Einzelkritik 34. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC 2:1 (1:0)

Souverän und sicher über die Ziellinie

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Durchsetzungsstark - Breel Embolo bereitete ein Tor vor und sorgte mit seinem Treffer für die Entscheidung. (Foto: Poolfotos/Fohlenfoto/Norbert Jansen)

Borussia Mönchengladbach hat die letzte Hürde der Saison mit Bravour gemeistert und beendet die Spielzeit verdient als Tabellenvierter. Die finale Einzelkritik:

Yann Sommer: Verlebte einen ruhigen letzten Arbeitstag in dieser Saison. Hertha fand im ersten Durchgang offensiv nicht statt, so dass Sommer nichts zu tun bekam - einzig eine vergleichsweise harmlose Hereingabe durfte er abfangen. Nach dem Seitenwechsel kam er bei einem langen Ball der Berliner gut raus und spielte mit - etwas später parierte er den Schuss von Arne Maier. Das war die einzige Bewährungsprobe für Sommer, der beim Berliner Treffer aus kurzer Distanz in der Nachspielzeit machtlos war. Note 3,0.

Stefan Lainer: Bis auf zwei oder drei kleinere Unachtsamkeiten - so rutschte ihm einmal der Ball ins Seitenaus - mit einer routinierten Vorstellung. In der Defensive ließ der Österreicher nichts anbrennen und war gewohnt bissig in den Zweikämpfen – nach vorne schaltete er sich beständig mit ein. So war er an einigen Angriffen beteiligt, die zu Chancen führten. Eine Hereingabe von Lainer führte zu der Doppelchance von Embolo, als dieser den Außenpfosten traf. In der Nachspielzeit machte er Platz für Jantschke. Note 3,0.

Matthias Ginter: Eine unaufgeregte und abgeklärte Vorstellung des Nationalspielers. Er war aufmerksam bei den wenigen gelungenen Angriffsversuchen der Berliner in der ersten Halbzeit und fing sowohl am Boden als auch in der Luft mehrere Bälle ab. Nach der Pause, als Berlin etwas mehr drückte, stand Ginter seinen Mann. Als Elvedi nach einer Stunde ein Kopfballduell verlor, bereinigte Ginter die Situation rigoros. Note 3,0.

Nico Elvedi: Nach Gelbsperre zurück in der Startelf und gleich mit einer ersten Torchance: Nach einer Ecke köpfte er etwas in Rücklage über den Kasten. Kurz darauf klärte er nicht sauber gegen Piatek, der flanken konnte. Dagegen zeigte sich Elvedi nach einem langen Pass auf Piatek unter Bedrängnis stabil beim Kopfball. Nach der Pause blockte er eine Hereingabe am Fünfmeterraum, etwas später verlor er ein Kopfballduell und konnte sich beim Kollegen Ginter bedanken, der die Situation bereinigte. In der Nachspielzeit ließ sich Elvedi von Ngkam bei der Vorbereitung des Berliner Treffers zu einfach ausspielen. Note 3,5.

Ramy Bensebaini: Hatte defensiv zunächst kaum etwas zu tun und schaltete sich munter mit nach vorne ein. Ein Schlenzer nach Neuhaus-Zuspiel flog deutlich über das Tor, kurz vor der Pause zirkelte er einen Freistoß in die Berliner Mauer. Hier und da wirkte der Algerier etwas fahrig - ein Pass landete im Seitenaus und in der gegnerischen Hälfte verlor er in zwei Situationen einfach den Ball. Nach dem Wechsel defensiv mehr gefordert, wobei er aufmerksam arbeitete und vor allem mit gutem Kopfballspiel zu gefallen wusste. Note 3,0.

Christoph Kramer: Verabschiedete sich mit einer starken Leistung in die Sommerpause. Kramer stopfte die Lücken, eroberte Bälle und teilte sich die Aufbauarbeit mit Neuhaus. Mit dem Chippass auf Embolo leitete er den Führungstreffer ein. Auch darüber hinaus spielte er mehrere gute vertikale Bälle und wirkte zielgerichteter als zuletzt. Stark war auch eine Aktion über die rechte Seite im Zusammenspiel mit Herrmann, die er letztlich mit einer unplatzierten Lupfer-Flanke abschloss. Kurz vor dem Seitenwechsel sah Kramer Gelb, als er einen Freistoß (zu) schnell ausführte und Schiedsrichter Aytekin den Ball an den Rücken schoss. Nach der Pause mehr in der Defensive gefordert, was er fleißig und mit großer Laufbereitschaft erledigte. Note 2,0.

Florian Neuhaus: Wechselte sich mit Kramer in der Spielgestaltung ab und verteilte die Bälle klug und mit Übersicht. So legte Neuhaus fein für Bensebaini ab, der über das Tor schoss, weitere Pässe ebneten den Weg zu Torchancen. Einen klaren Schritt nach vorne hat Neuhaus bei der Ballbehauptung gemacht - selbst mehrere Herthaner konnten ihn nicht vom Ball trennen. Steigerungsbedarf besteht bei den Torabschlüssen, denen es auch gegen die Hertha an Präzision und Wucht fehlte. Note 2,5.

