Trainingslager in Belek beendet

Eine viel zu kurze Woche

Created by von Marc Basten
André Schubert bei der Arbeit in Belek (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

André Schubert bei der Arbeit in Belek (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

André Schubert hat sein erstes Wintertrainingslager als Coach von Borussia Mönchengladbach hinter sich gebracht. Die Woche in Belek war für den 44-Jährigen viel zu kurz, um alle Themen abzuarbeiten.

Die Winterpause ist in diesem Jahr nicht besonders lang. Entsprechend knapp bemessen ist die Zeit, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. »Ich kann das nicht ändern«, sagte André Schubert zu Abschluss des Trainingslagers in Belek mit einem Schulterzucken. »Wir haben an den Schwerpunkten weitergearbeitet, aber sind nicht ansatzweise mit den Themen so weitergekommen, wie ich es mir vorgestellt habe«.

Übungen im taktischen Bereich mit zehn gegen zehn Feldspielern seien »teilweise sehr komplex und benötigen eine gewisse Intensität«. »Da kannst du nicht zu viel machen, deshalb geht das mit der Entwicklung in die nächsten Monate hinein«.

Die Ansätze sind klar definiert. »Alle Automatismen im Spielaufbau und der Ballzirkulation können wir noch verbessern«, sagt Schubert. »Das Freilaufverhalten und das Timing in der Offensive sind ganz wichtig. Darüber hinaus geht es darum: Nach Ballgewinn entweder aufs Tor zu gehen oder wieder kontrolliert aufzubauen. Bei Ballverlust musst du entscheiden: Kannst du sofort den Ball zurückgewinnen oder müssen wir uns zunächst wieder in die Organisation zurückziehen um dann neu zu attackieren. Das sind die Phasen, die wir immer wieder trainieren und es ist die Qualität im Spiel, das zu erkennen. Da haben wir noch einiges an Arbeit«.

Auch wenn die Woche wie im Flug verging, konnte Schubert verschiedene Erkenntnisse mitnehmen. Zum Beispiel, dass Martin Stranzl »ein toller Typ« ist. »Bislang kannte ich ihn weder von der Arbeit auf dem Platz noch als Persönlichkeit«. Ob der Routinier schon kurzfristig eine Alternative für die Startelf sein kann, erscheint eher fraglich. »Es geht für ihn darum, fit zu werden. Er merkt selber, dass er noch Anschluss und Spielpraxis braucht«.

Näher dran dürften die beiden Neuzugänge Hinteregger und Hofmann sein. »Beides sind Typen, die sehr gut zu uns passen«, ist sich Schubert sicher. »Jonas ist eher ruhig und zurückhaltend als Mensch. Auf dem Platz verkörpert er mit seiner Schnelligkeit eine hohe Qualität«. Die Ansätze im Test gegen Berlin haben Schubert gefallen. »Aber ich wünsche mir, dass er noch mehr das Eins-gegen-Eins sucht und ein bisschen mutiger auftritt«.

Martin Hinteregger deutete ebenfalls seine Qualitäten an. »Er ist aggressiv, deckt gut durch. Martin ist ein Brocken mit großem Selbstvertrauen, aber auch klar im Kopf und ein netter und bodenständiger Kerl«. Im Spielaufbau müsse Hinteregger »noch etwas kontrollierter« agieren. Dagegen sieht Schubert in der teilweise sehr rustikalen Herangehensweise des Österreichers kein Problem. »Seine Spielweise tut uns gut, weil er einen klaren und entschlossenen Zweikampf führt. Er soll nicht foulen, aber hart, aggressiv und kontrolliert im Zweikampf sein«.

»Ihr Einstand war gut, beide werden uns weiterhelfen«, ist sich Schubert sicher. »Sie sind konditionell auf einem ordentlichen Niveau und jetzt gucken wir, wie wir die ganze Geschichte taktisch angehen«. Nach dem Testspiel am Samstag in Bochum gibt es eine ›normale‹ Trainingswoche zur Vorbereitung auf das Dortmund-Spiel. »Einer der stärksten Gegner direkt am Anfang - es geht gleich von Null auf Hundert«.

Noch keine Rolle für den Rückrundenauftakt spielen die Rekonvaleszenten. Álvaro Dominguez ist »noch weit weg, das wird sich eine ganze Zeit hinziehen. Vor Mitte, Ende März wird da in Richtung Mannschaftstraining nichts passieren«, erklärte Schubert.

Besser sieht es dagegen bei André Hahn und Patrick Herrmann aus, die daheim ihr Programm absolvierten, während die Kollegen in Belek weilten. »Wenn alles planmäßig läuft, wird André Mitte bis Ende Januar einsteigen. Seine Verletzung ist gut verheilt«. ›Folgeschäden‹ sind nicht zu befürchten. »Er muss dann nur schnell wieder den Anschluss finden«.

»Bei ›Flaco‹ müssen wir schauen, weil es eine konservative Behandlung ist«, so Schubert. »Es sieht gut aus und wir hoffen, dass er auch Ende Januar dazu kommt. Aber wir wollen bei beiden kein Risiko eingehen und müssen die Jungs vielleicht auch ein bisschen bremsen, damit sie nicht zu ehrgeizig sind«.

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