Nachdreher aus Düsseldorf

»Es war eine enge Kiste«

von von Marc Basten, Jan van Leeuwen und Nadine Basten
Das Tor des Tages (Foto: TORfabrik.de)

Das Tor des Tages (Foto: TORfabrik.de)

Erleichterung bei Borussia Mönchengladbach nach dem knappen, aber verdienten 1:0-Sieg in Düsseldorf. Vor allem, weil Borussia nicht nur die Fortuna, sondern auch noch den Geist des 1:5 gegen Leverkusen besiegen musste.

Durchatmen war angesagt nach dem Schlusspfiff in Düsseldorf. Die Borussen haben die Hürde in der zweiten Pokalrunde genommen, was angesichts der Ausgangslage alles andere als ein Selbstläufer war. »Es war ein packendes Derby auf Augenhöhe«, blickte Dieter Hecking zufrieden zurück auf die 90 Minuten in der ausverkauften Arena.

Das Ambiente stimmte an diesem Abend und in gewisser Weise war es auch ein typischer ›Pokalfight‹. Wobei beide Teams erfreulicherweise doch eher die spielerische Komponente bevorzugten. Was wiederum nicht so einfach war. »Der Platz war dieses Derbys nicht würdig«, monierte Hecking die ackergleichen Verhältnisse in der Arena.

»Das soll aber die Leistung beider Mannschaften nicht schmälern«, sagte der 53-Jährige. »Beide haben läuferisch alles investiert und ich denke, dass es am Ende ein verdienter Sieg für uns war.« Hecking hatte nach der Pleite vom Samstag Vestergaard und Johnson aus der Startelf genommen, beeilte sich aber damit klarzustellen, dass diese Wechsel mit der englischen Woche begründet seien. Sündenböcke für das 1:5 wollte der Trainer nicht konstruieren.

»Das war keine Konsequenz aus dem 1:5, sondern eine gewollte kleine Rotation«, so Hecking. Dennoch waren die Folgen des Samstags auch in Düsseldorf spürbar. »Auch wenn ich das im Vorfeld ein bisschen heruntergespielt habe, hatten wir natürlich mit den fünf Gegentoren von Leverkusen zu tun. Es ist uns gelungen, das aus den Köpfen zu bekommen. Die Mannschaft hat stabil gestanden.«

In der ersten Halbzeit hatte Borussia das Geschehen bis auf wenige Ausnahmen im Griff. Anderthalb Chancen hatte die Fortuna, einen Elfmeter hätten die Gastgeber auch bekommen können. »Aber wir auch«, sagte Hecking und verwies auf die Szene mit Raffael vor dem Pausenpfiff. »Das hat sich also wieder ausgeglichen.«

»Nach der Pause hatten wir ein besseres Positionsspiel und haben die Räume gefunden«, so Hecking weiter. Die Folge war der Führungstreffer, der sich als das Tor des Tages entpuppen sollte. Dass Thorgan Hazard der Schütze war, darf getrost mit dem Attribut ›ausgerechnet‹ versehen werden angesichts der vielen Fahrkarten, die der Belgier zuletzt geschossen hat. »Endlich habe ich getroffen«, freute sich Hazard anschließend.

Diesmal hatte er das Glück des Tüchtigen, denn sein Schuss landete am Oberschenkel des Torwarts und flog von dort aus in die Maschen. »Es war nicht mein bestes Tor, aber es war wichtig. Für mich und die Mannschaft. Wir mussten gewinnen nach der Niederlage gegen Leverkusen und es war ein schwereres Pokalspiel.«

Glücklich war auch Tony Jantschke über den Verlauf des Abends. Schließlich war es für den 27-Jährigen der erste Pflichtspieleinsatz seit April. »Es war nicht so einfach, nach hinten heraus habe ich es schon in den Knochen gemerkt«, sagte Jantschke. Die fehlende Spielpraxis mag auch ein Grund dafür sein, dass Jantschke der Partie ungewollt eine dramatische Note verpasste.

Sein Foul führte zum Elfmeter für Düsseldorf. »Das war dumm von mir, da brauchen wir nicht lange drumherum zu reden. Ich falle auf eine Körpertäuschung rein, das passiert mir nicht so oft. Das war mein Ding«, gab er zu. »Dann hatten wir das Spielglück«, ergänzte Hecking. »Wenn der Elfmeter reingeht, gibts die zweite Luft für Fortuna und es wird ein ganz langer Abend. So haben wir uns am Ende über die Ziellinie gerettet.«.

»Es war eine enge Kiste«, sagte Jantschke. »Aber das wussten wir vorher. Wir hatten das Quäntchen Glück, müssen aber auch unsere Konter besser ausspielen. Da hatten wir viel Platz.« So sah es auch Hecking: »In der Phase vor dem Elfmeter habe ich gedacht, wir haben sie. Wir mussten da das zweite Tor machen, dann ist das Ding entschieden.«

Doch auch so reichte es zum Einzug ins Achtelfinale und brachte gleichzeitig die Erkenntnis, dass die unmittelbaren Folgen der Klatsche gegen Leverkusen abgefedert werden konnten. Entsprechend zufrieden machten sich die Borussen auf die kurze Heimreise.

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