Enttäuscht und stolz zugleich - Platz 3 ist weiter drin

Die Belohnung blieb aus

von von Marc Basten, Jan van Leeuwen und Niklas Kirchhofer
Buffon rettet gegen Stindl (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Buffon rettet gegen Stindl (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Gemischte Gefühle am späten Dienstagabend im Borussia-Park. Die Leistung beim 1:1 gegen Juventus Turin war aller Ehren wert, das Ergebnis passte am Ende nicht ganz. Daher waren die Borussen ein wenig enttäuscht.

Es war fraglos ein beeindruckender Champions-League-Abend im Borussia-Park. Wie die Borussen in der ganz starken ersten halben Stunde Juventus Turin in deutliche Verlegenheit brachte, war schon Extraklasse. »Ein Riesenkompliment an die Mannschaft«, zollte André Schubert seinem Team Respekt. »Das war eine Menge Intensität, Spielfreude und hohe Qualität«.

»Wir sind sehr zufrieden mit der Leistung, aber nicht 100%ig mit dem Ergebnis. Es ist schade, dass sich die Mannschaft nicht mit einem Sieg belohnt hat«. Dabei ging es optimal los, als Fabian Johnson für den zeitigen Führungstreffer sorgte. »Ich habe den Ball gut erwischt«, sagte Johnson. Danach wirbelten die Gladbacher Turin komplett durcheinander. »Da haben wir es verpasst, das zweite Tor nachzulegen«, meinte Johnson.

Stattdessen wurde Juve stabiler und unterband vor allem das Gladbacher Aufbauspiel nachhaltig. »Sie sind taktisch sehr stark, die Stürmer pressen sehr gut«, hatte Álvaro Dominguez festgestellt. Es wurde schwer, sich bis in den gegnerischen Strafraum zu kombinieren, so dass oft nur Distanzschüsse blieben. Dennoch konnte sich Borussia behaupten, selbst wenn kurz vor dem Pausenpfiff der Ausgleich fiel.

Nach dem Seitenwechsel legte Juve mächtig zu, ehe der Platzverweis die Situation komplett änderte. »Nach der Roten Karte waren wir noch dominanter als in der ersten Halbzeit«, sagte André Schubert. Turin zog sich extrem zurück. »Das war nicht einfach, gegen so eine kompakte Mannschaft«, schilderte Yann Sommer seine Beobachtungen. »Es hat uns auch das Quäntchen Glück gefehlt«.

Bei Stindls Kopfballaufsetzer reagierte Buffon stark, beim Lattenschuss von Hazard fehlten Zentimeter dazu. »Wir haben den Gegner bespielt, das haben wir gut gemacht«, meinte Schubert. »Wir sind keine Kopfballmannschaft und daher bringen hohe Bälle und Flanken nichts«.

»Ganz ehrlich, ich hätte lieber gegen elf Mann weitergespielt«, meinte Ibo Traoré. »Es war ganz schwer, Lücken zu finden. Gegen elf Mann war es einfacher«.

So blieb am Ende der eine Punkt und die Erkenntnis, dass man im Frühjahr nicht weiter in der Champions League spielen wird. »Es ist schon eine Enttäuschung da«, meinte Traoré und Granit Xhaka ergänzte: »Da war mehr drin heute. Wir haben eine Weltklassemannschaft teilweise beherrscht. Wir haben alles rausgehauen, aber es wollte einfach nicht klappen«.

Die Zielsetzung bleibt dennoch unverändert: »Der dritte Platz ist noch möglich, das wird ein Finale«, sagte Traoré. »Wir sind nicht weit von diesen Mannschaften weg«, meinte Álvaro Dominguez. »Wenn wir gegen Sevilla gewinnen, können wir in Manchester einen guten Job machen«.

»Es bleibt dabei: Wir wollen in Europa überwintern«, stellte Granit Xhaka klar. »Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen, wenn wir so spielen wie heute«. Doch zunächst steht die Bundesliga an, gegen Ingolstadt wartet nach dem Festtag ein echtes Kontrastprogramm.

»In der Bundesliga wird nichts verschenkt«, weiß Yann Sommer. Dass Ingolstadt vom Kopf her zum Stolperstein werden könnte, war für die Borussen kein Thema. Und auch körperlich sollten die Spieler vor der Länderspielpause noch einmal alles rausholen können. »Die geben Gas und haben Spaß am Fußball«, sagte André Schubert. »Von Müdigkeit ist nichts zu sehen«.

Und so endete der Champions-League-Abend mit gemischten Gefühlen. Eine tolle Leistung, bei der die Belohnung letztlich ausgeblieben ist. Dennoch verließen die Fohlen den Borussia-Park in der Nacht erhobenen Hauptes.

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