungsvoll begonnene Saison - bereits die sechste von Johnson bei Borussia - sehr enttäuschend.

Möglicherweise trennen sich die Wege noch in diesem Sommer

Auch nach all den Jahren bleibt Fabian Johnson ein ungelöstes Rätsel. Dass er viele Anlagen mitbringt, ist unzweifelhaft. Seine Flexibilität macht ihn zu einem Trainer- und Teamspieler, der jeder Mannschaft gut zu Gesicht steht. Doch darüber hinaus bleibt der Eindruck, als ob Johnson eher emotionslos seinen Dienst verrichtet und es für ihn keinen Unterschied macht, ob er auf dem Platz steht oder nicht. Das wird ihm natürlich nicht gleichgültig sein, doch es fehlt augenscheinlich der Biss, seine Position in letzter Konsequenz zu behaupten. Daher ist absolut offen, ob und wie Fabian Johnson beim Neuanfang unter Marco Rose eingeplant wird. Sein Vertrag läuft nur noch ein Jahr und er gilt als einer der Kandidaten, von denen man sich im Sommer trennen wird. Die Option, Johnson als Rechtsverteidiger einzuplanen, entfällt mit der Verpflichtung von Stefan Lainer. Es wäre schon überraschend, wenn Marco Rose bei Fabian Johnson das entfachen könnte, was seine Vorgänger in sechs Jahren nur bedingt geschafft haben.

 


von Marc Basten

 

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