Einzelkritik 16. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - SC Paderborn 2:0 (0:0)

Ein Arbeitssieg sorgt für Erleichterung bei Borussia

von Einzelkritik 16. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - SC Paderborn 2:0 (0:0)

Die Borussen gewannen das letzte Heimspiel des Jahres gegen Paderborn.

Das letzte Spiel in diesem Jahr im Borussia-Park brachte für Borussia Mönchengladbach drei wichtige Punkte, um vor der Winterpause nicht aus der Spur zu rutschen. Die Borussen taten sich lange schwer gegen den Aufsteiger, siegten letztlich aber verdient. Die Einzelkritik.

Yann Sommer: Dürfte sich besonders darüber gefreut haben, dass er erstmals seit Ende September wieder ohne Gegentor blieb. Obwohl Paderborn sehr gefährlich war, wurde Sommer nur wenig ernsthaft geprüft. Einen Schuss von Pröger parierte er im kurzen Eck, ansonsten musste er ein paar Bälle wegfausten und als Anspielstation im Aufbauspiel fungieren. In einer Situation im ersten Durchgang klärte er nach einem langen Ball im Stile eines Liberos weit vor dem Sechzehner. Schoss, wie schon gegen Wolfsburg, bei einem Abschlag einen Gegner an. Blieb cool bei der Großchance für Oliveira Souza, als Neuhaus rettete. Note 2,5.

Tony Jantschke: Als rechter Mann in der Dreierkette zu Beginn mit einer guten ‘stechenden’ Abwehraktion und in der Folgezeit mit mehreren energischen und resoluten Zweikämpfen. Jantschke wusste meistens, wann und wie er angreifen musste, auch wenn er sich nach seinem zweiten Foul eine Gelbe Karte abholte. Danach kam er ohne Foulspiel aus. Rückte im Verlauf der ersten Halbzeit immer weiter an die rechte Außenlinie. Im Spiel nach vorne war Jantschke recht passiv, der eine oder andere Pass misslang. Dafür spielte er den langen Ball auf Stindl vor dessen Großchance, der dank des Stellungsfehlers des Paderborners ‘scharf’ wurde. Note 3,5.

Matthias Ginter: Eine typische ‘Ginter-Partie’: Solide, wenig Risiko und kämpferisch top. Wenn er nicht mehr weiter wusste, spielte er den langen Ball, aber er sorgte damit dafür, nicht so schnell in brenzlige Situationen zu geraten. Vor dem Halbzeitpfiff hatte Ginter zwei gute Kopfballmöglichkeiten nach Ecken. Im zweiten Durchgang erschien die Organisation einer Dreierkette bei einigen Tempogegenstößen der Paderborner schwieriger als gedacht. Die Restverteidigung war das eine oder andere Mal unterbesetzt, was sich Ginter als zentraler Mann ankreiden lassen muss. Note 3,0.

Nico Elvedi: Links in der Dreierkette aufgeboten, durfte er sich zumeist mit Michel herumschlagen, was Elvedi sehr ordentlich machte. Da jedoch auch der flinke Vasiliadis immer wieder nachrückte, konnte Elvedi kaum für Wendt Unterstützung bieten, der Pröger auf der linken Seite nicht in den Griff bekam. So wirkte der Gladbacher Abwehrverbund anfällig, obwohl Elvedi in jedem wichtigen Zweikampf die Oberhand behielt. Im Aufbauspiel war Elvedi kein Faktor, was das Überraschungsmoment angeht. Er beschränkte sich auf die risikolosen Varianten, die ihm eine Passquote von satten 94% bescherten. Note 3,0.

Denis Zakaria: Nach seiner Gelbsperre in Wolfsburg wieder dabei und als alleiniger Sechser vor der Dreierkette aufgeboten. Er war mal wieder bester Mann auf dem Platz, sowohl als Initiator, als auch korrigierende Instanz. Wie oft er Fehler der Kollegen ausgebügelt hat, war bemerkenswert. In der zweiten Halbzeit bei mehreren Kontern der Gäste der einzige Borusse, der das Tempo mitgehen konnte - klasse, wie er Pröger stellte. Auch die Aktionen, als er zündete und mit Ball nach vorne dampfte - wie vor dem Zuspiel auf Herrmann vor der Pause - waren herausragend. Seine öffnenden Dribblings mit enger Ballführung und hohem Tempo waren eine Augenweide. Lediglich ein ernsthafter Ballverlust, als Neuhaus rettete, ist ihm anzukreiden. Note 2,0.

Patrick Herrmann: Rechts im Mittelfeld aufgeboten, durfte er die komplette Seite beackern. Bei eigenem Ballbesitz war er Rechtsaußen, bei Paderborner Gegenangriffen musste er weit mit zurück sprinten. Im Spiel nach vorne hatte er zunächst einige unsaubere Aktionen im Repertoire - u.a. landete ein für Zakaria gedachter Kopfball in die Mitte bei einem Gegner und führte zu einer Konterchance. Bei zwei, drei Dribblings lief er ohne Plan oder Intuition einfach in den Mann. Direkt nach Wiederbeginn mit starker Balleroberung und Grätschenzuspiel auf Stindl - das war eine Schlüsselszene im Spiel. Danach war Herrmann sehr aktiv im Zweikampf und versuchte etwas heraufzubeschwören. Bekam zurecht den Elfmeter nach Videobeweis. Machte in der 88. Platz für Johnson und stellte mit seiner nunmehr 140. Auswechslung in der Bundesliga den bisherigen Rekord ein. Note 3,0.