Patrick Herrmann: War auf rechts ordentlich im Spiel, machte seine Wege und beschäftigte die Gegenspieler. Seine scharfe Flanke in der Anfangsphase verpasste Stindl nur ganz knapp. Auch in der Folgezeit gab es einige gelungene Aktionen, u.a. im Zusammenspiel mit Kramer. Kurz vor der Pause hatte Herrmann eine freie Schusschance halbrechts im Strafraum, doch sein strammer Schuss aufs kurze Eck wurde vom Berliner Schlussmann pariert. Nach dem Wechsel wurde ein Schussversuch von Herrmann geblockt. Bei dieser Aktion knickte er bei der Landung unglücklich mit dem rechten Fuß um. Mit einer Sprunggelenksverletzung musste er kurz darauf vom Feld. Note 3,0.

Lars Stindl: In zentraler Rolle der Dreh- und Angelpunkt auf dem Weg nach vorne. Mit guten Ideen und dem Blick für die Situation war der Kapitän an vielen Kombinationen beteiligt. Überragend der Pass auf Hofmann nach knapp einer halben Stunde. Stindl verpasste in der Anfangsphase eine scharfe Hereingabe von Herrmann nur ganz knapp und hatte in der 41. Minute die Großchance nach dem Fauxpas von Esswein - den freien Schuss aus elf Metern setzte er an den Pfosten. Nach dem Seitenwechsel mit einem komplett missglückten Freistoß aus 17 Metern, der hoch in die Nordkurve flog. Als Hertha offensiver wurde, arbeitete Stindl laufstark mit nach hinten. Am 2:0 war er bei der Ausführung der kurzen Ecke mit Hofmann beteiligt. In der Nachspielzeit machte er Platz für seinen langjährigen Partner Raffael. Note 2,5.

Jonas Hofmann: Traf wie schon gegen Wolfsburg früh in der Partie und ebnete damit den Weg zum letztlich ungefährdeten Heimsieg. Als nominell linker Offensivspieler war Hofmann wie gewohnt überall zu finden und fiel einmal mehr als äußerst geschickter Balleroberer auf. Hofmanns Laufwege sind oftmals intuitiv - so wie im Anschluss an den Traumpass von Stindl, als er sich auf dem Weg zum Tor den Ball etwas zu weit vorlegte. Kurz vor der Pause scheiterte Hofmann alleine vor dem Berliner Keeper, wobei in dieser Situation wohl auch eine Abseitsposition vorlag. Nach dem Wechsel bereitete er mit seiner Balleroberung eine gute Chance für Embolo vor und schließlich legte er mit seinem scharfen Außenristpass im Anschluss an eine kurz ausgeführte Ecke das 2:0 durch Embolo auf. Note 2,0.

Breel Embolo: Bereitete den Berlinern mit seiner Wucht von Beginn an große Probleme. Bärenstark, wie er sich vor dem 1:0 gegen die zögerlichen Abwehrspieler behauptete und geistesgegenwärtig den Ball zu Hofmann spielte. Auch danach machte er mehrfach gut die Bälle fest, wobei die Herthaner ihn nunmehr schärfer attackierten und er einiges auf die Socken bekam. Nach rund zwanzig Minuten bekam Embolo vom Berliner Torwart ein Geschenk, doch er war zu überrascht, um die unfreiwillige Vorlage zu nutzen. Mit einer seiner ›Wühlaktionen‹ ermöglichte er Stindl den Klasse-Pass auf Hofmann. Kurz darauf wurde Embolo nach Lainer-Zuspiel im letzten Moment gestört, den Rebound knallte er aus spitzem Winkel aufs Tor - der Ball touchierte den Außenpfosten. Nach der Pause zögerte er nach einem Traoré-Pass im Strafraum einen Tick zu lange und wurde entscheidend gestört. Kurz darauf hatte Embolo nach Ballgewinn von Hofmann eine gute Chance, zielte aber flach am langen Pfosten vorbei. Mit seinem Tor zum 2:0, als er den Ball aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken musste, entschied Embolo die Partie. Note 2,0.

Ibrahima Traoré: Löste nach einer Stunde den verletzten Herrmann ab und übernahm dessen Position auf der rechten Seite. Er bereitete mit einem guten Zuspiel eine Möglichkeit für Embolo vor und hatte etwas später eine eigene Schusschance. Sein Flachschuss mit rechts wurde leicht abgefälscht und flog knapp am Tor vorbei. Das brachte die Ecke, die zum 2:0 führte. Ohne Note.

László Bénes: Kam zwei Minuten vor dem Ende für Embolo und hätte Raffael fast sein Abschiedstor aufgelegt. Ohne Note.

Tony Jantschke: Wurde in der Nachspielzeit für Lainer eingewechselt, ohne in den verbleibenden Minuten an den Ball zu kommen. Ohne Note.

Raffael: Bekam sehr spät seine Abschiedssekunden, als er in der Nachspielzeit für Stindl eingewechselt wurde und von diesem die Kapitänsbinde übernahm. Nach Zuspiel von Bénes hatte Raffael noch die große Möglichkeit auf einen märchenhaften Abgang, aber er scheiterte am Berliner Keeper. Obrigado e adeus, Raffael. Ohne Note.

 


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