Fabian Johnson

Erst Springer und dann auf Eis gelegt

von von Marc Basten und Nadine Basten
Fabian Johnson (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Fabian Johnson (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Auch Fabian Johnson erlebte eine eher durchwachsene Saison. Zunächst wurde die ideale Position für ihn gesucht und als diese in der Rückrunde gefunden wurde, fiel er im letzten Saisondrittel verletzungsbedingt aus.

Mit Fabian Johnson waren bei Saisonstart einige Hoffnungen verbunden, schließlich hatte sich der US-Nationalspieler im Jahr zuvor mit starken Leistungen in den Vordergrund gedrängt. Allerdings kam es ihm weniger zugute, dass der damalige Trainer André Schubert die Dreierkette favorisierte. Oscar Wendt war im linken Mittelfeld erste Wahl, für Johnson musste eine andere Position gefunden werden.

Auf der rechten Seite, wo ihn Schubert zunächst einplante, konnte er nicht überzeugen. Nach dem 0:4 in Manchester war dieses ›Experiment‹ dann auch weitestgehend beendet. Drei Tage später gegen Bremen durfte er auf ›seiner‹ linken Seite ran (Wendt rotierte raus) und machte prompt ein Klassespiel (Note 2,0). Im nächsten Auswärtsspiel in Leipzig ließ Schubert mit Viererkette verteidigen, Johnson spielte vor Wendt und erzielte in der Schlussphase den Ausgleichstreffer.

In den folgenden Wochen wurde Johnson zum Springer. Er pendelte zwischen der linken Bahn und der Rolle des Mittelstürmers, als Raffael fehlte. Dort blieb er jedoch nur eine Notlösung. Richtig ausgereizt wurde seine Flexibilität in der Champions League daheim gegen Glasgow. Er begann im rechten Mittelfeld, spielte dann links vorne und beendete die Partie schließlich rechts hinten.

Man of the match mit Doppelpack

Ab November kam Johnson nur noch einmal in der Startelf zum Zuge (beim 1:1 gegen Manchester). Ansonsten wurde er lediglich eingewechselt und die letzten drei Spiele der Ära Schubert verpasste er wegen Achillessehnenproblemen.

Die Verletzung zog sich durch die Vorbereitung, nach zwei Kurzeinsätzen gab er erst im Pokal in Fürth sein Startelfdebüt unter Dieter Hecking. Der neue Trainer setzte im 4-4-2 vermehrt auf das erprobte Duo Wendt und Johnson. In den englischen Wochen des Frühjahrs rotierte er zwar ab und an aus der Startelf, dennoch konnte man den gebürtigen Münchener als Basisspieler bezeichnen.

Das Highlight der Saison war für Johnson sicherlich das Bundesligaspiel gegen Schalke 04. Beim 4:2-Heimsieg machte er ein bärenstarkes Spiel (Note 1,0) und wurde mit seinem Doppelpack zum ›Man of the match‹. Als es kurz darauf in der Europa League erneut daheim gegen Schalke 04 ging, lief es für Johnson ganz und gar nicht perfekt. Bereits nach einer Viertelstunde musste er wegen anhaltender muskulärer Probleme vom Platz.

In der wichtigsten Phase lag Johnson auf Eis

Während sein Team aus der Europa League ausschied, wurde bei Johnson ein Muskelfaserriss diagnostiziert. Dieser erwies sich als äußerst hartnäckig und nahm den 29-Jährigen für fast zwei Monate aus der Verlosung. In der wichtigsten Phase der Rückrunde lag Johnson auf Eis und verpasste u.a. das Pokalhabfinale gegen Frankfurt.

Erst in den beiden finalen Saisonspielen kam er wieder zum Einsatz, wobei er am letzten Spieltag gegen Darmstadt aufgrund des personellen Engpasses als Rechtsverteidiger auflief. In der Endphase wurde er mit muskulären Problemen ausgewechselt. Dennoch reiste er anschließend zu den Länderspielen mit der US-Auswahl.

Johnson muss die Ausfallzeiten minimieren

Den 2018 auslaufenden Vertrag haben Johnson und Borussia im Frühling bis 2020 verlängert. In der nächsten Winterpause wird Johnson 30 und gehört damit zu den ganz erfahrenen Profis im Kader der Fohlenelf. Entsprechend wird er in der neuen Saison bei der Rückkehr nach Europa auf und neben dem Platz gefragt sein.

Wichtig wird aber auch sein, die in ihrer Häufigkeit ungewöhnlichen muskulären Probleme in den Griff zu bekommen. Hier ist neben einer entsprechenden Belastungssteuerung durch das Trainerteam und Vor- und Nachsorge durch die medizinische Abteilung auch Fabian Johnson gefragt. Er muss noch mehr auf seinen Körper achten, um die Ausfallzeiten zu minimieren. Gerade in der heißen Endphase der Saison wog sein Fehlen schwer.

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