PLÖTZLICH IST PLATZ 7 WIEDER IN REICHWEITE

»Eine logische Konsequenz«

Created by Nachdreher zum Wolfsburg-Spiel

Endlich wieder jubeln im Borussia-Park (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Durchatmen bei Borussia Mönchengladbach nach dem 3:0 gegen Wolfsburg. Nach den Resultaten vom Samstag kann auch wieder gerechnet werden.

Nichts geht im Fußball über einen überzeugenden Sieg. Den verdiente sich Borussia Mönchengladbach am Freitagabend nach zähen Wochen gegen allerdings extrem schwache Wolfsburger vollauf. Die Erleichterung war anschließend spürbar, was auch mit der Atmosphäre im Borussia-Park zusammenhing.

»Heute war eine sehr gute Stimmung im Stadion«, hob Dieter Hecking hervor. Interessant dabei, dass es für das gelöste Ambiente eigentlich keinen Anlass gab. Auch das Spiel gab es zunächst nicht her, wurden doch allein in den ersten 30 Sekunden von beiden Seiten mehrere unkontrollierte hohe Bälle geschlagen. Doch trotz dieser Bolzerei war die Stimmung prächtig.

Vielleicht hatte ja der Imagefilm dazu beigetragen, der vor dem Spiel über die Stadionleinwand flimmerte und daran erinnerte, was Borussia Mönchengladbach ausmacht. »Wir sind alle Borussia«, sagte Christoph Kramer später. »Dass man auch mal nicht einer Meinung ist oder der Funke nicht überspringt, ist ganz normal. Aber am langen Ende sind wir alle Borussia Mönchengladbach und wollen so erfolgreich wie möglich Fußball spielen.«

Mannschaft und Publikum entwickelten eine Wucht

»Heute haben wir gesehen, was wir für eine Wucht entwickeln können, wenn wir alle an einem Strang ziehen«, so Kramer weiter. »Dann macht es auch am meisten Spaß. Das sollte immer so sein, dass wir zusammenhalten, auch wenn es mal nicht so läuft.«

»Wenn die Mannschaft mit der guten ersten Halbzeit dazu beigetragen hat, dass alles wieder mehr zusammenrückt, war es dafür ein richtig guter Sieg«, ergänzte Dieter Hecking. »Das fühlt sich dann auch gut an.«

Natürlich kann man nach diesem gelungenen Abend nicht alles rosarot malen - genauso wenig, wie man zuvor pauschal alles verdammen durfte. »Mit der ersten Halbzeit war ich sehr einverstanden«, sagte Hecking. »Da hatten wir sehr viel Bewegung zwischen den Linien und haben mit guten Läufen in die Tiefe nach langen Bällen Löcher gerissen. Nach der Pause war es ein schmaler Grat, da hätte ich mir schon gewünscht, dass wir zwingender den Vorwärtsgang einschalten würden.«

»Diese Mannschaft hat Vertrauen verdient«

Doch auch so geriet der souveräne Sieg nicht mal im Ansatz in Gefahr. Dieter Hecking brach nochmals eine Lanze für seine Spieler: »Diese Mannschaft hat Vertrauen verdient, auch wenn es in der Rückrunde den einen oder anderen Wackler gab und wo auch zurecht kritische Stimmen gekommen sind. Ich verstehe, dass über uns gemeckert wird, wenn wir scheiße spielen. Aber für mich war das eine logische Konsequenz: Wenn wir alle Mann an Bord haben, kann die Mannschaft so Fußball spielen, wie sie es heute in der ersten Halbzeit getan hat.«

Der Blick richtet sich jetzt auf Schalke am kommenden Wochenende. »Da haben wir noch die eine oder andere Rechnung offen«, so Hecking. »Wir wollen dort zeigen, dass wir nicht so weit weg sind vom Tabellenzweiten.« Zumal sich die Ausgangsposition vor den letzten drei Spielen aufgrund der Ergebnisse am Samstag nochmals verändert hat. Frankfurt auf Rang 7 hat nach der deutlichen Heimniederlage gegen Berlin nur noch drei Punkte (und sieben Tore) Vorsprung auf die Borussia und auch die schwächelenden Leipziger auf Rang 6 sind mit vier Punkten (sechs Tore) plötzlich wieder in Schlagdistanz.

»Wir müssen uns jetzt noch drei Mal ordentlich auf den Gegner vorbereiten, guten Fußball spielen und das Ding einfach vernünftig zu Ende bringen«, sagte Christoph Kramer. »Dann können gucken, wo wir landen.« Es ist schon erstaunlich, wie ein rundum gelungener Abend die Gemengelage verändern kann.

 

von Marc Basten und Nadine Basten

 

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