Florian Neuhaus: Als rechter Achter zunächst mit einigen Problemen, seine Position und vor allem Räume zu finden. Er blieb einige Male hängen oder verzettelte sich beim Versuch, aus einer engen Situation herauszukommen. In der zweiten Halbzeit, als es etwas mehr Platz gab, zeigte er einige gute Annahmen und Weiterleitungen. Da blitzte wieder das auf, was ihn in der letzten Saison so stark gemacht hat. Ein Erfolgserlebnis würde Neuhaus sicher gut tun, doch ein Schuss aus günstiger Position wurde noch geblockt. Nach einem ‘Bierdeckeldribbling’ blieb die gelungene Fortsetzung aus. Hinten rettete er bei Paderborns Großchance in höchster Not per Grätsche zu Sommer. Als ihm im Schlussdrittel vorne ein Pass misslang und das Publikum murrte, klatschte Marco Rose auffallend Beifall, um Neuhaus aufzubauen. Insgesamt war bei Neuhaus eine leicht steigende Tendenz zu erkennen. Note 3,5.

Jonas Hofmann: Nominell linker Achter, aber wie immer mit großem Aktionsradius. Dabei allerdings mehrfach unkonzentriert und flapsig. In einer Situation unterliefen ihm zwei fahrige Kurzpässe innerhalb weniger Sekunden. Nach einer guten gemeinsamen Störaktion spielte er den Ball hibbelig ins Seitenaus. Im zweiten Durchgang steigerte er sich deutlich und spielte mehrere ordnende Pässe und kurbelte das Kombinationsspiel mit an. Läuferisch war er wie gewohnt stark. Hofmanns Verhalten gegen den Ball ist eigentlich ziemlich schlau, sein Verhalten gegen den Mann ziemlich mau. Note 3,5.

Oscar Wendt: Im linken Mittelfeld aufgeboten zeigte er sich zunächst recht aktiv auf dem Weg nach vorne. Er versuchte es mit einer direkten Flanke, ein Schussversuch wurde geblockt. In der Rückwärtsbewegung wurde jedoch schnell ein ‘Mismatch’ gegen Pröger deutlich. Wendt rannte mehrfach vergeblich hinterher und es wurde sehr brenzlig über seine Seite. So rückte Wendt nach einiger Zeit konsequent auf die Linksverteidigerposition, wodurch zeitweise ein flaches 4-4-2 gespielt wurde. Nach der Pause, als Borussia insgesamt aktiver war, rückte Wendt wieder mehr nach vorne und sah sich prompt in zwei Laufduellen in der Rückwärtsbewegung hoffnungslos unterlegen. Ein Foul, als er angestachelt vom Publikum übermotiviert in einen Zweikampf ging, brachte ihm die Gelbe Karte. Zehn Minuten vor Schluss folgte die Erlösung und vielleicht die definitive Wachablösung - Bensebaini kam für Wendt. Note 4,0.

Lars Stindl: Hatte eine erste Torchance, als er relativ frei zum Kopfball kam, diesen aber zu hoch ansetzte. In der Folgezeit ließ er sich immer wieder zurückfallen, um das Spiel mitzugestalten, leistete sich aber mehrere Ballverluste. Erst nach und nach glückten ein paar schnelle Weiterleitungen. Eine Bananenflanke von Stindl köpfte der im Abseits stehende Plea an den Pfosten. Kurz vor der Pause bekam Stindl die 100%ige Chance geschenkt, weil sich sein Gegenspieler nach dem langen Jantschke-Schlag verschätzte und Stindl alleine aufs Tor zulief. Er scheiterte an Zingerle - ein Lupfer wäre die bessere Option gewesen. Herausragend dann das intelligente Zuspiel auf Plea unmittelbar nach der Pause zum Führungstreffer. Vor dem Elfmeter zeigte Stindl, dass er der Kapitän ist, indem er Plea wegschickte und sicher verwandelte. In der 78. Minute räumte er das Feld für Thuram. Note 3,0.

Alassane Plea: Als zweite Spitze neben Stindl aufgeboten, machte er viele Wege - auch vergebens, weil die Bälle oft verloren gingen, bevor er angespielt werden konnte. Ein Doppelpass mit Herrmann war gelungen, ein Flugkopfball in Mittelstürmermanier landete am Pfosten - aber er war dabei im Abseits. Überhaupt muss Plea, wenn er vorne drin spielt, aufmerksamer bezüglich der Abseitsstellungen sein. Unmittelbar nach der Pause rundete er trocken zum 1:0 ab. Dieses Erfolgserlebnis sollte ihm Auftrieb geben. Später tanzte er in einer Situation im Strafraum regelrecht an den Gegenspielern vorbei, sein Abschluss wurde jedoch geblockt. Als es den Elfmeter gab, schien er enttäuscht, nicht schießen zu dürfen. Note 3,5.

Marcus Thuram: Kam für Stindl in der 78. Minute und zog kurz danach einen Sprint an, lief sich aber mit Ball am Fuß fest. Danach trat er nicht mehr nennenswert in Erscheinung. Ohne Note.

Ramy Bensebaini: Erlöste Wendt in den letzten zehn Minuten. Auch er musste in zwei, drei Situationen mit viel Aufwand einem Paderborner hinterher hetzen. Ohne Note.

Fabian Johnson: Kam zum ersten Mal nach dem 3. Spieltag wieder zu einem Pflichtspieleinsatz. In den zwei Minuten plus Nachspielzeit, die er für Herrmann auf dessen Position auf dem Platz stand, kam es allerdings zu keinem Ballkontakt. Ohne Note.

 


von Redaktion TORfabrik

 

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