Tobias Strobl

Etwas abgetaucht nach starkem Beginn

von von Marc Basten und Nadine Basten
Tobias Strobl  (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Tobias Strobl (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Tobias Strobl war in seinem ersten Jahr in Mönchengladbach zunächst eine mehr als positive Überraschung. Er konnte das Niveau jedoch nicht halten und tauchte nach starkem Beginn etwas ab.

Vor der Saison hatte niemand den ablösefreien Zugang aus Hoffenheim so richtig auf dem Zettel. Tobias Strobl schien die Idealbesetzung als Allround-Backup für Abwehr und Mittelfeld. Doch André Schubert zeigte sich in der Vorbereitung sehr angetan von der Performance des gebürtigen Müncheners.

So kam es, dass Tobias Strobl in den ersten Pflichtspielen an der Seite von Christoph Kramer auflief. Der hochgehandelte Mo Dahoud musste sich zunächst hinten anstellen. Etwaige Skeptiker verstummten schnell, denn Strobl überzeugte mit guten Leistungen. Er strahlte eine gewisse Selbstverständlichkeit aus, behielt die Ruhe und spielte unaufgeregte und sichere Pässe.

Den ersten kleinen Dämpfer gab es bei der 1:3-Niederlage in Freiburg, als Strobl nicht gut zurechtkam und beim ersten Freiburger Treffer schlecht aussah. Am Mittwoch darauf in Manchester wurde der ehemalige Münchener-Löwe erstmals als linker Mann in der Dreierkette eingesetzt und ging gemeinsam mit den Kollegen beim 0:4 unter.

Kuriose 5. Gelbe Karte in Bremen

Sein nächster Einsatz folgte beim Auswärtsspiel in Leipzig - diesmal als rechter Verteidiger in der Viererabwehrkette. Hier zog er sich nach 20 Minuten einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu, der ihn einen knappen Monat und vier Pflichtspiele außer Gefecht setzte. Sein Comeback gab er im Celtic-Park neben Christoph Kramer im defensiven Mittelfeld. Strobl machte eine ganz starke Partie und erhielt seine Saisonbestnote (1,5).

In den verbleibenden Spielen bis Weihnachten war Strobl mit einer Ausnahme (Frankfurt) dabei, konnte aber das Niveau der ersten Monate in Gladbach nicht halten. Er enttäuschte nicht wirklich, weder als zweiter Sechser noch in der Abwehrkette, aber alles wirkte insgesamt schwerfälliger und bemühter. Sicherlich spielte es eine Rolle, dass die Mannschaft insgesamt immer mehr abdriftete und es komplizierter wurde, stabile Leistungen zu zeigen.

Das neue Jahr unter dem neuen Trainer begann für Tobias Strobl äußerst unglücklich. Im Trainingslager in Marbella zog er sich einen Sehnenriss im Beckenbereich zu. Das kostete ihn die ersten vier Pflichtspiele unter Dieter Hecking. Am 11. Februar wurde er in Bremen kurz vor Schluss eingewechselt, fiel dabei aber nur durch eine kuriose Aktion auf: Weil er bei seiner Einwechslung nicht wartete, bis Hahn vom Feld war, sah er sofort die Gelbe Karte - noch dazu die Fünfte.

Solide, aber nicht so auffällig wie zu Beginn

So dauerte es drei weitere Spiele, ehe er in Ingolstadt seine Startelfpremiere im Jahr 2017 geben konnte. Der Grund war die Schonung von Dahoud. Auch in den nächsten Partien bekam Strobl seine Einsatzzeiten, weil Kramer entweder angeschlagen oder gesperrt war. Im Bundesligaspiel gegen Schalke ersetzte er Kramer nach der Pause und machte ein starkes Spiel. Die weiteren Einsätze verliefen dagegen eher unauffällig.

Die konstante Selbstsicherheit aus den ersten Wochen strahlte er weiterhin nicht aus. Er arbeitete fleißig, aber über Störaktionen hinaus wurde er nur selten auffällig. In Frankfurt sah er kurz vor Schluss Gelb-Rot, was ihn das nächste Heimspiel gegen Berlin kostete und László Bénes zum Startelfdebüt verhalf.

In den letzten Partien, nachdem Kramer wieder zurückgekehrt war, kam Tobias Strobl nur als Einwechselspieler zum Einsatz, am finalen Spieltag gegen Darmstadt gar nicht.

Die Karten werden neu gemischt

Insgesamt war es dennoch eine mehr als ordentliche erste Saison für Tobias Strobl in Gladbach. Nicht viele hatten mit ihm gerechnet und im ersten Vierteljahr war er eine positive Überraschung. Die Qualität konnte er, auch weil die Umstände andere wurden, nicht ganz halten.

Im Sommer werden die Karten neu gemischt, mit Denis Zakaria gibt es weitere starke Konkurrenz. Tobias Strobl wird auf dem Weg zurück nach Europa auf jeden Fall eine Option für das defensive Mittelfeld oder auch die Abwehrkette sein, wenn ein besonnener und ruhiger Spielertyp gefragt ist. Unter normalen Umständen dürfte es für den 27-Jährigen jedoch schwer werden, einen Stammplatz zu erhalten.

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir an dieser Stelle in loser Reihenfolge auf die Basisspieler der letzten Saison eingehen und die Prognose wagen, welche Rolle sie beim Unternehmen ‚Rückkehr nach Europa‘ spielen werden.

Copyright © 2018 TORfabrik.de [Marc Basten] Nachdruck und Weiterverbreitung,
auch auszugsweise, nur mit Genehmigung.

TORfabrik.de ist ein offiziell eingetragenes Magazin bei der
Deutschen Nationalbibliothek (ISSN 1610 - 4919)
Herausgegeben von Marc Basten, Altenkleusheimer Str. 12, 57462 Olpe

Unterstützt durch unseren Sponsor & Partner: tops.net GmbH & Co. KG