Nico Elvedi

Es gibt noch Entwicklungspotential

von von Marc Basten und Nadine Basten
Nico Elvedi in Aktion (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Nico Elvedi in Aktion (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Für Nico Elvedi war es keine einfache zweite Saison in Mönchengladbach, was auch damit zu tun hatte, dass sein Förderer André Schubert nach der Hinrunde flog. Verletzungspech und eine neue Konkurrenzsituation machten Elvedi zu schaffen.

Nico Elvedis erste Schritte bei Borussia Mönchengladbach werden mit dem Namen André Schubert verbunden bleiben. Der Ex-Coach verhalf dem jungen Schweizer in seiner ersten Saison zum Bundesligadebüt und machte ihn zum Basisspieler. So war es auch zu Beginn der nun abgelaufenen Spielzeit, als Schubert dem mittlerweile 20-Jährigen das Vertrauen schenkte.

Elvedi war fester Bestandteil der Dreierabwehrkette, wo er die rechte Position übernahm. In den ersten sechs Begegnungen gehörte er, mit Ausnahme des ›Rotations-Pokalspiels‹, zur Startelf. Seine Leistungen waren in Ordnung, negative Aussetzer gab es in Freiburg und teilweise in Manchester, wobei in England insgesamt viel zu naiv gespielt wurde.

Im folgenden Heimspiel gegen Bremen erhielt er eine Pause, vier Tage später in Leipzig kam er von der Bank. Alsdann verpasste er bis Weihnachten kein Spiel mehr. Schubert setzte ihn wie gewohnt in der Dreierkette ein, aber auch als Innenverteidiger, als Christensen fehlte und teilweise mit Viererkette gespielt wurde. Elvedi lieferte weiter stabile Leistungen ab.

Probleme beim Kopfballtiming

In Berlin beim 0:3 gab es einen heftigen Ausschlag nach unten, Elvedi erhielt in der Einzelkritik die Note 5,0 und es war von einem ›rabenschwarzen Abend‹ die Rede. Doch das blieb die Ausnahme, obwohl er im weiteren Verlauf auf mehreren Positionen eingesetzt wurde. Nach dem Augsburg-Spiel schrieben wir: Es ist zwar gut, dass der junge Schweizer so flexibel ist, aber Stabilität kann er ob der ständigen Rollenwechsel nicht gewinnen.

Wenige Tage später endete das Kapitel André Schubert und auch für Nico Elvedi wurde alles auf null gestellt. Ausgerechnet in der Vorbereitung unter dem neuen Trainer Dieter Hecking erlitt Elvedi eine schmerzhafte Schambeinentzündung, die ihn lange außer Gefecht setzte. In den ersten zwölf Pflichtspielen des neuen Jahres blieb er außen vor. Erst im März beim Auswärtsspiel in Hamburg rotierte er für Jantschke als Rechtsverteidiger in die Viererabwehrkette.

Die fehlende Spielpraxis machte sich bemerkbar, aber auch seine Probleme beim Defensivkopfball. Trotz seiner stattlichen Größe und eines eigentlich guten Kopfballspiels unterlaufen ihm immer wieder Fehler. So in Hamburg, als er Kostic fast ungehindert die Führung köpfen ließ. Beim Kopfballtiming muss er sich dringend verbessern.

Elvedi ist noch extrem jung

Nach dem Comeback in Hamburg kam er in der Europa-League auf Schalke nicht zum Einsatz, im folgenden Bundesligaspiel gegen Bayern stand er wieder auf dem Platz, weil Jantschke als Sechser aushelfen musste. Im nächsten Spiel in Frankfurt verletzte sich Jantschke und fiel bis zum Saisonende aus, was Elvedi für die letzten Spiele den Platz in der Startelf sicherte.

In der unruhigen Schlussphase der Saison waren auch Elvedis Leistungen eher durchwachsen. Er machte vieles ordentlich, manche Sachen - wie beim Gomez-Tor in Wolfsburg - passten nicht.

Was man in der nächsten Saison von Nico Elvedi erwarten kann, ist schwer abzuschätzen. Es wird schnell übersehen, dass er mit seinen 20 Jahren noch extrem jung ist und dass Fehler zu einer Entwicklung dazugehören. Seine Anlagen sind gut, er behält meist die Ruhe und hat ein richtig erfreuliches Tempo, was er noch zu wenig ausspielt. Neben dem Kopfballtiming gibt es noch Potential, an dem gearbeitet werden muss.

Tony Jantschke wird als Rechtsverteidiger einen gewissen ›Bestandsschutz‹ genießen und ob Hecking Elvedi als Innenverteidiger einsetzen mag, bleibt abzuwarten. So wird Nico Elvedi sich in der neuen Saison im Training aufdrängen müssen, um seinen Trainer zu überzeugen. Macht der Schweizer die nächsten Schritte in seiner Entwicklung, könnte das durchaus funktionieren.

 

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir an dieser Stelle in loser Reihenfolge auf die Basisspieler der letzten Saison eingehen und die Prognose wagen, welche Rolle sie beim Unternehmen ‚Rückkehr nach Europa‘ spielen werden.

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