Yann Sommer

Ein stabiler Sommer

von von Marc Basten und Nadine Basten
Geht in sein viertes Jahr in Gladbach - Yann Sommer (Foto: Lars Baron / Bongarts / Getty Images)

Geht in sein viertes Jahr in Gladbach - Yann Sommer (Foto: Lars Baron / Bongarts / Getty Images)

Trotz zwischenzeitlicher Schwankungen absolvierte Yann Sommer eine insgesamt stabile dritte Saison als Nummer 1 bei Borussia Mönchengladbach. Er ist auch abseits des Platzes zu einem wichtigen Faktor geworden.

Yann Sommer ist ein Dauerbrenner. Bei 50 der 51 Pflichtspiele, die Borussia Mönchengladbach in der abgelaufenen ‚Mammut-Saison‘ abriss, stand der Schweizer zwischen den Pfosten. Dabei hatte die Spielzeit für den Keeper mit einem Schreckensmoment begonnen. Nach der für ihn persönlich so erfolgreichen EM mit der Schweiz blickte er mit viel Enthusiasmus auf seine dritte Saison bei der Fohlenelf, doch zweieinhalb Wochen vor dem Hinspiel der Champions-League-Playoffs erlitt er einen Kapselbandriss.

Doch Sommer wurde rechtzeitig fit und war beim erfolgreichen Saisonauftakt in seiner Schweizer Heimat (3:1 bei den Young Boys Bern) ein sicherer Rückhalt. Vier Tage später beim Pokalspiel in Drochtersen/Assel wurde er geschont – es sollte die einzige Partie bleiben, die er nicht absolvierte. Ansonsten verpasste der mittlerweile 28-Jährige keine Minute der Achterbahnfahrt 2016/2017.

Auch für den Schweizer Nationalkeeper verlief die Spielzeit schwankend. Zu Beginn hielt er beständig und selbst als es in der Königsklasse bei Manchester City vier Gegentore gab, war er noch der beste Gladbacher. Das war beim zweiten Spiel der Champions League leider nicht der Fall. Ausgerechnet am größten Feiertag der Saison, der Heimpartie im Borussia-Park gegen den FC Barcelona und damit dem direkten Aufeinandertreffen mit seinem Vorgänger Marc-André ter Stegen, patzte Sommer entscheidend. Vor dem Siegtreffer der Katalanen ließ er den Ball nach vorne abprallen.

Sommer profitierte von den neuen Strukturen

Fünf Tage später auf Schalke kassierte Sommer vier Stück. Ihm war zwar explizit kein Vorwurf bei den Gegentoren zu machen, dennoch wirkte er unglücklich. ‚Momentan fallen die Bälle, die er abwehrt, genau vor die Füße eines Gegners‘ hieß es damals in der Einzelkritik. Das trifft ganz gut die Verfassung von Yann Sommer im Herbst 2016: Er machte nur wenig grobe Schnitzer, aber gefühlt war fast jeder Schuss aufs Tor auch drin.

Im November bis zur Winterpause spitzte sich die Situation für Borussia immer mehr zu. Yann Sommer machte in dieser Phase lediglich ein Spiel, bei dem er besser als mit 3,5 bewertet wurde: Beim 1:1 gegen Manchester verdiente er sich mit starken Paraden die Note 1,5. Doch ansonsten passte sich Sommer eher der schwachen Performance an, die seine Kollegen auf den Platz brachten.

Wie abhängig ein Torwart von der defensiven Ordnung einer Mannschaft ist, zeigten die ersten Wochen des neuen Jahres unter dem neuen Trainer Dieter Hecking. Durch die Einführung fester Strukturen wurde es auch für Sommer einfacher. Die Gegner kamen zu deutlich weniger klaren Abschlüssen und wenn etwas durchrutschte, war Sommer oft zur Stelle. Der Goalie wurde wieder zum Rückhalt und sogar zum Matchwinner, wie beim Auswärtssieg in Ingolstadt (Note 1).

Eine gewichtige Rolle in der Hierarchie

Was nach wie vor ein Mysterium blieb, war die Geschichte mit den Elfmetern. Im März, nach dem schmerzhaften Aus in der Europa League schrieben wir in der Einzelkritik: ‚Schon fast rekordverdächtig, wie traumwandlerisch sicher er bei den Elfmetern stets die falsche Ecke wählt‘. Daran änderte sich am 1. April etwas, als er beim 0:0 in Frankfurt zum ‚Bewahrer des Auswärtspunktes‘ wurde (Note 1) und endlich einen Strafstoß parierte.

Das gelang ihm zwar auch drei Wochen später im Pokalhalbfinale gegen den gleichen Gegner, doch reichte dieser eine parierte Schuss im Elfmeterschießen nicht aus, um ins Finale einzuziehen.

Insgesamt war es, trotz der Schwächephase im Spätherbst, eine ordentliche dritte Saison von Yann Sommer in Gladbach. Seine Entwicklung auf dem Spielfeld war dabei vielleicht nicht sonderlich auffällig, dafür hat er neben dem Platz an Standing gewonnen. In der neuen teaminternen Hierarchie nimmt der 28-Jährige eine gewichtige Rolle ein. Dass er sich damit, und auch mit der Borussia, identifiziert, macht die vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2021 deutlich. Obwohl zu diesem Zeitpunkt absehbar war, dass Gladbach in der neuen Saison nicht international vertreten sein wird, entschied sich Sommer für einen Verbleib.

In seinem vierten Jahr als Nummer 1 in Mönchengladbach sollte Yann Sommer für den nötigen Rückhalt sorgen können, damit in seinem fünften Jahr im Borussia-Park auch wieder international gespielt wird.

 

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir an dieser Stelle in loser Reihenfolge auf die Basisspieler der letzten Saison eingehen und die Prognose wagen, welche Rolle sie beim Unternehmen ‚Rückkehr nach Europa‘ spielen werden.

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