Zufriedene Borussen

»Eine ordentliche Ausgangslage«

von von Marc Basten, Jan van Leeuwen und Nadine Basten
Mo Dahoud und Leon Goretzka lieferten sich packende Duelle (Foto: Patrik Stollarz / AFP / Getty Images)

Mo Dahoud und Leon Goretzka lieferten sich packende Duelle (Foto: Patrik Stollarz / AFP / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach konnte mit dem 1:1 in der Schalker Arena sehr gut leben. Jedenfalls zeigten sich die Protagonisten nach Abpfiff der kräftezehrenden Partie zufrieden. Nächste Woche ist alles drin.

Etwas gezeichnet waren die Borussen schon, als sie nach der späten Partie durch die Katakomben der Schalker Arena schlichen. »Das war ein hartes Stück Arbeit«, schnaufte Tony Jantschke durch. »Aber wir haben nicht verloren, obwohl wir sicher nicht unser bestes Spiel gemacht haben.«

Die Gladbacher starteten nahezu optimal in die Partie, weil Jonas Hofmann nach einer Viertelstunde das angestrebte Auswärtstor erzielte. »Das war ein guter Zeitpunkt« meinte Lars Stindl. »Das hat uns Selbstvertrauen gegeben.« Die Borussen übernahmen weitestgehend die Kontrolle, Schalke verhedderte sich zusehends beim Versuch, Lösungen zu finden.

Der Ausgleich kam daher irgendwie aus heiterem Himmel. Eine durchaus diskutable Situation ging dem Treffer von Burgstaller voraus. Raffael hätte eigentlich einen Freistoß bekommen müssen, doch der niederländische Referee ließ weiterspielen. »Es hätte sich keiner beschweren können, wenn gepfiffen worden wäre«, sagte Max Eberl. Der Sportdirektor wollte die Szene allerdings nicht zu hoch hängen, Lars Stindl sah das genauso. »Das war ein stückweit unglücklich, aber wir wollen nicht meckern. Es ist schwierig für den Schiedsrichter.«

Burgstaller war einen Schritt schneller als Timothée ‚Kolo‘ Kolodziejczak, der in dieser Phase deutliche Probleme hatte. »Bei Kolo hat man gemerkt, dass er lange nicht gespielt hat«, bestätigte Max Eberl. »Die erste Halbzeit war durchwachsen, nach der Pause war er besser. Nur diesen einen Fehlpass muss er sich sparen. Kolo braucht gute Momente, um sich Selbstvertrauen zu holen.«

Nach dem Ausgleich spielten die Borussen »nicht mehr so konzentriert und konsequent«, wie Lars Stindl bemerkte. Dieter Hecking dagegen fand die Darbietung seiner Spieler auch zu diesem Zeitpunkt noch im Rahmen. »Wir hatten mehr Spielanteile und waren die bessere Mannschaft. Das hat sich erst in den letzten zwanzig Minuten geändert.«

Da kam auf Schalker Seite Choupo-Moting und plötzlich brannte es bei den Borussen. Tony Jantschke, Hauptleidtragender dieser Einwechslung, sprach von Schalker Überzahl auf seiner Seite. »Zudem haben wir selbst zu wenig Fußball gespielt und Schalke damit stark gemacht«, sagte Jantschke. In der Schlussphase benötigten die Borussen Glück und einen starken Yann Sommer, um das Remis über die Zeit zu bringen.

»Yann Sommer in dieser Form brauchen wir, um unsere Ziele zu erreichen«, sagte Lars Stindl. »Yann hat am Ende hervorragend gehalten«, lobte Dieter Hecking den Goalie. Mit dem 1:1 waren die Gladbacher somit hochzufrieden, auch wenn Hecking bemerkte, dass »wir auch unsere Top-Möglichkeiten hatten, wo wir das Ergebnis auch noch für uns hätten stellen können.«

Doch der Coach rief zur Besonnenheit auf. »Wir müssen gucken, wo wir herkommen und immer demütig bleiben«, sagte er in bester ›Favre-Manier‹. »Wir sind heute nicht hergefahren, um Schalke aus dem Stadion zu schießen.«

»Das Resultat bringt eine ordentliche Ausgangslage für uns mit sich«, meinte Max Eberl. »Im Rückspiel im Borussia-Park mit unseren Fans im Rücken ist alles möglich.« Wobei auch dem Sportdirektor klar ist, dass sich der Tank der Spieler langsam aber sicher der Reserve nähert. »Ich hoffe, dass die Euphorie die schwindenden Kräfte ausgleicht«.

So schnell es ging, verließen die Borussen die Schalker Arena. Regeneration und aktive Erholung stehen auf dem Programm. Vor dem Rückspiel in einer Woche wartet mit der Auswärtspartie am Sonntag in Hamburg schon der nächste Kraftakt.

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